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Inf.- und Kommunikationstechnik | Veranstaltung | Elektrotechnik

Cebit 2006 in Hannover - Pfiffiges für den Praktiker und die Betriebsführung

ep5/2006, 5 Seiten

24 Messehallen, 6262 Aussteller und 450000 Besucher – die Zahlen der Cebit 2006 sprechen für sich. Die Leitmesse für Informationstechnik und Telekommunikation (ITK) wartete auch in diesem Jahr mit einer Flut von Neuheiten auf – darunter pfiffige Produkte für den Praktiker, der sich mit Datennetzwerken und TK-Anlagen beschäftigt. Darüber hinaus wurden interessante Software-Lösungen für die Betriebsführung vorgestellt.


Branche im Aufwärtstrend Zufrieden äußerte sich Messe-Chef Ernst Raue zum Abschluss der 6-tägigen Veranstaltung: „Zum ersten Mal in der 20-jährigen Geschichte der Cebit wurden die Eingangserwartungen der Aussteller in dieser hohen Ausprägung im Messeverlauf übertroffen. Der prognostizierte Aufschwung der ITK-Branche sorgte bereits im Vorfeld für eine positive Stimmung. Diese verstärkte sich noch im Verlauf der Messe und führte zu Millionenaufträgen. Nach Jahren der Zurückhaltung investiert vor allem der Mittelstand wieder auf breiter Front. Die 6262 Aussteller, davon mehr als 3300 aus dem Ausland, sprechen von rund 20 % mehr Vertragsabschlüssen als im Vorjahr.“ „Die gute Stimmung war in den Messehallen mit den Händen zu greifen“, sagte Harald Stöber, Präsidiumsmitglied des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom): „Hardware-Hersteller, Software-Anbieter und Telkos haben sich in diesem Jahr mit Neuigkeiten gegenseitig überboten. Das hat der Messe einen kräftigen Schub gegeben.“ Norbert Müller, Vorsitzender der Geschäftsführung der Fa. Rittal, sieht die konjunkturelle Entwicklung Deutschlands insgesamt deutlich im Aufwärtstrend. Das spiegele sich auch in der Messe wider: „Offensichtlich wurde in den letzten Jahren eher zurückhaltend in IT und IT-Infrastruktur investiert. Hier gibt es erheblichen Nachholbedarf, und das spürte man auf der Cebit 2006.“ Trends und Neuheiten Zu den Besuchermagneten gehörten Angebote für breitbandige, mobile Internetzugänge, hochauflösendes Fernsehen und Video, die Integration von Telekommunikations- und Informationsdiensten, neue RFID-Anwendungen sowie Dienstleistungen und Produkte im Bereich der IT-Sicherheit. Neben immer schnelleren und leistungsfähigeren Desktop-PC setzt sich auch der Trend zu leistungsstärkeren und stromsparenden Notebooks fort. Neue Impulse gibt der erstmalige Einsatz von Mehr-Kern-Prozessoren in mobilen Endgeräten. Dies erlaubt es, bei moderaten Taktraten hohe Rechenleistungen zu erzielen. Erste Notebook-Prototypen kommen mittlerweile gänzlich ohne Festplatte aus und ersetzen diese durch Flash-Speicher. Die Entwicklungen im Bereich der Computer- und Video-Projektoren ermöglichen wesentlich kleinere und damit erstmals wirklich mobile Geräte. Durch den Einsatz von LED statt der üblichen Hochdrucklampen lassen sich manche Projektoren sogar mit Akkus betreiben. Steuern und überwachen Die Telekommunikationsanbieter stellten auf der Messe vielfältige Neuheiten für Endkunden vor. Triple Play, also die Integration von Telefonie, Fernsehen und Internet, ist nur ein Beispiel hierfür. Andere Anbieter lassen Mobilfunk und Festnetz miteinander verschmelzen. Viele dieser neuen Angebote basieren auf „TV over IP“ und „Voice over IP“. Eine Lösung zur Vernetzung von TK-Anlage und Gebäudesystemtechnik stellte die Fa. Agfeo