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Normen und Vorschriften zum Thema Motoren und Vorschriften (Bild: nosoruga/stock.adobe.com)
Normen und Vorschriften

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Motoren und Antriebe: EN 61800-9 Teil 1 & 2

26.10.2018

Teil 1 der Europäischen Normenreihe EN 61800-9 beschreibt eine Methodik zur Bestimmung des Energieeffizienzindex einer Anwendung, die auf dem Konzept des semianalytischen Modells (SAM) basiert. Diese Methodik wird als erweiterter Produktansatz (EPA) bezeichnet.

Teil 2 der Europäischen Normenreihe EN 61800-9 trifft Festlegungen für die Bewertung der Energieeffizienz von Antriebs- und Motorsystemen für Anwendungen im Leistungsbereich von 0,12 kW bis 1000 kW.

DIN EN 61800-9-1 (VDE 0160 -109-1) 2018-01

Drehzahlveränderbare elektrische Antriebe – Teil 9-1: Energieeffizienz für Antriebssysteme, Motorstarter, Leistungselektronik und deren angetriebene Einrichtungen – Allgemeine Anforderungen für die Erstellung von Normen zur Energieeffizienz von Ausrüstungen mit Elektroantrieb nach dem erweiterten Produktansatz (EPA) und semi-analytischen Modellen (SAM) Entwickler von Normen für angetriebene Einrichtungen erhalten damit die Möglichkeit, diese mit den relativen Verlustleistungen des eingebauten Motorsystems zu verknüpfen, um die System-Energieeffizienz für die gesamte Anwendung zu berechnen. Grundlage der Methodik sind festgelegte Berechnungsmodelle für Drehzahl/Last-Profile, Belastungsprofile und relative Verlustleistungen für geeignete Arbeitspunkte bezogen auf ein Drehmoment in Abhängigkeit von der Drehzahl. Dabei sind spezifische Informationen über die Geräte in die Betrachtung einzubeziehen. Es spielen das Drehmoment der angetriebenen Last und die Verluste des Motors eine entscheidende Rolle. Weiter müssen Informationen über die angetriebene Einrichtung betrachtet werden, ebenso das sogenannte zeitliche Belastungsprofil der angetriebenen Ausrüstung.

DIN EN 61800-9-2 (VDE 0160 -109-2) 2018-01

Teil 2 basiert in weiten Teilen auf der (mittlerweile bereits zurückgezogenen) europäischen Norm EN 50598-2 und hat das Ziel, diese zu ersetzen. Diese Norm stellt eine Methodik zur Ermittlung der Verluste für Antriebs- und Motorsysteme sowie für vollständige Antriebsmodule dar. Sie legt Effizienzklassen für diese Systeme (IES-Klassen) bzw. den Umrichter (IE-Klassen) fest und definiert Grenzwerte und Prüfverfahren für deren Klassifizierung. Um ein energieeffizientes Produkt für eine Anwendung zu bestimmen, ist der direkte Vergleich unterschiedlicher Antriebstopologien oder Steuerungsprinzipien erforderlich. Um diesen Ansatz zu unterstützen, wird das Konzept des „Referenz-PDS (RPDS)“ eingeführt. Das genormte RPDS, welches aus einem Referenz-CDM (RCDM) und einem stromrichtergespeisten Referenzmotor (RM) besteht, lässt den Vergleich der Energieaufnahme des gestalteten erweiterten Produktes mit einem PDS durchschnittlicher Technologie zu. Die Bestimmung der Verluste der Systeme beruht auf einem semi-analytischen Modellansatz, mit dem sich die Gesamteffizienz auf Basis der Architektur des Motorantriebssystems, des Drehzahl/Last-Profils und der Belastungsprofile der Anwendung charakterisieren lässt. Dieser Ansatz ist für Entwickler von Normen zur Energieeffizienz von angetriebenen Einrichtungen wie bspw. Pumpen oder Ventilatoren in Teil 1 der Reihe in verallgemeinerter Form beschrieben. (bfe-TIB1) Normeninformationsdienst des Bundestechnologiezentrums für Elektro- und Informationstechnik, Oldenburg Tel.: 0441 340920 Fax: 0441 34092129 Der Artikel ist in unserem Facharchiv nachzulesen.