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SmartServer, Bild: TEM AG
Steuerungstechnik (allg.)

Aus dem Facharchiv: Elektropraxis

My-TEM – Schweizer Smarthome

07.12.2023

Das aktuelle Angebot an Automatisierungslösungen für Wohn- und Zweckbauten ist nahezu unüberschaubar. Aber trotz allem sind Angebote eher selten, die bezüglich der Funktionalität alle Einsatzbereiche abdecken und zudem gleichermaßen im Neubau wie auch bei der Rekonstruktion einsetzbar sind.

Die im schweizerischen Chur beheimatete TEM AG ist seit ihrer Gründung im Jahre 1967 in der Automatisierungstechnik tätig und verfügt über Standorte in der Schweiz, Deutschland und Ungarn. Das Unternehmen entwickelt und produziert Elektronik, vor allem Mess-, Steuer- und Regelungstechnik für Heizungs- und Klimaanlagen sowie andere Bereiche der Gebäudeautomation. Ausgehend von den in Jahrzehnten bei der Hard- und Softwareentwicklung erworbenen Erfahrungen hat das Unternehmen mit My-TEM1) eine Smarthome-Lösung entwickelt, die sich durch Merkmale wie universelle Einsetzbarkeit, Flexibilität, Skalierbarkeit und IT-Einbindung auszeichnet. Das System ist für den Einsatz in Wohnbauten aber auch Gewerbeobjekten und gleichermaßen für den Neubau wie die Nachrüstung geeignet.

Systemkonzept und Gerätetechnik

Das Systemkonzept von My-TEM basiert auf zentralen programmierbaren Komponenten, den Servern. Diese unterscheiden sich bezüglich der Anbindung von I/O-Komponenten und Sensorik. Die leitungsgebundenen Module werden per CAN-Bus angeschlossen und für die Funkanbindung wird Z-Wave genutzt. Bei Bedarf können aber auch hybride Anlagen realisiert werden, die sowohl aus leitungsgebundenen als auch aus Funkkomponenten bestehen. Und wo die Linientopologie des CAN-Busses bezüglich der räumlichen Ausdehnung und der Geräteanzahl Grenzen setzt, können diese durch Komponenten mit Free Topologie (FT) weitgehend umgangen werden.

Server. Zentraler Bestandteil einer jeden My-TEM-Anlage ist ein Server. Aktuell werden zwei Varianten angeboten (Tabelle ). Der Smart-Server als Reiheneinbaugerät (REG) zur Anbindung von Modulen über den CAN-Bus und der Radio-Server in einem Aufputzgehäuse zur Anbindung von Z-Wave-Funkkomponenten. Beide Server verfügen über einen Ethernetanschluss zur Einbindung in das lokale IT-Netz. Während der Radio-Server darüber hinaus lediglich über eine USB- und eine CAN-Bus-Schnittstelle verfügt, ist das Reiheneinbaugerät bereits mit insgesamt jeweils 24 digitalen und analogen Ein-/Ausgängen ausgestattet.

Base-Module. Überaus interessante Möglichkeiten bezüglich der Gestaltung der Anlagenstruktur eröffnen die als Base-Module bezeichneten Komponenten (Tabelle ). Das als Radio-Base bezeichnete Modul wird am CAN-Bus angeschlossen und ist aus funktioneller Sicht ein Gateway zum Funksystem Z-Wave. Dieses Modul erlaubt es eine auf dem CAN-Bus basierende Anlage um Z-Wave-Funkkomponenten zu ergänzen. Das FT-Base-Modul kann an den CAN-Bus oder auch direkt an die CAN-Schnittstelle des Radio-Servers angeschlossen werden. Der Anschluss mehrerer FT-Base-Module an den CAN-Bus ist möglich. Das FT-Base-Modul verfügt über zwei Schnittstellen zum Anschluss weiterer FT-Module. Damit kann abweichend von der CAN-Linienstruktur je Base-Modul eine baumartige Struktur mit bis zu 2 x 50 FT-Geräten pro Baum realisiert werden. Über diesen Weg können zudem auch Geräte über größere Distanzen (bis zu 500 m) angebunden werden. Allerdings ist die Übertragungsrate mit 10 kBit/s deutlich geringer.

CAN-Bus REG. Die CAN-Bus-Module werden als Reiheneinbaugeräte angeboten und sind daher für den Einbau im Schaltschrank oder einem ähnlichen Gehäuse geeignet. Es werden fünf Module angeboten (Tabelle ). Die IO-Module unterscheiden sich lediglich in der Anzahl der verfügbaren Ein- und Ausgänge. Darüber hinaus sind ein Dimmer und ein Relaismodul verfügbar. Das DALI-Modul bietet die Möglichkeit zur Einbindung von bis zu 64 DALI-Leuchten.

FT-Module. Diese Module werden als UP-Geräte zur Montage in tiefen Dosen gefertigt (Tabelle ). Wie das FT-Base-Modul verfügen auch diese Module wiederum über zwei Schnittstellen zum Anschluss weiterer FT-Module. Neben einem Eingabemodul zum Anschluss von Tasten, Schaltern oder Kontakten gibt es weitere Module zum Ansteuern von RGBW-Leuchtmitteln, zum Schalten und Dimmen von Leuchten sowie ein Modul zum Schalten zweier Verbraucher.

Z-Wave-Module. Das mit Abstand umfangreichste Sortiment steht bei den Z-Wave-Geräten zur Verfügung (Tabelle ). Hier gibt es neben den in der UP-Bauform angebotenen Geräten zur Ansteuerung von Leuchten, Jalousien und sonstigen Verbrauchern auch REG-Module zum Anschluss eines Fußboden-Heizungsverteilers sowie ein IO-Modul und ein RGBW-Modul. Darüber hinaus sind Z-Wave-Funkkomponenten (wie ein Zwischenstecker, ein Heizkörperthermostat, eine Sirene, eine Z-Wave LED-Leuchte) sowie Sensorik-Komponenten (wie etwa ein Fenster-/Türkontakt, ein Bewegungsmelder, ein Wassermelder und ein Brandmelder) verfügbar (Tabelle ). Selbstverständlich können auch Z-Wave-Geräte anderer Hersteller integriert werden (nach Rücksprache mit TEM).

Smarte Bedieneinheit. My-TEM kann klassisch über Taster und Schalter oder über eine App (ggf. auch als Bedienterminal ausgeführt) bedient werden. Eine weitere Möglichkeit bietet ein kapazitiver Taster mit fünf Tastenfeldern. Dieses Bediengerät kann in Kombination mit dem FT-Eingabemodul und den Z-Wave-Komponenten zum Schalten und zur Jalousiesteuerung genutzt werden.

Autor: Dr.-Ing. Horst Möbus

Der vollständige Artikel ist in unserem Facharchiv nachzulesen.