Elektrotechnik
Dioxinhaltige Kondensatoren
ep10/2002, 1 Seite
Schalthandlung vom Netz trennen zu können. Das kann z. B. durch einen dreipoligen LS-Schalter im Verteiler erfolgen. Verwendung von Elektro-Installationsrohren Die eingangs erwähnte starke Verallgemeinerung der Textfassung hat dazu geführt, dass konkrete Festlegungen, welche Installationsrohre unter welchen Bedingungen wo verwendet werden dürfen, in der neuen Norm [2] keinen Platz gefunden haben. Aus den Tabellen in [2] können Sie lediglich entnehmen, welche Leitungen in Elektro-Installationsrohren verlegt werden dürfen (52 F), wo solche Rohre zulässig sind (52 G) und bei welchen Verlegearten Elektro-Installationrohre eingesetzt werden (52 H). Sie müssen nun selbst entscheiden, ob Sie überhaupt derartige Betriebsmittel als notwendig ansehen und welche Anforderungen sie erfüllen müssen. Die mechanische Beanspruchung nach [2], Abschnitt 522.6, andere mechanische Beanspruchungen nach [2], Abschnitt 522.8, und Vorkehrungen gegen Brände nach [2], Abschnitt 527, dürften dabei eine besondere Rolle spielen, wobei auch andere Einflüsse ggf. von Bedeutung sein können. Hier kann nur empfohlen werden, die Festlegung im Abschnitt 5.4.2 in [1] als Grundlage für die Umsetzung zu betrachten und sie in die eigene Entscheidung mit einzubeziehen. Es ist zu beachten, dass die Kennzeichnungen A, B und AS mit der Zurückziehung der alten Norm DIN VDE 0605 inzwischen entfallen sind. Nach DIN VDE 50 086 Teil 1/ VDE 0605 Teil 1 [8] werden die Druckbeanspruchungen wie folgt unterschieden, wobei die beanspruchte Rohrlänge 50 statt wie bisher 100 mm beträgt: Klasse 1 sehr leicht mit 125 N Klasse 2 leicht mit 320 N Klasse 3 mittel mit 750 N Klasse 4 schwer mit 1250 N Klasse 5 sehr schwer mit 4000 N. Die Druckbeanspruchungsklasse ist an der jeweiligen Ziffer erkenntlich, die an der ersten Stelle eines maximal 12-stelligen Klassifizierungscodes vom Hersteller angegeben wird. Aufgrund der unterschiedlichen Bezugslängen ist ein direkter Vergleich mit den abgelösten Ausführungen nicht möglich. Sofern keine anderen Forderungen vom Betreiber, Nutzer oder Auftraggeber erhoben werden, ist zu empfehlen, für die Unterputzinstallation Rohre der Klasse 2 und für die Aufputzinstallation sowie in Rüttel-, Schüttel-und Stampfbeton Ausführungen der Klasse 3 vorzusehen. Anordnen von Klemmen für Verbindungen oder Abzweigungen mehrerer Stromkreise in einem Kasten Bedingt durch den hohen Grad der Abstraktion ist der Abschn. 6.3 in [1] ebenfalls nicht mehr in die neue Norm [2] überführt worden. Er hat aber nach wie vor große Bedeutung und sollte als Möglichkeit zur Umsetzung der Festlegungen, insbesondre der Abschnitte 526 und 528.1 in [2] betrachtet werden. Inhaltlich gibt es hier keine Änderungen oder Widersprüche. Abschließend sei darauf hingewiesen, dass es im Rahmen einer Antwort auf eine Leseranfrage nicht möglich ist, auf alle Einzelheiten dieses so wichtigen Themas einzugehen. Literatur [1] DIN VDE 0100 Teil 520:1985-11 Errichten von Starkstromanlagen mit Nennspannungen bis 1000 V; Schutzmaßnahmen; Schutz von Kabeln und Leitungen bei Überstrom; Kabel, Leitungen und Stromschienen. [2] DIN VDE 0100-520:1996-01 -; -; Kapitel 52: Kabel- und Leitungssysteme (-anlagen). [3] DINVDE0100Teil430:1991-11-;-;Schutzvon Kabeln und Leitungen bei Überstrom. [4] DIN VDE 0100-200:1998-06 Elektrische Anlagen von Gebäuden; Teil 200: Begriffe. [5] DIN VDE 0100 Teil 559:1983-03 -; Leuchten und Beleuchtungsanlagen. [6] DIN VDE 0100-510:1997-01 -; Teil 5: Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel; Kapitel 51: Allgemeine Bestimmungen. [7] DIN VDE 0100 Teil 460: 1994-02 -; -; Trennen und Schalten. [8] DIN EN 50086 Teil 1/ VDE 0605 Teil 1:1994-05 Elektroinstallationsrohrsysteme für elektrische Installationen; Teil 1: Allgemeine Anforderungen. H. Senkbeil Dioxinhaltige Kondensatoren ? Woran erkennt man dioxinhaltige Kondensatoren aus der DDR-Produktion? Hintergrund für die Anfrage war eine Störung, zu der ich gerufen wurde. Aus einer Leuchte tropfte eine Flüssigkeit. Ursache war ein aufgetriebener Kondensator mit der Aufschrift „MP 7F/220 V, 25/085/21, A-TGL 8699 mit Entladewiderst. in Anschlusskl. 