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Bitcoin als Stütze der Energieversorgung

Taugt BTC als Energiereserve und zur Stabilisierung?
ep12/2021, 2 Seiten

Verfolgt man übliche Pressemeldungen, geht es bei der Kryptowährung Bitcoin fast immer um zwei Themen: entweder sind es auffällige Kursschwankungen oder es ist der hohe Energieverbrauch. In diesem Beitrag geht es um eine Energieversorgungsoption, die die gängige Kritik praktisch auf den Kopf stellt.


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  • Teil 5: Heft 10/2019, Kurs: 8.500,– €

  • aktuell: Kurs (Nov. 2021): > 50.000,– €

  • Es sind Aussagen wie diese, die sich in der Öffentlichkeit (und beim Wähler) festsetzen: „Eine Bitcoin-Überweisung kostet so viel Energie, wie ein vierköpfiger Haushalt in sechs Monaten verbraucht“. Diese Aussage ist genau so sinnlos wie die Behauptung „mein Auto verbraucht 6 l pro 100 km, weil ich hin und wieder den Blinker betätige“. Die erste Aussage (zum Bitcoin) fasst der Bürger als „wahr“ auf, über die zweite würde er natürlich lachen, obwohl beide gleich falsch sind. Woran liegt das? Es zeigt das Dilemma unserer Zeit: wir sind oftmals nicht in der Lage, Dinge korrekt zu beurteilen, weil uns das notwendige Fachwissen fehlt und weil Menschen stets auf der Suche nach einfachen Antworten sind. In unserer hochspezialisierten Welt kann man niemanden mangelndes Fachwissen vorwerfen. Das betrifft alle Bereiche des Lebens bzw. der Wissenschaft: z. B. die Gentechnik, die Blockchain-Technologie, die Finanzbranche, Klimafragen oder den medizinischen Bereich, um nur wenige zu nennen.

    Zurück zu den Aussagen: Die Hauptfunktion eines Autos besteht darin, den Motor anzutreiben und uns zu transportieren. Das ist der Grund für den Benzinverbrauch. Der Blinker ist eine vernachlässigbare Nebenfunktion, bezogen auf den Energiebedarf. Beim Bitcoin besteht die Hauptfunktion darin, die nahezu absolute IT-Sicherheit der dezentralen Datenbank zu garantieren. Eine Überweisung (Transaktion) ist hier nur die vernachlässigbare Nebenfunktion. Wer sich darüber nur ganz kurz Gedanken machen würde, verstünde das sofort: Für lediglich 2 000 Überweisungen benötigt das Bitcoin-Netzwerk lange 10 min. Das schafft schon die Rechenleistung eines 10-Euro-Taschenrechners und kann wohl kaum der Grund für den hohen Energiebedarf sein. So leicht lässt sich eine unsinnige Schlagzeile nachweisbar entlarven. Aber in der Presse arbeiten auch nur Menschen. Und wenn diese korrekt über die Blockchain-Technologie berichten sollten, wäre eine langwierige Recherche erforderlich, die sich dort keiner leisten kann.

    Energiebedarf

    Somit sind wir beim Thema Energiebedarf. Der anonyme Erfinder des Bitcoins („Satoshi Nakamoto“) hat die Blockchain-Technologie ins Leben gerufen. Dabei hat er den Open-Source-Quellcode des Bitcoin-Algorithmus nicht allein entwickelt. Seine herausragende Leistung bestand darin, bereits bestehende Open-Source-Softwaremodule so zu kombinieren, dass ein bislang „unhackbares“ IT-Netzwerk entstanden ist. Aber diese extreme IT-Sicherheit lässt sich eben nur durch entsprechenden Energieaufwand gewährleisten. Dieses Sicherheitsniveau wäre für unsere Regierung oder für unsere Infrastruktur (Energieversorgung, Internet) ebenfalls wünschenswert. Die Kosten durch Cyberkriminalität übersteigen laut einer Studie der Münchener Rück mittlerweile die Schäden sämtlicher Naturkatastrophen, Tendenz stark steigend.


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    Den Prozess der Blockbildung kann man unter mempool.space/de live verfolgen (Quelle: mempool)

    Autor
    • H. Leidennroth
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