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Bild: Panasonic
Regenerative/Alternative Energien | Brennstoffzellen | Personen und Firmen

Brenstoffzellen

Brennstoffzellenbetriebenes Kundenerlebniszentrum

02.04.2025

Panasonic eröffnete am 27. März 2025 am Campus München in Ottobrunn mit Panasonic HX Deutschlands ersten Proof-of-Concept für eine nachhaltige Energielösung, die mit grünem, lokal erzeugtem Wasserstoff betrieben wird.

Für dieses Pilotprojekt wurden fünf Wasserstoff-Brennstoffzellen mit einer Leistung von jeweils 10 kW und eine Photovoltaikanlage implementiert, um das Customer Experience Center (CXC) in Ottobrunn bei München mit 100 % Ökostrom zu versorgen.

Das CXC ist nicht nur ein moderner Showroom, in dem Panasonic die Bandbreite seiner fortschrittlichen Technologielösungen und die seiner Partner demonstriert. Was hier gezeigt wird, geht weit über die bekannten Unterhaltungselektronikprodukte des Unternehmens hinaus und präsentiert wichtige Komponenten, Produkte und Lösungen für Unternehmen und Industriezweige wie den Energiesektor, die Mobilität, den Einzelhandel und weitere Branchen. Gleichzeitig beherbergt das Gebäude auch Labore, in denen Technologien getestet und weiterentwickelt werden. Co-Working-Spaces ermöglichen eine enge Zusammenarbeit mit Partnerunternehmen, Kunden und Branchenakteuren.

Wasserstoff-brennstoffzellenbasierte HX-Lösung

Der Standort in Ottobrunn beherbergt ein Kundenerlebniszentrum, ein Labor und ein Büro. Damit ist es das erste Gebäude dieser Art, das einen derartigen Anwendungsfall testet, und der dritte Standort weltweit von Panasonic (nach Kusatsu in Japan und Cardiff in Wales), an dem eine solche HX-Lösung betrieben wird. Alle drei Standorte haben unterschiedliche Merkmale und Anforderungen, und daher variiert auch die HX-Lösung je nach diesen individuellen Bedürfnissen. Die Panasonic HX-Lösungen sind Teil der Geschäftsstrategie zur Dekarbonisierung des eigenen Unternehmens und der Wertschöpfungskette. Darüber hinaus möchte das Unternehmen auch andere Unternehmen und die Gesellschaft dabei unterstützen, CO2-Emissionen durch seine Technologien zu reduzieren und zu vermeiden.

Worum geht es bei Panasonic HX München?

Die fünf Wasserstoff-Brennstoffzellensysteme (je 10 kW) und die Photovoltaikanlage (170 Module mit ca. 60 kWp Leistung) werden über das firmeneigene Energiemanagementsystem (EMS) von Panasonic gesteuert. Um die Brennstoffzellen mit lokal erzeugtem grünem Wasserstoff zu versorgen, wurde in der Nähe der Brennstoffzellen ein 40-Fuß-Standard-Container mit Wasserstoffspeicherflaschen aufgestellt. Wenn der Wasserstoff aufgebraucht ist, wird der Container durch einen neuen ersetzt. Die Zylinder im Anhänger haben ein Volumen von 30 m3 grünem Wasserstoff, der aus Südbayern und Österreich stammt. Das gesamte Campusgelände ist etwa 20.000 m2 groß, während das CXC etwa 6.000 m2 misst. Die Anlage mit dem Wasserstoffspeicher und den Brennstoffzellen als Hauptkomponenten ist direkt an das CXC angeschlossen und benötigt lediglich 203 m2 Fläche (ohne die Dachfläche für die PV-Module).

Die Nutzung von Solarenergie und Strom aus grünem Wasserstoff ist ein bedeutender Schritt in Richtung langfristiger nachhaltiger Energielösungen. Dieses Projekt sowie die Geschäftsstrategie von Panasonic HX dienen dazu, eine moderne Wasserstofftransformation und damit eine dezentrale, stabile und resiliente Infrastruktur für die Versorgung mit erneuerbaren Energien zu demonstrieren. Mit dieser Initiative unternimmt Panasonic einen wichtigen Schritt, um die Dekarbonisierung der Industrie weiter voranzutreiben.

