Elektrotechnik
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Brand- und Explosionsschutz
Einsatz automatischer Brandmelder
ep8/2005, 1 Seite
anlassung des Betreibers auch kürzer sein. Die Funktion der Sicherheitsbeleuchtung als Gesamtheit gehört zu den regelmäßigen Funktionsprüfungen, die für Sicherheitsstromversorgungsanlagen vorgesehen sind. In der Regel ist diese Frist monatlich. Bei einem solchen Test müssen dann also nach einem bestimmten Schema jeweils Teile der betroffenen, mit Sicherheitsbeleuchtung ausgerüsteten Gebäudeteile begangen und die ausreichende Funktion überprüft werden, so dass mindestens jährlich ein Gesamttest nachgewiesen werden kann. Eine Protokollierung zum Nachweis ist natürlich selbstverständlich. T. Flügel Beleuchtung in Lagern ? Ein Gewerbekunde möchte seine Kosten für die Beleuchtung im Lager senken. Dazu soll die Beleuchtung erst beim Befahren der Gänge mit Gabelstaplern mittels Bewegungsmelder zugeschaltet werden. Ist das zulässig und was sollte man dabei beachten? ! Die Ausstattung von Arbeitsräumen, dazu gehört auch die Beleuchtung, wird durch die Arbeitsstättenverordnung geregelt. Spezielle Anforderungen an die Beleuchtung finden sich in der Arbeitsstättenrichtlinie ASR 7/3. Weder in der Verordnung noch in der Richtlinie werden Anforderungen an die Ausführung der Schalter der Beleuchtungsanlage gestellt. Insofern wäre auch der Einsatz von Bewegungsmeldern zulässig. Es müsste aber sichergestellt werden, dass die Bewegungsmelder so angeordnet werden, dass immer im Aufenthaltsbereich die Nennbeleuchtungsstärke eingehalten wird. Die Werte für die Nennbeleuchtungsstärke En sind unter Abschnitt 4 der ASR 7/3 aufgeführt. In Tafel sind auszugsweise die Nennwerte für Lager angegeben. J. Jühling Einsatz automatischer Brandmelder ? Eine Gesamtschule hatte eine Überprüfung durch das Amt für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik. Dabei wurde bemängelt, dass automatische Brandmelder fehlen, die den Ausbruch eines Brandes akustisch und optisch signalisieren. Zur Erhöhung der Sicherheit und zur Beschleunigung von Evakuierungsmaßnahmen sollten Rauchmelder in Tandemschaltung installiert werden. Daraus ergibt sich die Frage, ob diese Variante ausreicht oder eine komplette Brandmeldeanlage (BMA) nach DIN 14 675 errichtet werden muss? ! Mit Ja oder Nein lässt sich die Frage leider nicht beantworten. Auch wenn die folgenden Ausführungen mehr nach einer „Eierei“ als nach einer Antwort aussehen, ohne einige Grundsätze kommen wir keinen Schritt weiter! Gefährdungsanalyse ist erforderlich Diese Analyse soll es ermöglichen, an Hand der ganz spezifischen Besonderheiten jedes Einzelfalls die Notwendigkeit einer BMA und deren Umfang abzuleiten. Hierzu sind mit Blick auf die Gefährdungen bei einem Brand Überlegungen anzustellen zur · Ausführungsart des Gebäudes (Gebäudehöhe, verwendete Baustoffe hinsichtlich ihrer Brennbarkeit, vorhandene Brandlasten) · Nutzungsart des Gebäudes und der Räume (Menschenansammlungen, Schule, Krankenhaus, Hotel, Museum mit hohen Werten, Denkmalschutz, ex- und feuergefährdete Räume usw.) · Personengefährdung (Panikgefahr, Mobilität der Personen im Pflegeheim ist anders als in einer Disko, Zeitaufwand für Personenrettung) · den Rettungswegen (Lage, Erreichbarkeit, Brandlasten, Feuerwiderstandsdauer der begrenzenden Bauteile wie Decken, Unterdecken, Wände, Fußböden) · baulichen Rauch- und Brandbegrenzung (Brandabschnitte, RD-Türen, RWA-Anlagen) · Brandentdeckung und Alarmierung (Weiterleitung von Meldungen an besetzte Stelle, Warnung von Personen) · Verfügbarkeit Hilfe leistender Stellen. Damit ist das Brandrisiko einschätzbar. Klares Schutzziel Nach den Landesbauordnungen müssen bauliche Anlagen so beschaffen sein, dass der Entstehung eines Brandes und der Ausbreitung von Feuer und Rauch vorgebeugt wird und die Rettung von Personen sowie wirksame Rettungs- und Löscharbeiten durchgeführt werden können. Hiervon hat sich sicher auch das Amt für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik mit seiner Kritik am Fehlen einer Brandmeldeanlage leiten lassen. In einer möglichen Rangfolge stehen der · Schutz von Personen · Schutz von bedeutsamen Einrichtungen und Sachgütern · Schutz von hochrangigen Kunstwerken und Denkmalen · Schutz der Umwelt. Um diesen Schutzzielen gerecht zu werden, müssen von der BMA · Brände in ihrer Entstehungsphase entdeckt · betroffene Personen und Hilfe leistende Stellen schnell alarmiert bzw. informiert · Betriebs- und Brandschutzeinrichtungen automatisch angesteuert · die Brandstelle eindeutig lokalisiert und angezeigt werden. Brandschutzkonzept ist notwendig Aus diesem geht schließlich hervor, mit welchen technischen und organisatorischen Mitteln wirtschaftlich dem kalkulierten Brandrisiko begegnet wird. Teil des Brandschutzkonzepts ist das „Konzept für BMA“ gemäß Abschnitt 5 der DIN 14 675 [1] mit den Teilen · Schutzziele der BMA · Anforderungen · Schutzumfang · Alarmorganisation · Dokumentation · Verantwortlichkeiten und Kompetenz. Das Konzept für die BMA muss zwischen dem Betreiber, den Aufsichtsbehörden und der Feuerwehr abgestimmt werden. Hieraus ergibt sich dann auch die Antwort auf Ihre Anfrage. Für eine Schule würde ich, ohne von hier aus Einzelheiten bewerten zu können, die Überwachung der Rettungswege (Schutzumfang Kategorie 3 nach [1]) empfehlen. Um den Installationsaufwand zu minimieren, könnten zugelassene Funkmelder eingesetzt werden. Eine Melderabhängigkeit wäre aus meiner Sicht nicht unbedingt erforderlich. Entwerfen Sie das Konzept für die BMA und stimmen Sie es mit den Beteiligten ab. Literatur [1] DIN 14675:2003-11 Brandmeldeanlagen, Aufbau und Betrieb. F. Schmidt Elektropraktiker, Berlin 59 (2005) 8 584 LESERANFRAGEN Tafel Geforderte Nennbeleuchtungsstärken En in Lagern Lagerräume En Lagerräume für gleichartiges oder 50 großteiliges Lagergut Lagerräume mit Suchaufgabe bei 100 nicht gleichartigem Lagergut Lagerräume mit Leseaufgabe 200 Automatische Hochregallager Gänge 20 Bedienungsstand 200 Versand 200 NORMENAUSZÜGE Auszüge aus DIN-VDE-Normen sind für die angemeldete limitierte Auflage wiedergegeben mit Genehmigung 042.002 des DIN und des VDE. Für weitere Wiedergaben oder Auflagen ist eine gesonderte Genehmigung erforderlich. Maßgebend für das Anwenden der Normen sind deren Fassungen mit dem neuesten Ausgabedatum, die bei der VDE VERLAG GMBH, Bismarkstr. 33, 10625 Berlin und der Beuth Verlag Gmb H, Burggrafenstr. 6, 10787 Berlin erhältlich sind.
Autor
- F. Schmidt
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