mit dem EIB-Modul 522 vor (Bild ). Damit können Telefonanlagen über KNX/EIB zur Steuerung und Überwachung von Beleuchtung, Jalousien oder anderen Gebäudefunktionen eingesetzt werden. Das Modul verwaltet bis zu 32 Szenarien mit jeweils maximal 8 Objekten, die sich per Knopfdruck über Telefone, Handys oder automatisch über die Timerfunktion der TK-Anlage abrufen lassen. Über Steuer- und Überwachungsfunktionen verfügt auch die Netzwerk-Kamera M22M von Mobotix (Bild ). Sie generiert und speichert bis zu 30 hoch auflösende Live-Bilder pro Sekunde inklusive Ton. Das wetterfeste Gehäuse ist kaum größer als eine Digitalkamera. Trotzdem beherbergt es ein Mikrofon und einen Lautsprecher, unterstützt bidirektionales Audio und zeichnet den Ton lippensynchron zum Bild auf. Die Kamera leitet Alarme über die integrierten IP-Telefonie-Funktionen als Telefonanruf zum Nutzer weiter. Die Stromversorgung erfolgt über die Netzwerkleitung mittels Standard-PoE (Power over Ethernet) oder einem speziellen Netzwerk-Adapter. Bei Kälte benötigt die Kamera keine gesonderte Heizung. Eine Bewegungserkennung und ereignisgesteuerte Bildrate entlastet das Netzwerk, da nur Daten übertragen werden, wenn sich im Bild auch tatsächlich etwas verändert. Multimediavernetzung Reichle & De-Massari präsentierte mit dem Homewiringsystem (HWS) ein modulares Sortiment für die strukturierte Heimverkabelung. Das System besteht aus Kommunikationsverteiler, Sternverkabelung und Multimediadosen (Bild ). Es integriert Telefon, Radio und TV-Anschlüsse und vernetzt Computer, Internetzugänge, Wireless-LAN-Komponenten, DVD-Rekorder oder auch die Haustechnik. Die Anschlüsse sind kompatibel mit handelsüblichen Steckern. Die Multimediadose deckt mit drei Koax- und zwei RJ45-Anschlüssen die Unterhaltungs-, Kommunikations- und IT-Bedürfnisse ab. Sie ist als Stich- und Durchgangsdose mit einer Einbautiefe von 23 mm ausgelegt und modular nutzbar. So können RJ45-Buchsen einzeln ausgetauscht werden. Das erlaubt zum Beispiel den nachträglichen Einbau geschirmter Einsätze. Der Kommunikationsverteiler vernetzt über eine Sternverkabelung die Multimediadosen mit zentralen Aktivkomponenten (NT, Hub, CATV-Modem, xDSL-Modem, Router usw.) und mit den Hausanschlüssen der Telefon- und Kabelprovider. Auf der Passivseite enthält er ISDN- und POTS-Verteiler, Patchpanel, Koax-Splitter und Stromleiste. Durch einfaches Umstecken der Kabel lassen sich hausinterne Netzwerke nach Belieben einrichten oder umrüsten. Schränke und Gehäuse Zeitintensive Arbeitseinsätze durch unstrukturiertes Kabelmanagement in Netzwerk- und Serverschränken sind ärgerlich. Rittal stellte mit seinem Kabelsprossensystem (Bild ) eine pfiffige Lösung vor, deren Einzel- und Vierfach-Elemente sich sowohl zur Kabelführung am Gehäuserahmen als auch zur Kabelführung innerhalb der 19"-Montageebene nutzen lassen. Mehrere Kabelsprossen können durch stufenlose Anreihung zu einem ganzen System zusammengefasst werden, wobei jeweils zwei Elemente über ein Verschlussstück miteinander verbunden sind. Die Kabel werden in Kanälen zu funktionellen Einheiten ge-Elektropraktiker, Berlin 60 (2006) 5 346 BRANCHE AKTUELL Cebit 2006 in Hannover Pfiffiges für den Praktiker und die Betriebsführung 24 Messehallen, 6262 Aussteller und 450000 Besucher - die Zahlen der Cebit 2006 sprechen für sich. Die Leitmesse für Informationstechnik und Telekommunikation (ITK) wartete auch in diesem Jahr mit einer Flut von Neuheiten auf - darunter pfiffige