Elektrotechnik
Bildschirmarbeitsplätze
ep4/2002, 1 Seite
Trotzdem ist hier die extrem lange Strecke bis zur Ausschaltstelle für den späteren Betrieb kritisch zu werten. Insbesondere der Arbeitsverantwortliche hat sich von den durchgeführten Erdungs- und Kurzschließmaßnahmen zu überzeugen. Welche Personen werden das sein? Werden diese dann zusätzlichen Wegen mit Verkehrsgefährdungen ausgesetzt sein? Hier sollte der künftige Betreiber einbezogen werden, damit im Rahmen einer Gefährdungsbewertung einerseits technische Maßnahmen berücksichtigt werden und andererseits organisatorische Festlegungen getroffen werden. Primär sollten technische Maßnahmen erwogen werden wie der Einbau berührungssicherer Steckgarnituren mit der Möglichkeit der Feststellung der Spannungsfreiheit und der Erdung und Kurzschließung unmittelbar am Trafo. A. Roth Bildschirmarbeitsplätze ? In Ergänzung zum Hinweis in [1] „Bei längeren Tätigkeiten am Bildschirm sollte die Positivdarstellung bevorzugt werden“ zeigt die Praxis, dass beim Erarbeiten von Zeichnungen auf dem Bildschirm die Negativdarstellung bevorzugt wird, da sie zumindest als angenehmer empfunden wird. Es könnte daran liegen, dass man beim Zeichnen den Bildschirm intensiver betrachten muss, als das z. B. beim Textschreiben der Fall ist. Die Buchstaben sind nicht zu positionieren, wenn das Schriftfeld vorgegeben ist (wer gut schreibt, sieht kaum hin). Beim Zeichnen hingegen sind Punkte oder Linien möglichst genau zu treffen. ! Ähnliche Feststellungen wurden auch in anderen Betrieben gemacht. In den berufsgenossenschaftlichen Sicherheitsregeln für Bildschirmarbeitsplätze im Bürobereich vom Oktober 1980 wurde unter Abschnitt 4.1.1 u. a. Folgendes erwähnt: „Die Anzeige auf Bildschirmgeräten muss so gestaltet sein, dass zu hohe Belastungen der Beschäftigten an Bildschirmarbeitsplätzen nicht auftreten können. Derzeit dominiert die Darstellung heller Zeichen auf dunklerem Untergrund gegenüber der Darstellung von dunklen Zeichen auf hellem Untergrund. (Anmerkung: Dies sind Feststellungen aus der Zeit vor über 20 Jahren.) Da bei der letztgenannten Darstellungsart, d. h. der Positivdarstellung mit dunklen Zeichen auf hellem Hintergrund, eine bessere Anpassung an die Fähigkeiten des Menschen und an die Arbeitsplatzumgebung erwartet wird, ist diese im Zuge der technischen Entwicklung verstärkt zu verfolgen. Hierbei ist davon auszugehen, dass · nicht ganz vermeidbare Reflexionen und Spiegelungen bei der Darstellung dunkler Zeichen auf hellem Untergrund, d. h. der Positivdarstellung, weniger störend wahrgenommen werden, · eine Angleichung der Leuchtdichten von Vorlagen (Informationsträger Papier) und Bildschirmanzeige erfolgt, · die höhere Leuchtdichte der Bildschirmanzeige in Zusammenhang mit den für die Bürotätigkeit erforderlichen Beleuchtungsstärken zu einer Verringerung des belastenden ständigen Wechsels zwischen Hell- und Dunkeladaption führt und · die Lesbarkeit von Zeichen verbessert wird, weil bei gleichem Kontrast die Erkennbarkeit der Zeichen vor einem hellen Untergrund besser als vor einem dunklen ist.“ In anderen Veröffentlichungen neueren Datums wird darauf verwiesen, dass in der Regel bei monotoner Darstellung, wie sie im Allgemeinen bei der Textverarbeitung entsteht, die Positivdarstellung (Schwarz auf Weiß) bevorzugt werden sollte. Diese heute allgemein akzeptierte Aussage ist allerdings nicht unabhängig von der Zeichenqualität auf dem Bildschirm. Im Einzelfall kann diese Empfehlung durchaus ignoriert werden, unter anderem aus den von Ihnen erwähnten und durch die Praxis bestätigten Gründen bei Tätigkeiten an weniger mit Text beladenen Dateien, z. B. bei konstruktiven Arbeiten. In den erwähnten älteren Sicherheitsregeln für Bildschirmarbeitsplätze im Bürobereich (ZH 1/618) werden für die Positivdarstellung noch weitere ergänzende Hinweise hinsichtlich des Kontrasts, der Zeichenleuchtdichte, der Untergrundleuchtdichte und der Umgebungsleuchtdichte gegeben, die zwar theoretisch zutreffen mögen, im praktischen Betrieb jedoch auf Dauer nicht oder nur ungern in allen Fällen realisiert werden können. Literatur [1] Egyptien, H.-H.: Bildschirmarbeitsplätze. Elektropraktiker, Berlin 55(2001)10, LuK S. 14-16. H.-H. Egyptien Leseranfragen
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Autor
- H.-H. Egyptien
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