Bau innerhalb eines Jahres abgeschlossen

Der Bau dieses Leuchtturmprojekts begann im August 2024 und wurde in nur sieben Monaten abgeschlossen. Leistungsstarke lokale Projektpartner, die auf grüne Wasserstoffenergie und Architektur spezialisiert sind, spielten eine Schlüsselrolle bei dieser schnellen Fertigstellung. Darüber hinaus gewannen die Projektmanager einen vertrauenswürdigen Lieferanten für lokal produzierten grünen Wasserstoff für das Projekt.

Fünf PH3 Wasserstoff-Brennstoffzellensysteme mit einer Leistung von jeweils 10 kW erzeugen in Ottobrunn grünen Strom. Diese Anlagen sind die 3. Generation des sogenannten „H2 KIBOU“-Systems, der Brennstoffzelle von Panasonic, die mit „reinem Wasserstoff“ (ohne fossile Brennstoffe) betrieben wird. Neben einer höheren Leistung im Vergleich zu den Vorgängerversionen PH1 + 2 können bei der neuesten Brennstoffzellengeneration bis zu 250 Module gleichzeitig betrieben werden. Die Leistung ist zudem anpassbar, was den Weg für eine flexible und skalierbare Stromerzeugung ebnet. Das Ziel ist es, eine skalierbare Energielösung für bis zu 1 MW Stromleistung anzubieten.

Das Energiemanagementsystem in Ottobrunn steuert die Brennstoffzellen flexibel, indem es nur die erforderliche Anzahl an Zellen einschaltet, um den Strombedarf in Kombination mit der PV-Anlage zu decken. Um die Laufzeit jedes Brennstoffzellensystems weiter zu optimieren, verteilt das EMS die Betriebszeiten gleichmäßig auf die fünf Module. Dies verlängert die Lebensdauer des Systems und ermöglicht auch geplante Wartungszyklen, da einzelne Systeme für die Dauer der Inspektion einfach abgeschaltet werden können. Die 190 kWp-Photovoltaikanlage auf dem Dach des benachbarten Bürogebäudes auf dem Campus wurde 2021 installiert und ist in das Gesamtsystem integriert. Nach vorläufigen Berechnungen kann das Panasonic HX-System 100 % des gesamten Strombedarfs des CXC decken. Der restliche Strom wird aus dem Netz bezogen.

Langfristige Nachhaltigkeitsstrategie

Das Panasonic HX-Projekt in Ottobrunn ist Teil der langfristigen Nachhaltigkeitsstrategie Panasonic GREEN IMPACT. Darin hat sich das Unternehmen ehrgeizige Ziele gesetzt, um den Klimawandel wirksam zu bekämpfen und zu einer nachhaltigeren Zukunft beizutragen. Das Unternehmen arbeitet intensiv daran, die CO2-Emissionen seiner eigenen Fabriken und Bürostandorte bis 2030 auf null zu reduzieren und damit insgesamt 110 Millionen Tonnen CO2 zu vermeiden.

Umfangreiche Investitionen in Pansonic HX

Panasonic hat insgesamt rund 130 Millionen Euro in die Entwicklung der HX-Technologie investiert und wird dies auch weiterhin tun. Vor der Inbetriebnahme des HX-Systems in Ottobrunn hatte das Unternehmen bereits zwei ähnliche Projekte in Kusatsu, Japan und Cardiff, Wales umgesetzt. Beide kombinieren Wasserstoff-Brennstoffzellen, Batteriespeicher und Photovoltaikanlagen. An diesen beiden Standorten werden die drei erneuerbaren Energiequellen zur Stromerzeugung für Produktionsgebäude genutzt. Der Energiebedarf folgt daher einem anderen Muster als in Ottobrunn für das Customer Experience Center, wo der Energiebedarf über eine 7-Tage-Woche hinweg sehr stabil ist. Insgesamt besteht das langfristige Ziel der Investitionen darin, zu zeigen, wie Standorte in verschiedenen Regionen der Welt mit unterschiedlichem Klima, aber auch unterschiedlichem Energiebedarf, ihren Strombedarf zu 100 Prozent aus lokalen erneuerbaren Energiequellen decken können. Eine solche innovative Energielösung soll zwischen 2026 und 2030 in zwei Schritten weltweit für externe Kunden eingeführt werden.