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Kabel und Leitungen | Schaltanlagen | Elektrotechnik

Baukastenprinzip für den Schaltschrank

ep9/2001, 3 Seiten

Vielfältige Einsatzgebiete von Schützen, unterschiedliche Leistungsanforderungen und der Wunsch vieler Kunden nach maßgeschneiderten Schaltgeräten führen laufend zu immer neuen Entwicklungen. Siemens bietet eine Lösung nach dem Baukastenprinzip an.


Es handelt sich um die Gerätereihen Sirius 3R und Sirius 3RT bis 250 kW Nennleistung. Zu den in mehreren Baugrößen erhältlichen Schütz-Grundbausteinen ohne bzw. mit nur einem integrierten Hilfsschalter steht umfangreiches und durchgängiges Zubehör in Form von fabrikfertigen, typgeprüften Zusatzbausteinen zur Verfügung (Bild ). Sämtliche Kombinationen zum Schalten, Steuern, Schützen und Starten von Motoren bzw. Anlagen sind realisierbar. Ausbaufähigkeit Nicht nur Unternehmen in der Aufbauphase schätzen das modulare System, da sich Standardgeräte mit Zubehörteilen schnell in ihrem Funktionsumfang erweitern lassen, ohne die gesamten Schaltgeräte austauschen zu müssen. Wenn zusätzliche Maschinen angeschafft werden oder auch eine Umstrukturierung der gesamten Produktionshalle ansteht, so ist der Kostenanteil für die Anpassung der Schalt- und Steueranlage denkbar gering anzusetzen, da auf der bestehenden Substanz aufgebaut werden kann. Es müssen nicht ganze Teile des Schaltschranks erneuert werden, sondern es genügt z. B. nur zusätzliche Hilfsschalterblöcke zu ergänzen. Montage Im System sind die Zusatzmodule werkzeuglos einzustecken bzw. anzurasten, was die Montage erleichtert. Da im Rahmen einer Änderung oder Erweiterung eines sehr kompakt bestückten Schaltschranks die zusätzlich benötigten Module zum Teil auf die Schütze frontseitig aufsetzbar bzw. oben oder unten einsteckbar sind, befinden sich die Zusatzkomponenten innerhalb der Konturen der Schütze. Es entfällt oder verringert sich der u. U. aufwendige Umbau der Schalterreihen im Schrank. Die Lage und Art der Aufnahmeöffnungen für die Hilfsschalterblöcke sind für die Schütze der Baugrößen von 4 kW bis 250 kW einheitlich, für diese Baugrößen können die gleichen Hilfsschalterblöcke eingesetzt werden. Bei einigen Baugrößen befindet sich auch die Lage der Anschlussstellen der Spulen an der gleichen Stelle. Das entsprechende Zubehör ist für diese Schützgrößen gleich, es wird einfach aufgerastet. Auch Kleinigkeiten erleichtern die Montage und tragen zur Sicherheit einer Anlage bei. Für die Schützkombinationen zu Wende- oder Stern-Dreieckstartern werden Verdrahtungsbausätze offeriert, die ein schnelles Kombinieren ohne Extraverdrahtung ermöglichen. Ebenso sind Parallelschaltverbindungen erhältlich, die die Stromtragfähigkeit der zusammengefassten Schaltstrecken erhöhen. Als zusätzlicher Berührungsschutz können transparente Klemmenabdeckungen an der Einspeise- und Abgangsseite angebracht werden. Zeitersparnis Neben der Montage ist auch schon die Projektierung einer Anlage schneller einzuschätzen, da nicht auf die Markt-Verfügbarkeit spezieller Schütze mit diesen oder jenen Eigenschaften geachtet werden muss. Rein objektbezogenes Planen ist somit möglich. Außerdem wird die Wartung eines Schaltschranks vereinfacht, da eventuell nur Zusatzmodule ausgetauscht werden müssen. Elektronikgerecht In der industriellen Steuerungstechnik werden herkömmliche Schützsteuerungen zunehmend mit elektronischen Steuerungssystemen kombiniert. Zusätzliche Anforderungen wie hohe Kontaktzuverlässigkeit der Signalgeber (z. B. Hilfskontakte von Schützen) bei kleinen Spannungen und Strömen unter Beibehaltung der vollen Schaltleistung bei ho-Elektropraktiker, Berlin 55 (2001) 9 746 Report Baukastenprinzip für den Schaltschrank Vielfältige Einsatzgebiete von Schützen, unterschiedliche Leistungsanforderungen und der Wunsch vieler Kunden nach maßgeschneiderten Schaltgeräten führen laufend zu immer neuen Entwicklungen. Siemens bietet eine Lösung nach dem Baukastenprinzip an. hen Spannungen sind für die genannten Schütze sicher gestellt. Prüfungen, bei denen die Bedingungen für elektronische