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Elektromobilität

Siemens – Klimaneutrale Zustellung

04.04.2018

Die Firma Siemens Building Technologies testet in Nürnberg gemeinsam mit dem Logistikdienstleister Bezold und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg in einem Pilotprojekt die emissionsarme Zustellung per Elektro-LKW.

Wie im Elektropraktiker 02/2018 berichtet, stellt die Deutsche Post in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen StreetScooter die Paketzustellung vollständig auf Elektrofahrzeuge um. Nun zieht auch Siemens nach und testet die Auslieferung von Siemens-Produkten, Ersatzteilen und Komponenten der Gebäudetechnik durch einen nachhaltigen Zustelldienst per Elektro-LKW StreetScooter im Stadtgebiet Nürnberg.

Aktuell liefert die Firma Bezold täglich Elemente der Gebäudetechnik wie Rauchmelder oder Serviceteile der Heizungs-, Klima- und Lüftungstechnik im Auftrag von Siemens BT in Nürnberg aus. Dank des Einsatzes von StreetScootern geschieht das möglichst schadstoffarm und umweltbewusst. Der Fahrzeugtyp, den bereits die Deutsche Post nutzt, wurde für die Gebäudetechnik-Logistik modifiziert und angepasst. Im Testlauf soll das Pilotfahrzeug auf einer täglich festen Tour von rund 80 Kilometern für Auslieferungen im Großraum Nürnberg unterwegs sein.

Erfahrungen aus zweitem E-Mobilitätsprojekt

Von dem Test erhofft sich Siemens aussagekräftige Ergebnisse: „Zum einen soll der Praxistest die Alltagstauglichkeit und Lieferqualität von E-LKWs erheben, überprüfen und idealerweise bestätigen. Zum anderen möchten wir uns auch einen erweiterten Überblick über die laufenden Kosten der Elektro-Belieferung verschaffen“, sagt der Leiter der Logistikabteilung von Siemens Building Technologies, Sven Markert.

Erfahrungen konnte Siemens bereits bei einem zweiten E-Mobilitätsprojekt sammeln. In der Stuttgarter Innenstadt betreibt das Unternehmen emissionsarme Logistik mit E-Lastenrädern.

Wissenschaftler begeistert

Für eine professionelle Auswertung wurden Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg ins Boot geholt:„Siemens BT LOG nimmt mit diesem Projekt eine Vorreiterrolle ein, um eine emissionsarme Logistik sowohl in der Stadt als auch in ländlichen Gebieten zu fördern“, betont Tobias Meyer vom Lehrstuhl für Supply Chain Management der Uni. Auch im Hinblick auf die eventuell kommenden Diesel-Verbote, sichert sich Siemens damit eine Alternative, die zusätzlich dazu beitragen könnte, die Luft- und Lebensqualität in Ballungsräumen zu verbessern.

Michael Fraas, Wirtschaftsreferent der Stadt Nürnberg, freut sich über die Initiative des Siemens-Projektes: „Mit dem StreetScooter wird ein weiterer Meilenstein nachhaltiger Gütermobilität für die Stadt und Metropolregion Nürnberg gelegt. Praxistaugliche Elektromobilität wie der StreetScooter wird zukünftig die Logistik- und Versorgungsqualität von Industrie-, Hightech- und modernen Dienstleistungsstandorten wie Nürnberg prägen.“

Ulrich Schaller, der Verkehrsreferent der IHK-Nürnberg für Mittelfranken hebt vor allem den Mut der Unternehmen hervor und sieht die Bereitschaft der Städte neue Wege zu gehen als positiv: „Mit dem Mikrodepotkonzept und Lastenrädern in Nürnberg und künftig auch Erlangen gibt es bereits zwei gute Ansätze. Wir müssen aber mit neuen Logistikkonzepten, Elektromobilität und alternativen Antriebssystemen in unserer Metropolregion verstärkt in die Anwendung kommen. Siemens BT und Bezold setzen mit dem StreetScooter und dem Engagement in der grünen Logistik ein richtiges Zeichen mit Vorbildcharakter.“

Kritik von Mitarbeitern der Deutschen Post

Doch es gibt nicht nur positive Meinungen zum StreetScooter. Bei der Deutschen Post sind derzeit bereits mehr als 5.000 Stromer im Einsatz. Geplant ist eine Aufstockung auf 30.000 Fahrzeuge. Ende des letzten Jahres berichtete die WELT über Kritik aus den eigenen Reihen.

Mitarbeiter der Deutschen Post hätten eine ganze Liste an Mängeln zusammengestellt, die ihnen vornehmlich in den Wintermonaten Probleme machten. Vor allem die Reichweite der Fahrzeuge sei ein Hindernis in der täglichen Arbeit. So müssen sich Mitarbeiter ständig auf den Ladestand der Batterie konzentrieren, um es mit dem Fahrzeug noch rechtzeitig zurück zum Depot zu schaffen. Im Winter wurde teilweise auf das Heizen der Fahrzeuge verzichtet, damit die Batterie geschont wird. Auch von Ausfällen des Fahrzeugs wurde berichtet. In mehreren Fällen sei außerdem die Motorhaube während der Fahrt aufgesprungen. Öffentlich bestätigt hat die Deutsche Post die Aussagen der Mitarbeiter bisher nicht.