Skip to main content 
Gebäudesystemtechnik | Licht- und Beleuchtungstechnik | Elektrotechnik

Beleuchtungssteuerung per Funk sorgt für Flexibilität

ep11/2010, 3 Seiten

Das Unternehmen ECE, Europas Marktführer bei Shopping-Centern, setzt im Neubau seiner Europazentrale in Hamburg-Poppenbüttel innovative Funktechnik für die Beleuchtungssteuerung ein. Dies macht die Raumgestaltung flexibler, spart Kosten und wird zusätzlich bei der Zertifizierung für nachhaltiges Bauen mit Bonuspunkten belohnt.


Lichtschalter komplett kabellos installiert In der neuen ECE-Europazentrale sind die Bürolichtschalter komplett kabellos installiert, was deren Anbringung z. B. auch auf den Glaswänden am lichtdurchfluteten Atrium möglich macht (Bilder und ). Der batterielose Funkschalter kommuniziert beim Tastendruck mit dem Funkempfänger in der Zwischendecke, der die Deckenleuchten schaltet. „Der Einsatz der Funktechnik passt ideal zu unserer Planungsvorgabe einer weitgehend flexiblen Raumgestaltung im gesamten Gebäude“, erläutert Dirk Schenkel (Bild ), Projektleiter Elektro- und Fördertechnik beim Neubau der ECE-Europazentrale. Funkkonzept macht Umgestaltungen einfacher Bei der Planung des neuen Verwaltungsgebäudes mit etwa 20000 m2 Fläche und Platz für rund 650 Mitarbeiter auf sieben Geschossen wurde alles für eine flexible Raumgestaltung optimiert. Mit gutem Grund, denn das Unternehmen entwickelt sich sehr dynamisch. Das hat häufig auch räumliche Auswirkungen: Büros werden gewechselt, vergrößert,verkleinert,geteilt oder auch zusammengelegt. Dirk Schenkel berichtet, dass in der Vergangenheit alle ein bis zwei Jahre ein Umzug notwendig war und auch das neue Gebäude bereits sechs Monate nach Eröffnung räumlich umgestaltet wurde. Das Funkkonzept macht solche Umgestaltungen einfacher. So müssen für die Umrüstung der Beleuchtung jetzt keine Kabel mehr zurückgebaut oder neu verlegt werden. Der elektrotechnisch unterwiesene Haustechniker klebt den Lichtschalter an seinen neuen Platz und sorgt mit zwei Tasten-Klicks dafür, dass sich der Funkschalter mit dem Funkempfänger wieder neu synchronisiert. Kostenanalyse zeigt Vorteile der Funktechnik Vor der Entscheidung für die Funktechnik hatte ECE einen kritischen Kostenvergleich mit einer konventionell umgesetzten Verkabelung durchgeführt. Das Ergebnis: Bereits bei der Erstinstallation ist die Funktechnik kostenneutral, denn die zunächst höheren Investitionen in die Komponenten werden durch die geringeren Installationskosten ausgeglichen. „Es entfallen Unmengen an Kabeln und Verteilerdosen. Außerdem brauchen wir die gesamte Unterputzinstallation für die Schalterleitungen nicht mehr, und wir haben keinen Zusatzaufwand für den Brandschutz“, benennt Dirk Schenkel die Hauptkostenfaktoren. Sein Fazit: „Bei einer Planung mit variabler Raumgestaltung spart man durch die Funktechnik etwa die Hälfte der Installationsaufwendungen für die Beleuchtung.“ Beim Kostenvergleich ist die Funktechnik spätestens dann im Vorteil, wenn Räume umgestaltet werden müssen, denn beim Versetzen von Wänden müssen künftig keine Kabel mehr verlegt werden. Individuell vorkonfigurierte Technikmodule Um sich von der Robustheit, Störunanfälligkeit und Langlebigkeit der Funktechnik zu überzeugen, hatte der Bereich Gebäude- und Fördertechnik bei ECE mehrere Referenzobjekte geprüft sowie zusätzlich Funkmodule getestet und die Reichweiten gemessen. „Wir waren mit den Ergebnissen zufrieden. Die Technik funktioniert auch nach mehreren Jahren noch einwandfrei und außerdem vertrauen wir auf den guten Ruf von Wago als Lieferant von innovativen und zuverlässigen Netz-und Industriekomponenten“, bewertet Dirk Schenkel die Recherchen. Die eingesetzte Funktechnik besteht aus den batterielosen Funksendern (Lichtschaltern), dem Funkempfänger mit vier Leuchtenanschlüssen an vier einzeln schaltbaren Relais, 230 V/16 A (Winsta-Verteilerbox), in Verbindung mit dem Winsta-Steckverbindersystem MIDI für 0,5-4 mm2 /25 A/400 V (Bild ). „Wir