Gebäudesystemtechnik
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Elektrotechnik
Bluetooth-Zutrittskontrolle - das Handy als Schlüssel
ep4/2008, 2 Seiten
Technik und Funktion Die Technologie namens Sorex Wirelesskey ist sowohl für Privatanwender als auch für Unternehmen einsetzbar. Konsumenten können mit der Basisversion beispielsweise ihre Eingangstür oder ihr Garagentor steuern. Abgesehen von der laut Hersteller höheren Sicherheit gegenüber anderen elektronischen Türöffnern bietet das System Komfort: Nähert sich der Besitzer mit seinem Mobiltelefon der Tür, öffnet diese ohne weiteres Zutun automatisch. Die Distanz, innerhalb derer das System anspricht, kann zwischen wenigen Zentimetern und mehreren Metern variabel programmiert werden. An der Innenseite der zu steuernden Tür wird ein etwa zwölf mal fünf Zentimeter großes Modul angebracht, das die gesamte nötige Technik enthält (Bild ). Die Aktivierung oder Deaktivierung des Mobiltelefons erfolgt bei der Basisversion direkt am Modul über Taster. Jedes Modul hat darüber hinaus eine eigene Internet-Adresse (IP-Adresse), sodass es auch weltweit über Internet angesteuert werden kann. Erweiterungen hin zu einer Zeit- und Personenerfassung sind ebenso möglich wie die Steuerung von EIB-Schaltern und Aktoren. Zwei Varianten Für Privatanwender gibt es die Produktvariante Basic. Alle Bewohner eines Haushaltes können so mittels angemeldetem Bluetooth-Handy automatisch Zutritt erhalten. Pro Modul ist die Anmeldung von bis zu zehn Teilnehmern möglich, jedes bluetoothfähige Mobiltelefon, auch ältere Modelle, sind mit der Technologie kompatibel. Mit dem Aufsperren der Tür lassen sich auch weitere Funktionen kombinieren, wie beispielsweise die Deaktivierung der Alarmanlage oder das Einschalten des Lichts. Der Vorteil liegt neben der Sicherheit auch darin, dass das Mobiltelefon mittlerweile für die meisten Menschen zu einem unverzichtbaren Gegenstand des täglichen Lebens geworden ist, den man immer dabei hat. In Zukunft erspart man sich dafür die Mitnahme des Schlüssels (Bild ). Die erweiterte Version Professional steht mit einer Kapazität von 2500 Nutzern pro Modul zur Verfügung. Bei dieser Variante erfolgt die Steuerung außerdem nicht direkt am Modul, sondern zentral über das PC-Netzwerk (LAN, USB, GSM, Bluetooth). Das System kann mit unterschiedlichen Softwarepaketen konfiguriert und darüber hinaus ins Active Directory (die zentrale Datenbank) des Unternehmens integriert werden. Dies bietet unter anderem den Vorteil, dass Authentifizierungen von Mitarbeiter-Handys jederzeit hinzugefügt oder gelöscht werden können. Konfiguration Drei je nach Bedarf verschieden dimensionierte Softwarelösungen - Small, Medium und Complete - dienen zur Konfiguration des Systems. Small: Benutzer speichern/löschen, Einstellung der Reichweite, Einmalige Codeeingabe jedes Benutzers, Zuordnung der Benutzer bei jeder Tür Medium: Monitoring, Zeitzonen, Zentrales Öffnen, Code-Eingabe Complete: Monitoring, Zeitzonen, Zentrales Öffnen, Code-Eingabe, Active Directory, Zeitgesteuerte Abläufe für zentrales Öffnen Sicherheit Die Sicherheit des Systems beruht auf mehreren Faktoren: · Das industrielle Bluetooth der Klasse I wechselt ca. 1700 mal pro Sekunde die Frequenz. Dies macht die Kommunikation störungsunempfindlich und abhörsicher. Elektropraktiker, Berlin 62 (2008) 4 350 AUS DER PRAXIS Bluetooth-Zutrittskontrolle - das Handy als Schlüssel Das österreichische Unternehmen Sorex Wireless hat eine Technologie entwickelt, die jedes bluetooth-fähige Handy zum elektronischen Schlüssel macht. Das Besondere an der Entwicklung: Sie funktioniert ohne jegliche Veränderung oder Software-Installation am Mobiltelefon. Bluetooth-Steuerungsmodul Fotos: Sorex Das Handy als Schlüssel Bluetooth-Modul bei Würth Österreich Fotos: Würth Zufahrt in den gesicherten Bereich ohne Aufwand Technische Details des Bluetooth-Moduls: Versorgung: DC 6 bis 24V, 650 mA Ausgang zur Versorgung eines Türöffners: DC 6 bis 24V, max. 300 mA 1 potentialfreier Relais-Ausgang: max. 1,2 A, DC 200V Abmessungen L x B x H: 147 x 90 x 25 mm Leseabstand Mobiltelefon: 10 cm bis 14 m (einstellbar) Schutzart: IP 54 (ausgenommen Versionen USB und Ethernet) Umgebungstemperatur: -20 bis +60 °C Türfreigabezeit: 1 bis 10 Sekunden Farben: weiß/grau, rot/schwarz blau transparent/grau Ausstattung: Batteriepufferung Benutzerverwaltung bzw. Konfiguration über LAN- oder USB-Schnittstelle Ausgänge und Eingänge über Sorex Bluetooth-Aktoren beliebig erweiterbar 1 programmierbarer potentialfreier Optokoppler-Eingang 1 programmierbarer potentialfreier Ausgang Sabotagegesichert Mit jedem Bluetooth-Gerät kompatibel Funktioniert mit jedem beliebigen elektrischen Schloss bzw. automatischen Türöffner · Der Code zur Autorisierung ist mit einer 128-Bit-Verschlüsselung ausgestattet. · Bei der Bekanntmachung eines Mobiltelefons mit einem Wirelesskey-Modul, dem Pairing, muss das Mobiltelefon einmalig über eine 10-stellige PIN autorisiert werden. Auf Basis der vorhanden Daten (MAC-Adressen, PIN) wird auf beiden Seiten der sogenannte Link-Key erstellt, welcher dann bei Authentifizierung und Verschlüsselung verwendet wird, wobei aber zu keinem Zeitpunkt Link-Key oder PIN übertragen werden. Aus diesen Gründen kann Bluetooth als hochsicher bezeichnet werden. Geht das Handy verloren, kann das System einfach deaktiviert werden. · Das Steuerungsmodul an der Tür befindet sich von außen unerreichbar im Innenraum, anders als beispielsweise NFC-Sensoren, Fingerprintsysteme oder Tastaturen von Codeschlössern. · Seitens der Versicherungen ist das aktive Verschließen oder Drehen eines Schlüssels nötig, damit die vertragliche Deckungsleistung gewährt wird. Das System erfüllt diese Anforderung: Das Schloss bleibt jeweils nur fünf Sekunden lang offen, danach wird es automatisch wieder versperrt. Ältere Mobiltelefone ließen eingehende Bluetooth-Verbindungen ohne Rückfragen an den Benutzer zu und waren zusätzlich oft mit einem einfachen Standard-PIN konfiguriert (0000, 1234 o. ä.). Damit war es anderen Personen möglich, auf Daten des Mobiltelefons zuzugreifen. Auf dieses Problem haben die Hersteller von Mobiltelefonen aber schon vor einigen Jahren reagiert und entsprechende Sicherheitsmechanismen auf mehreren Ebenen in die Geräte integriert. Blackberrys z. B. bieten nur unkritische Bluetooth-Profile, und die meisten anderen Geräte lassen eine Verbindung erst nach ausdrücklicher Genehmigung des Benutzers zu. Anwendungsbeispiel Mehrere Unternehmen in Österreich setzen diese Technologie bereits ein, beispielsweise Telekom Austria, T-Mobile, Philips und Würth. Letztgenanntes Unternehmen verwendet die Bluetooth-Technologie bisher neben der hier nicht thematisierten Bestellungsverwaltung seit einem Jahr zur Zutrittskontrolle in seiner österreichischen Zentrale in Böheimkirchen sowie in der Filiale Wien-Süd. Insgesamt werden damit bei Würth in Österreich Zutrittsberechtigungen für rund 700 Mitarbeiter zentral über Netzwerk verwaltet. In der Zentrale kann z. B. ein im Rollstuhl sitzender Mitarbeiter der IT-Abteilung ohne weiteren Aufwand durch die mit Wireless Key-Modulen für Würth (Bild ) ausgestatteten Türen in den gesicherten Arbeitsbereich fahren (Bild ). Der für das Projekt zuständige IT-Manager Dieter Bruch ist mit den bisherigen Erfahrungen zufrieden, das System soll daher weiter ausgebaut werden. Er betont insbesondere die Möglichkeit, einzelne und zeitlich begrenzte Zutrittsberechtigungen von zentraler Stelle aus zu vergeben. Die einmalige Berechtigung z. B. erlischt nach Ablauf der gewährten Zeitspanne bzw. nach Verlassen des Raumes oder Gebäudes automatisch, sodass kein weiterer Aufwand entsteht. Da mit der Löschung eines Benutzers automatisch auch alle Berechtigungen entzogen werden, ist die Verwaltung auch bei starker Fluktuation der Mitarbeiter einfach, so Dieter Bruch. Elektropraktiker, Berlin 62 (2008) 4 AUS DER PRAXIS www.solarworld.de Willkommen in der Schwieriglosigkeit Solar World. And Every Day is a Sun Day. Sunkits® - die maßgefertigten PV-Komplettanlagen für den Fachhandwerker Solar World® plant und konfektioniert jeden Bausatz individuell. Alle Einzelkomponenten werden dabei ideal aufeinander abgestimmt. 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