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Elektrotechnik | Schutzmaßnahmen

Einsatz von Drehstromadaptern

ep7/2012, 2 Seiten

Ich prüfe schon seit einigen Jahren ortsveränderliche Geräte. Gegenwärtig komme ich nun mit des Öfteren mit Drehstromadaptern in Kontakt und gleichzeitig mit mir in Konflikt. Die Erklärung, die ich zu diesem Thema bekommen habe, sind angelehnt an einen ep-Beitrag ("Auswahl und Betrieb elektrotechnischer Adapter" ep 10-2000). Während ich die Erläuterung zum Übergangsadapter (absteigender Bemessungsstrom), z. B. von einem 32-A-Stecker auf eine 16-A-Kupplung mit der zwischengeschalteten Überstromschutzeinrichtung, mit etwas Mühe noch verstehen kann, entzieht sich der Adapter von einem 16-AStecker auf eine 32-A-Kupplung (aufsteigender Bemessungsstrom) als eine zulässige Einrichtung vollständig meinem Verständnis. Auch die Argumentation, dass angeschlossene Gerät ist sicher, da bei einem Stromverbrauch über dem für die Steckdose zulässigen, deren Sicherung das Ganze abschaltet, ändert daran nichts. Was das einem mit bestimmungsgemäßen Gebrauch elektrischer Anlagen zu tun hat, verstehe ich nicht. Als Praktiker ist es für mich natürlich durchaus verständlich, dass es Situationen geben kann, in denen nicht die passende Steckdose zur Verfügung steht. Somit ist für mich die Verwendung der Übergangsadapter mit absteigendem Bemessungsstrom verständlich und akzeptabel, da er, meiner Überzeugung nach, weder dem angeschlossenen Gerät noch der installierten Anlage schadet. Hingegen habe ich bezüglich des Adapters mit aufsteigendem Bemessungsstrom ernsthafte Bedenken, auch wenn verschiedenste entsprechende Geräte auf dem Markt sind. Bei der Planung einer Installationsanlage sind unzählige Rechnungen anzustellen, um die Strombelastbarkeit der Leitungen, die Zuordnung der Sicherungen, die Wärmeentwicklung usw. in Verbindung mit dem Gleichzeitigkeitsfaktor im Vorfeld zu ermitteln. Der Steckdosenstromkreis ist auf die zulässige Belastung der Leitungen sowie auf den Bemessungsstrom der angeschlossenen Steckdosen abzustimmen. (Nebenfrage: Muss jede Drehstromsteckdose zwingend über eine separate Sicherung verfügen oder sind auch weiterhin Steckdosenstromkreise zulässig?) Beim Einsatz der Adapter mit aufsteigendem Bemessungsstrom werden meiner Meinung nach die erwähnten Berechnungen umsonst angestellt. Da hilft auch nicht der Hinweis: Nur für zeitlich begrenzten Gebrauch. Zumal ich das noch nie in der Praxis gesehen habe. Da diese Adapter im Handel zu kaufen sind, kann sie auch jeder verwenden. Wenn ich noch davon ausgehe, dass ich z. B. in einen fremden Betrieb die Sicherung auslöse, weil ich ein Gerät anschließe, dessen Stromverbrauch über dem zulässigen der Steckdose liegt, entzieht sich das meinem Verständnis. Noch dazu ist es ja möglich, dass mehrere Adapter, eventuell sogar von unterschiedlichen Personen, angeschlossen werden. Außerdem wird bei einer 16-A-Steckdose die Sicherung bei 19–20 A noch nicht auslösen. Ich setzte die Anlage damit also einem dauerhaften Überstrom aus, was zwangsläufig zu Erwärmungen führen muss. Ich will damit sagen, dass eine Elektrofachkraft von den Problemen und Folgen weiß und die Situation entsprechend einschätzen kann. Diese Möglichkeiten haben Laien jedoch nicht. Was passiert wenn mehrere Adapter gleichzeitig genutzt werden und sie im Einzelnen über den Bemessungsstrom der Steckdosen liegen, aber die Sicherungen noch nicht abschalten? Ich könnte mich eventuell noch damit abfinden, wenn ein solcher Adapter mit einem Strombegrenzer ausgerüstet wäre. Ich weiß nicht, ob ich mich irgendwo festgefahren habe. Deshalb bitte ich um eine sachlich fundierte aber verständliche und für mich nachvollziehbare Antwort, mit der die Überlegung deutlich gemacht werden, die zu der Zulassung dieser Adapter geführt haben.


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Autor
  • R. Heuchel
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