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Ein Local-Gerät arbeitet mit einem Remote-Gerät zusammen, Quelle: Softing IT Networks
Telekommunikation

Aus dem Facharchiv: Elektropraxis

Team-Work beim Messen

11.06.2026

Eine Besonderheit der WireXpert-Verkabelungsmesseinheit ist das Dual Control System (DCS). Es verbindet zwei identische Messgeräte mit vollwertigem Display und einheitlicher Bedienung, die jeweils am Anfang und Ende einer zu vermessenden Datenstrecke angeschlossen werden.

Im Gegensatz zu der sonst üblichen Konstellation eines Gerätes mit Bedienoberfläche und eines eher passiven Endgeräts mit höchstens einer kleinen numerischen Anzeige hat sich Softing IT Networks bewusst für den Einsatz von zwei identischen Messgeräten entschieden. Welche, vielleicht nicht sofort erkennbaren, Vorteile dieses Konzept im täglichen Messeinsatz bietet, wird im Folgenden an unterschiedlichen Einsatzfeldern ausgeführt.

Clevere Zweier-Kombi

„Ebony and Ivory live together in perfect harmony“ haben 1982 Paul McCartney und Stevie Wonder besungen. In dem Song geht es um die Harmonie zwischen den schwarzen und weißen Tasten eines Klaviers. Ein ähnlich aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel hat Softing IT Networks auch in seinem Verkabelungszertifizierer WireXpert umgesetzt. Das Ziel war dabei, aus zwei gleichwertigen Messgeräten ein harmonierendes Messsystem zu realisieren. Dazu wird ein Gerät als Local und das Zweite als Remote konfiguriert, äußerlich erkennbar durch einen weißen und einen schwarzen Hintergrund der Bedienoberfläche. Das Local-Gerät übernimmt die „Verwaltung“, d. h. sämtliche Einstellungen zur Messung, wie z. B. das Setzen der Testgrenzwerte, die Vorgabe des verwendeten Kabeltyps und die Anlage des Ablageorts der gewonnenen Messdaten erfolgen über diese Einheit. Das Remote-Gerät übernimmt die Einstellungen vom Local-Modul bei der Herstellung einer Verbindung z. B. über die zu testende Strecke. Darüber hinaus bietet das Remote-Gerät auch noch unabhängige Einstellmöglichkeiten. So erlaubt dieser Master/Slave-Betrieb auf dem Remote-Gerät z. B. noch die Anwahl der individuellen Bediensprache. Trennt man das Local-/Remote-System und schaltet beide Geräte in den Local-Modus, ergeben sich daraus einige sehr nützliche Anwendungsmöglichkeiten. Im Folgenden werden die Vorteile des Gerätekonzeptes, ein System aus zwei gleichen Messgeräten aufzubauen, anhand der zu messenden Medien genauer betrachtet.

Aussagen zu Fehlerursache und Lokalisierung

Messungen an Kupfer-Datenstrecken werden immer mit Messsystemen durchgeführt, die an die beiden Enden der Strecke angeschlossen werden (Bild). Der Grund dafür ist, dass einige der Hochfrequenz-Messungen von beiden Seiten aus durchgeführt werden müssen, bzw. am Leitungsende ein definierter Abschlusszustand hergestellt werden muss, um korrekte Messungen auszuführen. Meistens geschieht dies mit Prüfeinheiten, die aus einem dedizierten Master-Gerät mit Ein- und Ausgabe-Oberfläche und einem abgespeckten Slave-Gerät ohne Bedienteil und meist reduzierter Anzeige bestehen. Solange alle Messungen ein „Bestanden“ ergeben, reicht auf dem Slave-Gerät eine einfache LED-Anzeige, grün leuchtend, als Zeichen für den erfolgreichen Abschluss der Messung, um dann zur nächsten Dose weiterzuziehen. Bei einem „Nicht Bestanden“ genügt eine solch einfache Indikation nicht mehr. Hier punktet das System, welches zwei vollwertige Messgeräte verwendet, mit detaillierten Aussagen zu Fehlerursache und Lokalisierung. So kann ad hoc z. B. ein nicht korrekt angeschlossener Draht an der Dose nachgesetzt und die Messung anschließend gleich vom Remote-Gerät aus gestartet und wiederholt werden, ohne dass zeitraubendes Hin- und Herlaufen zwischen Verteilerraum und Anschlussdose notwendig wäre.

2 + 2 = 3 + 1

Was wie eine einfache Gleichung aussieht, ist auch die Kurzformel für den wirtschaftlichen Einsatz zweier WireXpert-Zertifizierungssysteme, die jeweils aus einem vollwertigen Local- und einem Remote-Gerät bestehen. Dadurch, dass sich jedes WireXpert-Handgerät beliebig per Tastendruck als Local- oder Remote-Gerät konfigurieren lässt, ist auch eine Konstellation möglich, bei der drei Remote-Geräte mit einem Local-Gerät zusammenarbeiten. Hierzu wird ein Local-Gerät aus einem der zwei zur Verfügung stehenden Systeme zu einem Remote-Gerät umgeschaltet und die drei somit resultierenden Remote-Geräte nacheinander per Nullabgleich auf das verbleibende Local-Gerät synchronisiert. Anschließend können die drei Remote-Geräte in der Fläche verteilt und beliebig als Gegenstelle beim Messen vom zentralen Local-Gerät angesprochen werden (Bild 2). Das bedeutet eine deutliche Steigerung der Effizienz beim Messen durch den Wegfall der Wegezeiten. Allerdings sollte im Vorfeld eine klare Absprache über die Messreihenfolge getroffen werden.

Autor: Alfred Huber

Literatur

[1] IEC 61300-3-35:2022-09 Fibre optic interconnecting devices and passive components – Basic test and measurement procedures – Part 3-35: Examinations and measurements – Visual inspection of fibre optic connectors and fibre-stub transceivers.

Der vollständige Artikel ist in unserem Facharchiv nachzulesen.