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Elektrotechnik | Messen und Prüfen

Definition des Schutzleiterstroms

ep5/1999, 1 Seite

Ich verdiene einen wesentlichen Teil meines Einkommens mit Wiederholungsprüfungen elektrischer Geräte und habe mir daher auch alle auf diesem Gebiet vorhandene Literatur angeschafft.


legungen kommt es auch immer wieder zu Fehlinterpretationen der Festlegungen bei der Programmierung. Der hohe Programmieraufwand für diese Schnittstellen führt dazu, das die Kosten für ein Programm entscheidend durch ebendiese bestimmt werden. Das heißt, man sollte vorher genau prüfen, welche Schnittstellen man unbedingt benötigt und auf welche man ggf. verzichten kann. Literatur [1] Möbus, H.; Kühne, St.: Computeranwendung in der Elektrobranche. ELEKTROPRAKTI-KER-Bibliothek. Berlin: Verlag Technik 1994. [2] DATANORM 5.0. Düsseldorf: Krammer Verlag 1999. H. Möbus Definition des Schutzleiterstroms ? Ich verdiene einen wesentlichen Teil meines Einkommens mit Wiederholungsprüfungen elektrischer Geräte und habe mir daher auch alle auf diesem Gebiet vorhandene Literatur angeschafft. Leider muß ich entdecken, daß die Autoren nicht die gleiche Sprache sprechen. Meist sind die Differenzen ja zu klären, wenn man selbst im Stoff steht. Daß allerdings auch Begriffe wie Ableit-, Fehler-, Differenz und Schutzleiterstrom unterschiedlich benutzt werden, ist nicht nur ärgerlich, sondern völlig unverständlich. Es kostet Zeit, sich zurecht zu finden, und verunsichert wird man doch immer wieder. Wie kommt es zu diesen unterschiedlichen Auslegungen, und was ist unter Schutzleiterstrom nun wirklich zu verstehen? Der Strom im Schutzleiter oder der Ableitstrom bei Geräten der Schutzklasse I? ! Bei den Definitionen der Fachausdrücke regiert nicht immer die sprachliche Logik. Wie in der Alltagssprache werden wir uns an bestimmte Definitionen gewöhnen müssen, selbst wenn diese nicht völlig den tatsächlichen Sachverhalt wiedergeben. Wir werden auch damit leben müssen, daß eine Definition nicht immer alle Feinheiten zum Ausdruck bringt. So ist es auch mit dem Schutzleiterstrom, einem neuen Fachausdruck, bei dessen Anwendung noch Unsicherheiten auftreten. Der Schutzleiterstrom ist · nach DIN VDE 0702-1:1998-09 „ ... im Sinne dieser Norm der Strom, der durch den Schutzleiter von Geräten der Schutzklasse I fließt“ · nach dem Entwurf der DIN VDE 0701-1: 1998-10 „ ... Strom, der durch den Schutzleiter von Geräten der Schutzklasse I fließt“. In beiden Normen wird aber dann gefordert, bei der Messung des Schutzleiterstroms das zu prüfende Gerät gegenüber Erde zu isolieren oder die Methode der Differenzstrommessung anzuwenden. Das heißt, die obigen Definitionen gelten nur unter einer bestimmten Bedingung, nicht jeder im Schutzleiter fließende Strom ist der hier gemeinte „Schutzleiterstrom“. Besser wäre vielleicht, wenn für den in beiden Normen unter „Messung des Schutzleiterstroms“ geführten Prüfgang definiert würde: „Schutzleiterstrom - im Sinne dieser Norm - ist der Strom, der durch den Schutzleiter von Geräten der Schutzklasse I fließt, wenn der Körper des Geräts gegenüber fremden leitfähigen Teilen isoliert ist“. Um diesen Zusammenhang zu verstehen und nicht auf Abwege zu geraten, muß der Sinn und die Wirkungsweise dieses Prüfgangs „Messung des Schutzleiterstroms“ erkannt werden. Für ihn gilt: 1. Es ist der ordnungsgemäße Zustand der Isolierungen, das Isoliervermögen des zu prüfenden Geräts der Schutzklasse I nachzuweisen. 2. Dieser Nachweis kann erfolgen durch - das Messen des Widerstands der Isolierungen oder - durch das Messen des über die Isolierungen und etwaige Beschaltungen fließenden Stroms. 3. Der über die Isolierung und Beschaltungen fließende Strom kann sein: - ein betriebsmäßig fließender Ableitstrom (Definition siehe DIN VDE 0100 Teil 200) und gegebenenfalls - die Summe des betriebsmäßigen Ableitstroms und des infolge eines Isolationsfehlers entstehenden Fehlerstroms. 4. Wird zum Nachweis des Isoliervermögens eine Strommessung gewählt, so stehen dafür bei Geräten der Schutzklasse I - die Ersatzableitstrommessung und - die aus naheliegenden Gründen als „Schutzleiterstrommessung“ bezeichnete Meßmethode zur Verfügung. 5. Ziel dieser so benannten „Schutzleiterstrommessung“ ist es nicht, den im Schutzleiter fließenden Strom, sondern die Summe von Ableit- und Fehlerstrom zu messen. 6. Zur Verfügung stehen für dieses Prüfverfahren „Schutzleiterstrommessung“ zwei Verfahren: - direkte Messung (Bild a und b) Damit der im Schutzleiter fließende und somit gemessene Strom mit dem Ableit-/ Fehlerstrom identisch ist, muß der Prüfling isoliert aufgestellt sein (Bild b). - indirekte Differenzstrommessung (Bild c und d) Mit diesem Verfahren wird immer der interessierende Ableit-/Fehlerstrom gemessen, auch wenn infolge eines Erd-Kontaktes ein Teil davon nicht über den Schutzleiter fließt (Bild d) 7. Der bei der indirekten Methode ermittelte Strom (Ableit-/Fehlerstrom) wird grundsätzlich als Schutzleiterstrom bezeichnet, obwohl er möglicherweise nicht vollständig über den Schutzleiter zur Erde fließt und daher dann nicht, wie man vom Namen her natürlich vermutet, mit dem im Schutzleiter fließenden Strom übereinstimmt. Eine schwere Geburt? Ich hoffe aber, daß ich Ihnen die Zusammenhänge und die entstehende kleine Unlogik logisch erklären konnte. Damit ist wohl auch Ihre zweite Frage beantwortet, kaum einer durchschaut diese Zusammenhänge auf den ersten Blick, und auch die Normensetzer finden nicht immer die beste und verständlichste Definition für die von ihnen benutzten Fachausdrücke. K. Bödeker Elektropraktiker, Berlin 53 (1999) 5 372 Leseranfragen IPE IA = IPE IPE IL - IN = I = IA = IPE IPE IA IPE IPE IL IN IL IN IL - IN = I = IA IPE a) b) c) d) Prüfverfahren „Schutzleiterstrommessung“ a) und b) direkte Messung c) und d) indirekte Messung IPE tatsächlich im Schutzleiter fließender Strom; IA Summe von Fehler- und Ableitstrom; IX über den Erdkontakt mit fremden leitfähigen Teilen fließender Anteil von IA; I Differenz der Ströme IL und IN, identisch mit IA

Autor
  • K. Bödeker
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