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Licht- und Beleuchtungstechnik

Beleuchtung - Architektonische Verwandlung

ep3/2000, 2 Seiten

Im Märchen geht's: Mit einem Kuß verwandelt sich der Frosch. Anders im richtigen Leben. Für die Metamorphose des alten VICTORIA Gebäudes am Münchner Lenbachplatz in ein modernes Technologie-Office bedurfte es eines ausgeklügelten architektonischen Konzepts.


Während in der unmittelbaren Nachbarschaft die Architektur des Justizpalastes und des Bernheimer Palais für historisches Kolorit sorgen, steht der aus den fünfziger Jahren stammende, nun sanierte Bau der VICTORIA für die architektonische Handschrift des nächsten Jahrtausends. Behutsam in der äußeren Erscheinung, verbirgt das Gebäude ein radikal verändertes Innenleben. Das Gebäude wurde völlig entkernt. Gemeinsam mit dem späteren Mieter wurde ein architektonisches Konzept erarbeitet, das dem Unternehmensverständnis des zukünftigen Nutzers entspricht: klar strukturiert mit rationaler Raumstruktur für eine offene Kommunikation. Brücke zwischen den Stühlen Die Architekten hatten kein leichtes Spiel, mußten sie doch zum einen die Anforderungen des Bauherrn, der VICTORIA Versicherung, berücksichtigen, zum anderen die individuellen Wünsche des Mieters, einer Unternehmensberatung, schon in der Planung mit einfließen lassen. Entstanden ist eine maßgeschneiderte architektonische Lösung, die sich auch im kleinsten Detail widerspiegelt. So etwa bei den Türgriffen, der zum Atrium hin öffnenden Schiebetüren oder in der Beleuchtungslösung. Eine Neuheit ist die eingesetzte Lichttechnik. Die eigens für das VICTORIA Gebäude entwickelten Objektleuchten zeichnen sich durch ihren extrem geringen Energiebedarf bei hoher Lichtausbeute aus. Weiterer Vorteil gerade für Büro- und Bildschirmarbeitsplätze: das blendfreie Licht. Konzepttreue bis ins Detail Die gewählte Beleuchtung entspricht dem formalen Charakter der Architektur. Entwickelt wurde eine objektspezifische, flach im Raum schwebende direkt/indirekt strahlende Pendelleuchte. Pate stand bei der Entwicklung die neue ELDACON®-Technologie der Fa. Siteco, Traunreut, die im Kern aus Acrylglasplatten mit einer patentierten Mikrostrukturfolie für gleichmäßige Lichtverteilung ohne Blendung besteht. Mit dieser licht Elektropraktiker, Berlin 54 (2000) 3 266 build.ing BELEUCHTUNG Architektonische Im Märchen geht's: Mit einem Kuß verwandelt sich der Frosch. Anders im richtigen Leben. Für die Metamorphose des alten VICTORIA Gebäudes am Münchner Lenbachplatz in ein modernes Technologie-Office bedurfte es eines ausgeklügelten architektonischen Konzepts. Mitten im Zentrum und dennoch Oase: Das Atrium ist überdacht und läßt Tageslicht in die Büros fluten (Foto: Studio Aszmoneit, München) Speziell für dieses Objekt entwickelt: eine im Raum schwebende direkt/indirekt strahlende Leuchte mit der ELDACON-Technologie (Foto: Studio Aszmoneit, München) Sieht man seine Geschichte nicht mehr an: der aus den fünfziger Jahren stammende und völlig sanierte Bau der VICTORIA (Foto: Christian Richters, Münster) rasterlosen, rundum entblendeten Leuchte lassen sich weiche Helligkeitsübergänge sowie ausgewogene Schattigkeitsverhältnisse erzeugen. So ist die gleichzeitige Beherrschung von Direkt- und Reflexblendung möglich, sowohl bei unterschiedlich geneigten Bildschirmoberflächen als auch bei Schreib- und Lesetätigkeiten. Innovationen für mehr Komfort Dem pulsierenden Leben am Lenbachplatz, das sich zu Stoßzeiten lautstark bemerkbar macht, wurde durch völlig neuentwickelte Hybridfenster Rechnung getragen, die sich für die Frischluftzufuhr öffnen lassen, ohne den Lärm übermäßig in die Büroräume strömen zu lassen. Der Charme der Architektur der fünfziger Jahre, gepaart mit der baulichen Intelligenz der Neunziger, fügt sich zu einem Gebäude, das durch die Möglichkeiten flexibler Nutzung und wirtschaftlichen Betriebs lange Jahre Bestand haben wird. Elektropraktiker, Berlin 54 (2000) 3 267 Verwandlung Die Architektur entspricht der Unternehmensphilosophie: klare Strukturen für transparente Kommunikation (Foto: Studio Aszmoneit, München) Licht rein, Lärm raus: Mit den neu entwickelten Hybridfenstern kann sogar Frischluft ins Gebäude dringen, ohne daß der Straßenlärm wahrgenommen wird (Foto: Christian Richters, Münster) Bauherr: VICTORIA Lebensversicherung AG, Düsseldorf Projektmanager: Burkhard Klother Architekten: Goetz + Hootz Architekten BDA DWB, München

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