haben uns auch für Wago entschieden, weil wir die Komponenten nach unserem Bedarf zusammengestellt und vorkonfiguriert geliefert bekommen. Das hat die Material- und Installationskosten reduziert“, so Dirk Schenkel. Die Winsta-Verteilerbox wurde für ECE ohne die optionale Rolladensteuerung ausgestattet. Die Module sind busfähig vormontiert, sodass bei Bedarf mittels einer zusätzlichen Steuerleitung zentrale Funktionen realisiert werden können. Das Winsta-Steckverbindersystem sorgte zudem mit vorgefertigten und qualitätsgeprüften Komponenten für das einfache Stecken von konfektionierten Leitungen. Wartungsfreie Enocean-Funktechnologie Dass sich die Funktechnik erst jetzt im großen Umfang durchsetzt, liegt aus Sicht von Dirk Schenkel vor allem daran, dass für die bisher am Markt angebotenen Funksender noch Batterien notwendig waren. Sie mussten je nach Haltbarkeit etwa alle ein bis zwei Jahre manuell ausgetauscht AUS DER PRAXIS Elektropraktiker, Berlin 64 (2010) 11 950 Beleuchtungssteuerung per Funk sorgt für Flexibilität Das Unternehmen ECE, Europas Marktführer bei Shopping-Centern, setzt im Neubau seiner Europazentrale in Hamburg-Poppenbüttel innovative Funktechnik für die Beleuchtungssteuerung ein. Dies macht die Raumgestaltung flexibler, spart Kosten und wird zusätzlich bei der Zertifizierung für nachhaltiges Bauen mit Bonuspunkten belohnt. Ein architektonisches Highlight ist ein glasüberdachtes, lichtdurchflutetes Atrium, an das sich moderne Konferenz-und Ausstellungsflächen anschließen Die Lichtschalter sind komplett kabellos installiert. Dies ermöglicht auch eine Anbringung auf den Glaswänden werden, was zu entsprechend hohen Wartungskosten führte. Das Enocean-System kommt ohne Batterie oder Akku aus. Für den Sensor im Lichtschalter genügt für das Senden des Funkimpulses bereits die minimale Energiemenge, die ein wartungsfreier Energiegenerator aus dem Druck auf die Taste des Schalters erzeugt. Mit dem Tastendruck werden dann Funkdaten mit einer eindeutig zu identifizierenden persönlichen Identifikationsnummer als 32-Bit-Adresse im lizenzfreien 868-MHz-Frequenzband verschickt. Damit lassen sich mehr als 4000000000 Sender voneinander unterscheiden. Der Funkempfänger erkennt diese Daten und ordnet sie der richtigen Deckenlampe zu. Damit sich in einem großen Gebäude wie der ECE-Europazentrale keine Sender gegenseitig stören (Datenkollisionen),dauert die Übertragung eines Funktelegramms lediglich 1/1000 s. Sie wird außerdem innerhalb weniger Millisekunden mehrmals gegeneinander zufällig zeitversetzt wiederholt. Zusätzlich ist die Reichweite der Sender im Gebäude auf etwa 30 m begrenzt. So werden selbst bei 100 eng benachbarten Sendern, die alle einmal pro Minute senden, mehr als 99,99 % empfangen. Im ausgewählten Frequenzband treten außerdem keine Interferenzen mit DECT, WLAN oder privaten Funkanwendungen wie PMR-Systemen auf. Einfache Inbetriebnahme „Die Installation und Inbetriebnahme der Funktechnik war überraschend einfach und unkompliziert“, berichtet Wolfgang Westphal vom Installationsbetrieb Elektropraktiker, Berlin 64 (2010) 11 Projektleiter Dirk Schenkel: „Die Funktechnologie von Wago hat sich in der ECE-Europazentrale bestens bewährt“ Die batterielosen Lichtschalter senden beim Tastendruck ein Signal zum Funkempfänger (Winsta-Verteilerbox) in der Zwischendecke, der den Schaltimpuls an die Deckenlampen weiterleitet Foto: M. Ortgies Hamburg, 17.-19. 11. 