Probleme frühzeitig erkennen und verhindern
Schallschutz bei Wärmepumpen
Der Wärmepumpenmarkt hat mit EU-Energielabel, neuer Energieeinsparverordnung und guten Förderbedingungen zusätzlichen Aufwind bekommen. Vielfach werden vor allem im Neubau Luft/Wasser-Wärmepumpen eingesetzt, um die gesetzlichen Vorgaben hinsichtlich Energieeinsparung und Einsatz erneuerbarer Energien auf effiziente und günstige Art zu erfüllen. Dem Thema Schall kommt daher eine immer größere Bedeutung zu.
- Die meteorologische Korrektur (met) entfällt;
- Der Zuschlag I für Impulshaltigkeit ist bei Wärmepumpen nicht relevant und entfällt;
- Der Zuschlag R von 6 dB(A) in Zeiten erhöhter Empfindlichkeit wird für den gesamten Tagbetrieb herangezogen und nicht zeitlich gewichtet;
- Eine Richtwirkung (i) durch Eigenabschirmung von Gebäuden wird nicht betrachtet.
- Für eine korrekte Planung der Aufstellung sollten jeweils die maximalen Schallleistungspegel nach Herstellerangaben verwendet werden, derjenige bei Norm-Nennbedingungen kann davon abweichen, vor allem wenn es sich um leistungsgeregelte Geräte handelt.
Der Beurteilungspegel ergibt sich nach Gleichung 1:
- Lw,aeq Schalleistungspegel der Wärmepumpe nach Herstellerangabe
- KT Zuschlag für die Tonhaltigkeit nach Herstellerangabe (0/3/6 dB(A))
- K0 Raumwinkelmaß aus der Aufstellsituation (Erhöhung durch Reflexion um 3/6/9 dB(A))
- sm Entfernung der Schallquelle zum maßgeblichen Immissionsort
- -11 dB(A) äquivalenter Schalldruckpegel auf
- der Oberfläche einer Kugel mit Radius 1 m
- KR Zuschlag von 6 dB(A) für Zeiten mit erhöhter Empfindlichkeit (nur im Tagbetrieb)
Um die Anforderungen der TA Lärm einzuhalten, muss der Beurteilungspegel jeweils kleiner sein als die in der TA Lärm abhängig vom jeweiligen Gebietstyp angegebenen Richtwerte für den Tag- und den Nachtbetrieb.
Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e. V. stellt unter waermepumpe.de/schallrechner ein Online-Tool zur Verfügung, mit dem die entsprechenden Berechnungen ebenfalls vorgenommen werden können. Eine Vielzahl von Schalldaten der Geräte namhafter Hersteller sind enthalten und können anhand des Maschinentyps ausgewählt werden. Die Ausgabe der Berechnung als pdf-Dokument ist möglich. Auf Diagrammen kann für den Tag- und den Nachtbetrieb auch der jeweils benötigte Mindestabstand abgelesen werden.
Für die Ermittlung des Raumwinkelmaßes werden die in Bild 1 dargestellten Aufstellsituationen betrachtet.
Schallschutzgerechte Aufstellung
Bei der schallschutzgerechten Aufstellung ist vor allem auf eine ausreichende Entkopplung zu achten, um die Übertragung von Schwingungen und Körperschall zu vermeiden. Das vom Hersteller empfohlene Zubehör stellt in der Regel eine bestmögliche Entkopplung vom Untergrund sicher. Die Aufstellung muss dabei aber auf einem ebenen und tragfähigen Untergrund erfolgen, keinesfalls auf einem schwingfähigen Boden. Bei der Innenaufstellung ist ein freigeschnittener Sockel in Verbundestrich-Ausführung die beste Wahl. Die Aufstellung auf einem schwimmenden Estrichboden ist nicht zu empfehlen, da hier ein Schwingboden entstehen kann. Herkömmliche Kesselpodeste sind aufgrund ihrer geringen Masse und ihrer Resonanzwirkung für Wärmepumpen ungeeignet. Bei Außenaufstellung haben sich Streifenfundamente aus Fertigbauteilen oder in Ortbetonausführung bewährt. Wandmontagen müssen nach Herstellerangaben erfolgen.
Eine Körperschallübertragung kann auch durch die Anschlussleitungen an das Gebäude erfolgen. Daher ist jeder einzelne Anschluss an die Hausinstallation schalltechnisch zu entkoppeln. Bei Rohrleitungen sollten geeignete Kompensatoren aus elastischem Material verwendet werden, falls die Wärmepumpe nicht selbst schon mit einer Entkopplung ausgestattet ist. Auch der Anschluss mit flexiblen Schläuchen in „Ω“-Führung oder in Schlaufen mit 270-360 °-Umlenkung ist möglich. Auf diese Weise kann auch der elektrische Anschluss ausgeführt werden.
Luftkanäle bei innen aufgestellten Luft/Wasser-Wärmepumpen werden immer elastisch an die Wärmepumpe angeschlossen. Ebenso elastisch erfolgt die Durchführung durch die Außenwand. Alle Halterungen und Wanddurchführungen sind mit dämpfenden Einlagen auszuführen, da die Luftströmung in den Kanälen ebenfalls Schwingungen erzeugt. Die Luftgeschwindigkeit am Ein- und Austritt der Kanäle sollte 3 m/s nicht überschreiten, im Kanalnetz sollte sie weniger als 4 m/s betragen. Die Luftführung ist strömungsgünstig zu gestalten, um Druckverluste zu vermeiden, die sich ungünstig auf Effizienz und Geräuschentwicklung auswirken.
Außen aufgestellte Luft/Wasser-Wärmepumpen und die Außeneinheiten von Splitwärmepumpen sollten so angeordnet werden, dass der Luftstrom an keiner Seite behindert wird. Die Schallabstrahlung ist in Ausblasrichtung deutlich stärker ausgeprägt und sollte nicht in Richtung der schutzbedürftigen Räume orientiert sein. Auch das Anblasen von Wänden ist zu vermeiden, da Reflexionen zu einer Erhöhung des Schalldruckpegels führen.
Erforderlichenfalls können auch weitere Schallschutzmaßnahmen ergriffen werden. Dämmhauben müssen auf die Wärmepumpe abgestimmt sein und dürfen ebenso wie Schallschutzwände die Luftführung nicht beeinflussen. Letztere bestehen aus massivem Material (Beton, Mauerwerk) und sind auf der Wärmepumpenseite mit einem absorbierenden Belag versehen.