Produkte für den Praktiker, der sich mit Datennetzwerken und TK-Anlagen beschäftigt. Darüber hinaus wurden interessante Software-Lösungen für die Betriebsführung vorgestellt. Mit einem EIB-Modul wird die TK-Anlage zur Schaltzentrale der Gebäudesystemtechnik Fa. Agfeo Multimediadose mit drei Koaxial- und zwei RJ45-Anschlüssen Fa. R&M Wetterfeste IP-Netzwerkkamera Fa. Mobotix EP0506-344-354 20.04.2006 15:42 Uhr Seite 346 EP0506-344-354 20.04.2006 15:42 Uhr Seite 347 bündelt. Dadurch ist innerhalb der einzelnen Führungskammern der selektive Zugriff auf einzelne Kabelstränge möglich, sodass die Bearbeitung zusammengehöriger Kabelgruppen gewährleistet ist. Jedes Führungselement lässt sich auf diese Weise einzeln bedienen, ohne die Führung der verbleibenden Kabel zu beeinflussen. Mit dem EDV-Schutzgehäuse (Bild ) stellte Schäfer IT-Systems eine Generation kleiner Gehäuse für PC und Workstations vor. Der massive Korpus und die Fronttür bestehen aus solidem, pulverbeschichtetem Stahlblech. Die Tür ist zudem mit einem Sicherheitsglaseinsatz (ESG-Glas), einem Vorreiberschloß mit Dreikant und einer umlaufenden Dichtung ausgestattet. Das Gehäuse verfügt über einen integrierten Lufteintrittsfilter und einen Axialluftfilter sowie eine rückseitige Spezialeinführung für bis zu sechs Kabel. Da es die Schutzklasse IP 54 erfüllt, schützt es die Rechner nicht nur vor unbefugtem Zugriff, sondern auch vor Schmutz und Feuchtigkeit. Der Korpus des Gehäuses ist in Lichtgrau (RAL 7035) und die Tür in Enzianblau (RAL 5010) beschichtet. Die Außenabmessungen betragen 500 x 250 x 500 mm3 (H x B x T). Mit einem nutzbaren Innenmaß von 450 x 200 x 480 mm3 eignet es sich für die Aufnahme aller gängigen PC und Workstations. Mobile Lösungen im Trend Unter den 2372 Firmen, die sich unter der Überschrift „Business Processes“, also Geschäftsprozesse, präsentierten, befanden sich vornehmlich auch die Softwarehersteller mit ihren aktuellen Angeboten. Reine Handwerkslösungen waren zur Cebit allerdings nur vereinzelt zu finden. Generell zeigten die Firmen vor allem modular aufgebaute Software - sowohl erweiterungsfähige Basismodule zum kleinen Preis als auch komplexe betriebswirtschaftliche Lösungen. Absolut im Trend lagen mobile und webbasierte Lösungen, z. B. zur flexiblen und zeitnahen Steuerung des Außendienstes und der Zeiterfassung, wie ein kleiner Rundgang zeigt (Bild ): Top Kontor Handwerk 4 Zu den wichtigsten Erweiterungen der Version 4 von Blue Solution gehören neue Schnittstellen wie GAEB 2000, das Standard-Leistungsbuch Bau, Datanorm 5 sowie ein umfangreiches Bestellwesen. Unternehmer, die auch ihre Buchhaltung und Lohnabrechnung selbst erledigen möchten, finden hier geeignete kaufmännische Programme vor. Basisprogramm: 990-1600 Euro. Auch die neue Version 4.0 von Top-Aufmass zur mobilen Aufmaßerfassung soll in Kürze verfügbar sein. PASST Handwerk macht mobil Am Gemeinschaftsstand Niedersachsen war die Firma M-Soft zu finden, die sich auf verschiedene Gewerke, ebenso Elektro, spezialisiert hat. Neben einem Grundmodul für die Verwaltung der Stammdaten - Adressdaten von Kunden und Lieferanten - sind weitere Module von der Reparaturverwaltung über Projektabwicklung, Nachkalkulation, OP-Verwaltung, Freies Aufmaß, Einkauf/Bestellwesen, Termin und Ressourcenverwaltung bis hin zum Preisspiegel verfügbar. „Mobil macht“ M-Soft wie auch andere Firmen mit verschiedenen Lösungen: Mit einem javafähigen Mobiltelefon können die Arbeitszeiten