2010 Halle B4.EG Stand 404 Für Sie vor Ort Die Angebote: Gewinnspiel Messe-Abo INSTROM pro Preisvorteile Putting Out Fire With Gasoline..., wie der britische Sänger David Bowie im Soundtrack des Films Inglourious Basterds vorschlägt, ist keine erfolgversprechende Löschmethode. Sinnvoller zur Brandkämpfung sind stationäre Feuerlöschanlagen in Kombination mit Brandmelderlöschzentralen oder elektrischen Steuereinrichtungen wie beispielsweise die Integral IP von Hekatron (Bild ). Damit Löschanlagen ihre Aufgabe zuverlässig erfüllen können, sollten sie beizeiten auf den neuesten Stand gebracht und modernisiert werden. Dieser Schritt ist in Zukunft für Anlagenkombinationen Hekatron/Total Walther einfacher geworden. Seit neuestem verfügen nämlich die Brandmelderlöschzentrale Integral BLZ und die elektrische Steuereinrichtung SLZ über eine gemeinsame VdS-Systemanerkennung mit den Feuerlöschanlagen des Herstellers Total Walther (Bild ). Die Systemanerkennung erstreckt sich auf Inergen und CO2 -Löschanlagen mit Personengefährdung und mechanischer Verzögerungseinrichtung (VP2). Durch diese gemeinsame Systemanerkennung wird eine normenkonforme Modernisierung bestehender Hekatron-Zentralen der Baureihen PZ und HX mit den Total-Walther-Feuerlöschanlagen ermöglicht. Bei der Modernisierung bleiben beide Unternehmen „bei Ihren Leisten“: Total Walther modernisiert die Feuerlöschanlage, Hekatron konzentriert sich auf den Branderkennungsteil. Getreu dem Hekatron Modernisierungskonzept ist natürlich auch hier eine schrittweise Modernisierung möglich. So kann z. B. zunächst der Austausch der BLZ/ SLZ erfolgen, bevor in einem zweiten Schritt die gesamte Melderperipherie getauscht wird. Es ist hierbei nicht notwendig, ein intaktes Kabelnetz zu ersetzen. Bei der Modernisierung werden selbstverständlich alle Anforderungen aus der Norm EN 12094-1 und der VdS-Richtlinie 2496 erfüllt. „Putting out fire...“ wird unter diesen Bedingungen mit Sicherheit gelingen. Gerhard Köpke Elektromontagen. Für die Erstinbetriebnahme wird an der Verteilerbox ein Taster betätigt. Damit geht die Box automatisch in einen Einlernmodus. Wird anschließend mit dem Lichtschalter der Funksender aktiviert, schickt dieser seine eindeutige 32-Bit-ID-Kennung zur Registrierung an die Box. Damit ist die Inbetriebnahme abgeschlossen. Zusatzpunkte für das Nachhaltigkeits-Zertifikat Die typischen Emissionsfeldstärken der Funkschalter sind im Vergleich mit konventionellen Lichtschaltern niedriger. Denn konventionelle Schalter erzeugen durch die charakteristische Funkenbildung beim Schaltvorgang deutlich höhere Hochfrequenzfelder. Weil die Kabel von und zu den Schaltern entfallen, treten bei der eingesetzten Funktechnik auch keine niederfrequenten elektromagnetischen Emissionen auf. Es gibt auch keinen permanenten „Elektrosmog“, weil die Funksignale nur bei Betätigung der Schalter gesendet werden. Die Nutzung der Enocean-Funktechnik wirkt sich laut Dirk Schenkel deshalb positiv auf die Zertifizierung durch die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) aus. Das DGNB-Zertifikat zeichnet umweltschonende, wirtschaftlich effiziente und nutzerfreundliche Gebäude aus. „Die geringe Belastung durch Elektrosmog und die Vermeidung von Abfall bei Raum-Umplanungen bringen uns bei der Zertifizierung einige Zusatzpunkte und führen so zu einer Höherbewertung.“ Fazit „Wir sind sehr stolz darauf, dass wir bisher jedes Projekt termingerecht und innerhalb des Budgets realisiert haben. Die Funktechnologie von Wago hat sich in der ECE-Europazentrale bestens bewährt. Sie ist auch bei kommenden Projekten interessant, wenn es darum geht, möglichst flexibel und effizient zu planen und zu bauen“, fasst Dirk Schenkel seine Erfahrungen mit der eingesetzten Funktechnik zusammen. AUS DER PRAXIS Elektropraktiker, Berlin 64 (2010) 11 952 Modernisierung stationärer Feuerlöschanlagen Die gemeinsame VdS-Systemanerkennung der Brandmelderlöschzentrale Integral BLZ und der elektrischen Steuereinrichtung SLZ von Hekatron mit den Feuerlöschanlagen des Herstellers Total Walther ermöglicht und vereinfacht eine normenkonforme Modernisierung bestehender Hekatron-Zentralen der Baureihen PZ und HX mit den Total-Walther-Feuerlöschanlagen. Voraussetzung für die direkte Ansteuerung von Gaslöschanlagen mit Hilfe der Brandmelderlöschzentrale ist die gemeinsame Zulassung - dies ist in der VdS 2496 eindeutig geregelt Integral IP Brandmelderlöschzentrale zur Modernisierung stationärer Feuerlöschanlagen

Sie haben eine Fachfrage?