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Springt bei Netzausfall ein: Ein Scalebloc versorgt ein Berghotel mit Strom, Quelle: Intilion AG
Notstrom-/Ersatzstromversorgung | Energiespeicher, Batterieanlagen

Aus dem Facharchiv: Elektropraxis

Von der Notstromsteckdose bis zum Ersatzbetrieb

26.03.2026

Unterbrochene Produktionen, ausgefallene Lüftungen in der Landwirtschaft und massive wirtschaftliche Einbußen: Das deutsche Stromnetz zählt zwar zu den sichersten in Europa, dennoch traten lokale oder regionale Stromausfälle in den vergangenen Jahren mehrfach auf. Die Nachfrage nach Not- und ersatzstromfähigen Anlagen ist entsprechend gestiegen. Doch was bedeutet das für Installateure? Welche Lösungen gibt es auf dem Markt und was müssen Elektrofachkräfte bei der Planung und Installation beachten?

In einer Sonderanalyse haben die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums die Sicherheit des Stromnetzes unter verschärften äußeren Bedingungen untersucht.

Das Ergebnis: Die Stromerzeugung wird zunehmend volatiler und regionale oder bereichsweise Abschaltungen, so genannte Brownouts, werden als wahrscheinlich eingestuft [1]. Ein kontrollierter Brownout ist eine gezielte Reduktion der Lasten im Netz durch partielle Abschaltungen. Netzbetreiber sichern die Netzstabilität bei übermäßigem Strombedarf durch den gezielten Einsatz von Brownouts. Die mediale Berichterstattung sorgt für Verunsicherung, und die Nachfrage nach notstromfähigen Wechselrichtern und ersatzstromfähigen Batteriespeichern steigt.

Bei einem Expertentalk des Energiespeicherunternehmens Intilion haben Vertreter aus der Wissenschaft und der Praxis aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze diskutiert [2].

Lösungsmöglichkeiten

Bei der Planung sollte man sich zunächst überlegen, wie schnell das Ersatznetz bereitgestellt werden muss, welche Verbraucher versorgt werden sollen und welche Überbrückungszeiten gefordert sind, was Aufschluss über den notwendigen Energieinhalt gibt. Die Übersicht in Bild 1 gibt eine erste Orientierung zu den Vor- und Nachteilen der verschiedenen Lösungsmöglichkeiten.

Mit einer Solarstromanlage mit Notstromfunktion

Privathaushalte können sich mit einer Solarstromanlage und einem Hybridwechselrichter mit integrierter Notstromsteckdose bei einem Stromausfall autark mit Energie versorgen. Die Umschaltzeit in den Notstrombetrieb beträgt bei diesem Konzept wenige Millisekunden. Die Steckdose ist in der Regel an den meisten Geräten vorinstalliert.

Damit im Fall der Fälle ausreichend Notstrom zur Verfügung steht, muss man bei der Inbetriebnahme der Anlage einen minimalen Entladewert einstellen und den Stromspeicher entsprechend überdimensionieren. Diese Lösung macht allerdings nur für Privathaushalte Sinn, die zum Beispiel einzelne einphasige Verbraucher wie Kühltruhen mit Notstrom versorgen wollen.

Autor: M. Sc. Pascal Lefarth

Literatur

[1] www.bmwk.de/Redaktion/DE/Artikel/Energie/stresstest-strom-2022-ergebnisse-langfassung.html

[2] Vortrag von Dr. Stefan Haslinger: Herausforderungen und Lösungen von aktuellen Projekten; 4. Intilion-Expertentalk am 01. 12. 2022

Der vollständige Artikel ist in unserem Facharchiv nachzulesen.