auf der Baustelle zeitnah erfasst werden. Die Ortung des Firmenfahrzeugs erfolgt über ein dort fest installiertes GPS-System. Mit einem PDA werden z. B. direkt beim Kunden benötigte Materialen erfasst und über eine Dockingstation in das interne System zur Fakturierung übertragen. Immer mehr setzt sich jedoch das direkte Arbeiten auf dem Firmenrechner durch. Ein normaler Laptop, ausgerüstet mit einer UMTS-Card, ermöglicht den Zugriff auf die Datenbank, um z. B. Angebote zu erstellen. Provider wie E-Plus bieten dafür schon günstige Flatrates von etwa 25 Euro. Topix: 5 Bei Topix erhält man nicht nur die „großen“ Versionen der ebenfalls modular aufgebauten kaufmännischen Lösung. Speziell für Kleinbetriebe wurde ein spezielles und kostengünstiges Lizenzmodell als Einzelplatzversion entwickelt, was zusätzlich zum Grundmodul für die Adress-, Termin- und Aufgabenverwaltung auch die Module für Auftragsabwicklung, Zahlungsverkehr, Mahnwesen usw. enthält. Das ebenfalls erweiterungsfähige TOPIX: 5 basic ist bereits ab 399 Euro (mit begrenzter Anzahl von Datensätzen) erhältlich. Darüber hinaus wird auch hier der externe Zugriff auf Firmendaten über das Internet angeboten. Mobile Zeiterfassung Mit H+P MTC bietet die Firma auch für das Handwerk ein einfaches mobiles Auftrags- und Arbeitszeiterfassungssystem an. Dabei wird der Mitarbeiter registriert und Auftragsnummer, Auftragsarbeitszeit, Tätigkeit und Materialverbrauch mit Menge erfasst. Letztendlich werden die Daten im XML-Format ausgegeben und können dann in das Firmensystem für Lohn- und Gehaltsabrechnung sowie Fakturierung an den Kunden übertragen werden. Mieten statt kaufen Gerade im Handwerksbetrieb ist der Kostendruck groß. Dennoch ist der Einsatz einer betriebswirtschaftlichen Software lebenswichtig. Einige Softwarefirmen, wie z. B. auch die IBM HS-Hamburger Software (Bild ), bieten die Nutzung von Grund- und Erweiterungsmodulen ihrer kaufmännischen Produktreihe auch im Mietmodell an. Vorteile für den Nutzer: · überschaubarer finanzieller Aufwand für die Anschaffung, Wartung und Support · nur die Programm-Module werden gemietet, die benötigt werden, z. B. Auftragsbearbeitung und Finanzbuchhaltung usw. · realtiv kurze Kündigungsfrist von nur 1 Monat. Kostenpunkt: ab 31 Euro im Monat, z. B. für den Auftragsmanager. Im Future Parc An den innovativen Lösungen in Halle 9 kam man einfach nicht vorbei. Am Stand der Fa. ISDT konnte man sich z. B. die Funktionsweise der virtuellen Pinnwand ansehen. Diese Internetlösung macht es möglich, zeitgleich gemeinsame Projektbesprechungen durchzuführen von unterschiedlichen Orten aus und dabei grafische Aufzeichnungen auf einer Pinnwand festzuhalten. Gleichzeitig können durch integriertes Filesharing Dokumente ausgetauscht werden. Besuchermagnet war ebenfalls der Stand von Interactive Wear. Auch für Schutzkleidung geeignet, wurden nicht nur Funktionen wie mobiles Telefonieren über Bluetooth in die Kleidung integriert. Sie ist dazu mit einem intelligenten Heizystem aus-Elektropraktiker, Berlin 60 (2006) 5 348 BRANCHE AKTUELL Kabelsprossensystem Fa. Rittal Reger Besucherandrang bei den Software-Ausstellern Kaufmännische Software im Blickpunkt Tracking von Personen über Google-Earth mit GPS EDV-Schutzgehäuse Fa. Schäfer EP0506-344-354 20.04.2006 15:42 Uhr Seite 348 EP0506-344-354 20.04.2006 15:42 Uhr Seite 349 gestattet. Über die Integration eines GPS-Systems wird das Tracking von Personen über Google-Earth (Bild ) ermöglicht. Software-Gütesiegel Nach Angaben des VDEB (Verband der EDV-Software- und Beratungsunternehmen) investiert allein der Mittelstand 8 Mrd. Euro für Software. Die mittelständischen Softwarehersteller würden davon 50 %, also 4 Mrd. Euro realisieren (Tafel ). Die IT-Industrie als die Großen der Branche würden sich daher stärker als bisher der kleinen und mittleren Betriebe mit speziellen Branchenlösungen annehmen. Um die damit verbundene Verdrängung der mittelständischen Softwarehersteller zu begegnen startete der VDEB zur Cebit die Initiative für ein Gütesiegel für mittelständische Softwarehersteller. In Zusammenarbeit mit dem TÜV Süd soll es um eine umfassende technische Prüfung zu einem „VDEB-TÜV IT-Mittelstand“- Zertifikat (Tafel ) erweitert werden, um auch für die Qualität des Produkts zu garantieren. Qualität hat wie immer ihren Preis. So bleibt für den Anwender abzuwarten, inwieweit sich diese Zertifizierung am Markt durchsetzt, und sich die Kosten bei der Anschaffung der Software niederschlagen werden. Erfolg und Misserfolg in der Lobbyarbeit Haben der LIV und seine Dachverbände die Interessen der elektro-und informationstechnischen Handwerke gegenüber der Politik eigentlich mit Erfolg durchsetzen können? Gibt es Erfolge bei der so genannten Lobbyarbeit der Verbände? Mit diesen Fragen befassten sich der stellvertretende Landesinnungsmeister Thomas Rössing und LIV-Geschäftsführer Thomas von Wrangel. An 17 Beispielen zeigten sie auf, dass Lobbyarbeit durchaus nicht immer erfolgreich sei, sondern einen dornenreichen Weg darstelle. So kritisierten die Referenten die Novelle zum Landesvergabegesetz. Trotz eindringlicher Warnungen seitens der gesamten Bau- und Ausbauwirtschaft gegenüber der niedersächsischen Landesregierung wurde der Schwellenwert - das heißt, die Auftragshöhe, ab der das niedersächsische Vergabegesetz überhaupt Anwendung findet - auf 30000 erhöht. Das Thema „Tariftreue“ sei somit für viele öffentliche Aufträge nicht mehr relevant. Und dennoch konnte auch vieles erreicht werden, zum Teil in Zusammenarbeit mit dem Zentralverband oder der Landesvereinigung der Bauwirtschaft bzw. den Unternehmensverbänden Handwerk. Als gemeinsamen Erfolg werteten die Referenten die steuerliche Anrechenbarkeit von Handwerkerrechnungen. Kooperationabkommen rasch mit Leben erfüllt Landesinnungsmeister Karl-Heinz Bertram verwies in seinem Bericht auf das erst vor wenigen Monaten abgeschlossene Kooperationsabkommen mit dem Schwesterverband in Schleswig-Holstein (vgl. ep 11/2005, S. 838). Die Vereinbarung konnte rasch mit Leben erfüllt werden: Bereits im Januar habe man sich zu einer ersten gemeinsamen Vorstandssitzung und zu einer Regionaltagung der Obermeister mit Präsident und Hauptgeschäftsführer des Bundesinnungsverbandes getroffen. Geplant sei überdies ein gemeinsames Seminar für Ehrenamtsträger. Der Landesinnungsmeister ging in seiner Ansprache auch auf aktuelle Märkte für die Fachbetriebe ein - etwa neue technische Lösungen für komfortables und sicheres Wohnen im Alter, zu denen der Verband in Kürze einen Lehrgang anbieten wird. Sehr gut angenommen wurden auch die Seminare des Verbandes zu Blitz- und Überspannungsschutz sowie zur elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV). Im Rahmen der Festveranstaltung gratulierte Bertram der Elektro-Innung Lingen zu ihrem 75-jährigem Bestehen. Diese habe sich in den zurückliegenden Jahren und Jahrzehnten stets in die Arbeit des LIV eingebracht. „Wir