Signalgeber zugrunde gelegt wurden, haben ergeben, dass bei einer Gesamtschaltzahl von 100 Millionen Schaltspielen bei 17 V/5 mA der zulässige Kontaktwiderstand nur einmal überschritten worden ist. Demnach ist innerhalb einer langen Betriebsdauer, unabhängig von der Schaltzahl, kein Fehler zu erwarten. Speziell zum Schalten kleiner Spannungen und Ströme (3 V/ 1 mA) sowie für den Einsatz in staubhaltiger Atmosphäre werden Hilfsschalterblöcke mit gekapselten, hartvergoldeten Schaltgliedern angeboten. Zubehörteile Außer ein-, zwei- und vierpolig verfügbaren Hilfsschaltermodulen sind unter anderem folgende Zusatzbausteine erhältlich: Koppelglieder für die indirekte Ansteuerung von Schützen, deren Spulenleistungen für ein direktes Ansteuern aus den Ausgabebaugruppen elektronischer Steuerungen zu hoch sind (Bild ). Überspannungsbegrenzer (Varistor, RC-Glied oder Diodenkombination) zur Bedämpfung von Überspannungen beim Abschalten von Schützspulen, vor allem bei der Zusammenarbeit mit elektronischen Steuerungen. (Bild ) EMV-Module: Durch die Beschaltung der Hauptstrombahnen der Schütze mit diesem Modul wird das Kontaktfeuer, das für den Kontaktabbrand und einen Großteil der Knackstörungen verantwortlich ist, reduziert. Kapazitive Einkoppelungen auf die Analog-und Digitalsignale werden dadurch verhindert. Lötstiftadapter: Mit Hilfe von Lötstiftadaptern können Standardschütze - ohne oder mit aufgesetztem Hilfsschalterblock - auf Leiterplatten eingelötet werden. Verriegelungen: Die vorne auf zwei Schütze aufsetzbaren Sperrglieder, z. B. für den Bau von Wendestartern, sind für Schütze gleicher Bautiefe vorgesehen, die dicht an dicht nebeneinander montiert sind. Wo nach vorn kein Platz zur Verfügung steht, ist der Einsatz einer seitlich anzubauenden mechanischen Verriegelung möglich. Elektronisch verzögerte Hilfsschalterblöcke: Diese Hilfsschalterblöcke sind mit einem Schließer und einem Öffner ausgestattet, die je nach Ausführung ansprech-oder rückfallverzögert schalten. Diese Zeitbausteine ermöglichen zeitverzögerte Funktionen bis zu 100 s. Die Zeitfunktion wird hier durch das Einschalten des Schüt-Elektropraktiker, Berlin 55 (2001) 9 Report Modularer Baukasten rund um die Schütz-Grundbausteine zes, auf das der Hilfsschalterblock montiert ist, aktiviert: das Trägerschütz selbst schaltet nicht verzögert, sondern gibt den Befehl verzögert weiter. Die Kontakte des Grundgerätes sprechen unverzögert an. (Bild ) Elektronische Zeitrelaisblöcke: Das Trägerschütz selbst wird verzögert geschlossen bzw. geöffnet, entsprechend der eingestellten Zeit. Verschiedene Einstellbereiche stehen zur Verfügung. (Bild ) Ausschaltverzögerer: Bei gleichstrombetätigten Schützen können hiermit kurzzeitige Spannungseinbrüche bzw. -ausfälle bis zu einer Dauer von ca. 1 s überbrückt werden. Sie liefern für ein nachgeschaltetes Schütz die erforderliche Energie während eines Spannungseinbruchs und verhindern so das Abfallen dieses Schützes. Sonderteile: Abweichend vom Baukastensystem werden auch Schütze mit werksseitig aufgesetzten Hilfsschalterblöcken angeboten, die dort eingesetzt werden, wo die Steuerungsaufgaben im Voraus exakt definiert sind, z. B. bei serienmäßigen Steuerungen. Sichere Komplettgeräte Für den speziellen Einsatz in Steuerungen für sicherheitsgerichtete Anwendungen, bei denen eine SUVA - Baumusterbescheinigung (SUVA: Unfallverhütungsvorschriften der Schweizer Unfallversicherungsanstalt) erforderlich ist, werden Komplettgeräte mit unlösbar aufgesetztem Hilfsschalterblock angeboten. Diese Schütze sind nach besonderen Anforderungen der SUVA gebaut und unterscheiden sich äußerlich durch ein rotes Kennzeichnungsschild. S. Schröder Elektropraktiker, Berlin 55 (2001) 9 748 Report Koppelglied, hier an Schütz S2, für das indirekte Ansteuern von großen Induktivitäten Schütz der Baugröße S00 mit aufgestecktem Überspannungsbegrenzer Schütz der Baugröße S2 mit aufgesetztem 4-poligen Hilfsschalterblock Schütz der Baugröße S00 mit aufgestecktem elektronischem Zeitrelaisblock

Autor
  • S. Schröder
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