5.81 Gütezeichen 1“. Es handelt sich um eine Kindereinrichtung, da möchten wir nichts unbeachtet lassen. Können Sie uns einen Rat geben? ! Die heraustropfende Flüssigkeit ist mit Sicherheit nicht PCB-haltig. Sie können also unbesorgt sein. Es war in der DDR nie üblich, bei den von Ihnen beschriebenen Kleinkondensatoren PCB-haltige Dielektrika einzusetzen. Anders ist das bei Leistungskondensatoren in kastenförmigen Blechgehäusen. Bei diesen müssen Sie damit rechnen, dass die Kondensatoren der Fertigungsjahre 1973 bis zum Dezember 1983 PCB-haltig gefüllt sind. Aus der Aufschrift, z. B. Chlophen, Orophen, A 20 usw. ist das erkennbar [1]. Literatur [1] Schmidt, F.: Einsatz PCB-haltiger Erzeugnisse. Elektropraktiker, Berlin 56(2002)4, S. 262-263. F. Schmidt Explosionsschutz in Kläranlagen ?Meine Firma soll Wartungs- und Reparaturarbeiten in den explosionsgefährdeten Bereichen eines Klärwerkes durchführen. Der Arbeitsumfang umfasst sowohl Wiederholungsprüfungen an ortsfesten Anlagen als auch das Auswechseln von Betriebsmitteln und Leitungseinführungen. Ich bin Elektroinstallateur und auch vertraut mit dem Errichten neuer Ex-Anlagen, aber noch nicht so sehr mit der Wartung und Instandhaltung unter Ex-Bedingungen. In einem Klärwerk ist ja ständig mit dem Auftreten explosionsfähiger Atmosphäre zu rechnen, weil man den technologischen Prozess nicht einfach unterbrechen kann, um die natürliche Faulgasbildung zu beseitigen. Dazu nun meine Fragen: 1.Welche Voraussetzungen sind zu schaffen, um Schleifen- und Isolationswiderstände messen zu können? 2.Dürfen Abzweigdosen oder Motoranschlussgehäuse in Zündschutzart Druckfeste Kapselung „d“ geöffnet und wieder geschlossen werden selbst auf die Gefahr, dass dabei Gas eindringt? 3.Hat die zutreffende „Zone“ dabei eine Bedeutung? 4.Welche Maßnahmen sind erforderlich, um mit normalen Bohrmaschinen sicher arbeiten zu können? ! Was ist zu tun, um Gefährdungen durch explosionsfähige Atmosphäre auszuschließen? Wenn Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten in explosionsgefährdeten Bereichen anliegen, steht diese Frage immer am Beginn der Arbeitsvorbereitung - nicht nur in einem Klärwerk oder bei Elektroarbeiten, sondern überall, wo man mit Explosionsgefährdungen zu rechnen hat. Und die können in Klärwerken nicht nur durch Faulgas zustande kommen, sondern auch durch unsachgemäße Entsorgung von Lösemitteln [1]. Ein wesentlicher Sachverhalt sei vorangestellt. Wo explosionsfähige Gas/Luft-Gemische auftreten, sind die arbeitshygienisch zulässigen Grenzwerte für Schadstoffe in der Luft (MAK) bei weitem überschritten. In einer solchen Atmosphä-re dürfen Beschäftigte nicht ohne Atemschutz tätig werden. Schon deshalb muss der Auftraggeber sich darum bemühen, Gefährdungen durch Gase im Arbeitsbereich weitgehend auszuschließen. Allgemeingültige Angaben über die erforderlichen Maßnahmen des Explosionsschutzes sind im Abschnitt E5 der „Explosionsschutz-Regeln“ (EX-RL) [1] enthalten. Für die Prüfung und Instandhaltung elektrischer Anlagen gilt die DIN EN 60079-17 [2]. Praktische Hinweise dazu findet man in [3] und [4]. Leseranfragen Elektropraktiker, Berlin 56 (2002) 10 812
Autor
- F. Schmidt
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