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Arbeits- und Gesundheitsschutz

Aus dem Unfallgeschehen - Mit Prüfzangen Lichtbogen ausgelöst

ep4/2008, 1 Seite

In einem Versorgungsbereich eines Stadtwerkes sollte das Netz umgestaltet werden. In Vorbereitung der Arbeiten erhielt ein Monteur den Auftrag, die Leiterfolge an den Anschlussstellen der 20-kV-Stationen festzustellen. Die Kabel sollten freigeschaltet und der Anschlussraum durch Einbau einer isolierenden Schutzplatte im Bereich des Trennschalters gesichert werden.


Warnung vor Piercings Am Arbeitsplatz können Piercings zu einer zusätzlichen Gefährdung führen. Neben einer erhöhten Gefahr, durch sich bewegende Maschinenteile erfasst zu werden, sind auch elektrische Gefährdungen durch metallische Teile denkbar. Die Techniker Krankenkasse (TK) warnt vor Tattoos und Piercings, da sie gesundheitliche Risiken mit sich bringen: Beim Tätowieren können Allergie-Reaktionen auftreten, da die Tattoo-Farbe Schwermetalle enthält. Brustwarzen-Piercings können bei jungen Frauen, die später gerne stillen möchten, die Milchgänge stark schädigen. Augenbrauen-Piercing kann zu Nervenschädigungen führen und Infektionen auslösen, Zungen-Piercings können zum lebensbedrohlichen Anschwellen der Atemwege führen. Außerdem können die Zähne bleibend geschädigt werden. Wer Piercing und Tattoo trägt, ist auch durch die Gesundheitsreform schlechter gestellt. Seit Inkrafttreten des Wettbewerbsstärkungsgesetzes gilt: Wer seine Krankheit selbst verschuldet, muss sich in angemessener Höhe an den Folgekosten beteiligen. Wie die TK Niedersachsen ermittelt, kann auch das Krankengeld während der Behandlung von den Kassen ganz oder teilweise gestrichen oder zurückgefordert werden. Aus dem Unfallgeschehen Mit Prüfzangen Lichtbogen ausgelöst Arbeitsauftrag. In einem Versorgungsbereich eines Stadtwerkes sollte das Netz umgestaltet werden. In Vorbereitung der Arbeiten erhielt ein Monteur den Auftrag, die Leiterfolge an den Anschlusstellen der 20-kV-Stationen festzustellen. Die Kabel sollten freigeschaltet und der Anschlussraum durch Einbau einer isolierenden Schutzplatte im Bereich des Trennschalters gesichert werden. Unfallhergang. Der Monteur hatte bereits mehrere Tage an anderen Stationen die Leiterfolge ohne Vorkommnisse festgestellt. Die Arbeiten konnten also routiniert weitergeführt werden. Nachdem er dann die erste Station für die Messungen vorbereitet hatte, wollte er mit den Arbeiten an der Gegenstation fortfahren. Er schaltete den Kabelabgang frei. Beim späteren Einlegen der Schutzplatte verwechselte er aber die Schaltzelle. Die Kabelanschlüsse standen dadurch weiterhin unter Betriebsspannung. Beim Einbau der Prüfzangen kam er zu nah an unter Spannung stehende Teile. Er löste einen Kurzschluss aus, der sich sofort zu einem Störlichtbogen (Bild ) ausweitete. Dieser wurde durch Ansprechen der Schutzschaltung gelöscht. Der Monteur erlitt schwere Verbrennungen. Unfallanalyse. Mit der Unfalluntersuchung stellte sich auch heraus, dass die Einschubplatte nicht normgerecht war. Die Platte ließ sich auch bei geschlossenem Trennschalter einbauen (VDE 0682 Teil 552). Diese Schutzplatten müssen entfernt werden, damit eine weitere Verwendung ausgeschlossen ist. Ursächlich war jedoch das Verwechseln des Schaltfeldes und eine Nichtbeachtung der fünf Sicherheitsregeln. Durch Einsatz eines Spannungsprüfers wäre dem Monteur sein Fehlverhalten sofort aufgefallen (BGV A3 § 3 und VDE 0105-100). Das Ausmaß der Verbrennungen war durch eine Fliesjacke verstärkt worden, die der Monteur unter dem flammhemmenden Arbeitsanzug trug. Glühende Partikel brannten sich unvermeidbar durch den Anzug und entflammten das leicht brennbare Material der Jacke. Dieser Unfall sollte Anlass geben, bei den betrieblichen Unterweisungen nochmals auf die Gefahr hinzuweisen. J. Jühling Elektropraktiker, Berlin 62 (2008) 4 www.klauke.com Besuchen Sie uns: light + building in Frankfurt 06. - 11. April 2008 Halle 8.0 / Stand F40 Durch Lichtbogen beschädigte 20-kV-Zelle

Autor
  • J. Jühling
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