danken Ihnen dafür, dass Sie die Arbeit unseres Fachverbandes mit Ideen und Initiativen und vielleicht auch mit Kritik bereichern“, so Bertram. Obermeister Bernhard Jacobs (Bild ) erhielt aus der Hand des Landesinnungsmeisters eine Fahne mit dem Verbandszeichen der elektro- und informationstechnischen Handwerke. Betriebswirtschaftliche Beratung notwendig In seinem Referat über die „Notwendigkeit einer betriebswirtschaftlichen Beratung“ nahm der zuständige Fachberater des Landesinnungsverbandes Ingo Breitenfeld Stellung zur allgemeinen wirtschaftlichen Situation im Elektrohandwerk und zu den Problemen der einzelnen Betriebe. Innerhalb seiner Betriebsberatungen werde er häufig mit der Problematik konfrontiert, dass ihn ein Hilferuf vom Unternehmer erst sehr spät erreiche. Oft habe er dann feststellen müssen, dass sich das Unternehmen bereits seit längerem in einer Krise befindet. Breitenfeld wies darauf hin, dass es durchaus möglich sei, Krisensignale zeitnah anhand von betriebswirtschaftlichen Kennzahlen zu erkennen. Weiterhin werden noch zu selten Analyse- und Controlling-Instrumente in die Unternehmensführung integriert. Der Referent richtete an die anwesenden Obermeister die Bitte, verstärkt auf die Betriebsberatung des Landesinnungsverbandes hinzuweisen. Strukturreform des Handwerks Karl-Heinz Bley (MdL), der Vizepräsident der Unternehmensverbände Handwerk, informierte über die geplante Handwerksstrukturreform. Es gehe darum, Leistung und Wirtschaftlichkeit des Handwerks zu steigern, um die Betriebe - vor allem in einer wirtschaftlich schwierigen Situation - kompetent und kostengünstig zu begleiten: „Wir wollen eine leistungsstarke, zukunftsfähige und selbständige Handwerksorganisation“. Im Vordergrund steht dabei nach den Worten des Vizepräsidenten des Dachverbandes aller Landesinnungsverbände die Verbesserung des Leistungsangebotes sowie die Erhöhung von Transparenz und Effizienz. Elektropraktiker, Berlin 60 (2006) 5 350 BRANCHE AKTUELL Jahreshaupttagung des LIV Niedersachsen/Bremen in Lingen Politische Lobbyarbeit ist oft ein dornenreicher Weg Die betriebswirtschaftliche Beratung der Betriebe, die Strukturreform des Handwerks und die politische Lobbyarbeit standen im Mittelpunkt des Jahreshaupttagung des Landesinnungsverbandes für Elektro- und Informationstechnik Niedersachsen/ Bremen. Anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Elektro-Innung Lingen waren die Ehrenamtsträger diesmal im Emsland zusammengekommen. Bernhard Jacobs (rechts), Obermeister der gastgebenden Elektro-Handwerke Lingen, freute sich, die Vertreter des LIV und die Ehrengäste im Emsland begrüßen zu können Tafel Vorauss. Softwareausgaben 2006 *) Gesamt: 13,8 Mrd. Euro, davon Software-Wartung: 6,89 Mrd. Euro Branchenlösungen: 3,01 Mrd. Euro ERP: 2,15 Mrd. Euro Business Information: 1,78 Mrd. Euro Davon Software-Anwender im Mittelstand: 8 Mrd. Euro Marktanteil der mittelständischen Softwarehersteller: 4 Mrd. Euro *) Angaben lt. Tech Consult Tafel Gütesiegel VDEB - IT-Mittelstand" Kriterien für Softwarehersteller: · mindestens ein Basis-Update- und Wartungsvertrag mit 10 Jahre langer Garantie, dass ein jährlicher Kostensatz von 25 % bezogen auf Lizenzgebühr nicht überschritten wird · Hinterlegung des Quellcodes an neutraler Stelle · als Eigentümer der Urheberrechte einziger und direkter Vertragspartner des Kunden EP0506-344-354 20.04.2006 15:42 Uhr Seite 350

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