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Eine der vertikalen Bewertungsflächen am Tisch eines Besprechungsraumes zeigt Werte um 500 lx für die vertikale Beleuchtungsstärke Ev am Auge, während die horizontale Beleuchtungsstärke Eh auf dem Tisch etwa 1 000 – 1 100 lx beträgt. Quelle: D. Lang/ep
Normen und Vorschriften | Leuchten | Lichtsteuerung | Lichtplanung

Aus dem Facharchiv: Elektropraxis

Lichtplanung für Human Centric Lighting (1)

04.09.2025

Dank der neuen Normen, die im November 2021 und im August 2022 veröffentlicht wurden, gibt es sowohl klare Regeln für die Messung und Bewertung von Licht im Hinblick auf seine nicht visuellen Wirkungen als auch Hinweise, die der Lichtplaner als Planungsempfehlungen für Projekte nutzen kann.

Bereits seit 2015 gibt es die Vorgängerversi-on DIN SPEC 5031-100 [1], welche das Wir-kungsspektrum für melanopische, nichtvi-suelle Wirkungen identisch zur internationa-len Norm CIE S 026:2018 [3] definiert. Die Überarbeitung der DIN/TS 5031-100 in 2021 war dennoch mehr als nur Kosmetik. Es war notwendig, die verwendeten Begriffe und Definitionen an die internationale Norm anzupassen, selbst wenn die Formeln und Berechnungen gegenüber 2015 unverändert blieben. Aber ein konsistenter Sprachgebrauch hinsichtlich Größen und Begriffen ist gerade in diesem dynamischen Umfeld mit verschie-denen „konkurrierenden“ Metriken und Definitionen sehr wichtig, damit auch klar ist, wovon man spricht.

Eine wichtige Anpassung an die CIE S 026 war auch die Korrektur der Altersabhängigkeit der Augenlinse. Diese ist nun identisch zur CIE S 026 an den Technischen Report CIE 203:2012 [4] angepasst.

Die konkreten Beispiele wurden um die im Jahr 2018 in CIE 15 Colorimetry, 4. Edition, definierten LED-Lichtarten erweitert, um auf dem neuesten Stand zu sein.

Die anderen Änderungen sind tatsächlich Schönheitsoperationen: ein paar neue, für die Praxis wichtige Begriffe wurden definiert, verschiedene Bezeichnungen und Indizes von Begriffen wurden an Änderungen anderer Normen angepasst, die mittlerweile erfolgt waren. Auch hier geht es um einen einheitlichen und international üblichen Sprachgebrauch. Tabelle 1 gibt einen Überblick über die wichtigsten Neuerungen. Aufgrund der Übereinstimmung mit der internationalen CIE-Norm kann die DIN/TS 5031-100 als eine stabile Version angesehen werden. Voraussichtlich wird diese auch im Laufe des nächsten Jahres in eine DIN-Norm umgesetzt.

Das melanopische Wirkungsspektrum

Das melanopische Wirkungsspektrum ist die Basis für die Bewertung eines Lichtspektrums hinsichtlich seiner nichtvisuellen Wirkung. Es beschreibt die Empfindlichkeit des Fotopigments Melanopsin für die Stimulation durch Licht, normiert auf ein Maximum von 1,0 (siehe Bilder 2 und 3).

Melanopsin ist ein lichtempfindliches Protein, das in den intrinsisch lichtempfindlichen retinalen Ganglienzellen (ipRGC) in der menschlichen Netzhaut enthalten ist und dieser Art von Fotorezeptoren eine eigene Lichtempfindlichkeit verleiht.

Autor: Dipl.-Phys. Dieter Lang

Literatur

[1] DIN/TS 5031-100:2021-11 Strahlungsphysik im optischen Bereich und Lichttechnik – Teil 100: Über das Auge vermittelte, melanopische Wirkung des Lichts auf den Menschen – Größen, Symbole und Wirkungsspektren. Zuvor: DIN SPEC 5031-100:2015-08 Strahlungsphysik im optischen Bereich und Lichttechnik – Teil 100: Über das Auge vermittelte, melanopische Wirkung des Lichts auf den Menschen – Größen, Formelzeichen und Wirkungsspektren.

[2] DIN/TS 67600:2022-08 Ergänzende Kriterien für die Lichtplanung und Lichtanwendung im Hinblick auf nichtvisuelle Wirkungen von Licht.

[3] CIE S 026:2018 CIE-System für die Metrologie optischer Strahlung für ipRGC-beeinflusste Antworten auf Licht.

[4] CIE 203:2012 (incl. Erratum). A Computerized Approach to Transmission and Absorption Characteristics of the Human Eye (incl. Erratum 1) https://cie.co.at/publications/computerized-approach-transmission-and-absorption-characteristics-human-eye

Der vollständige Artikel ist in unserem Facharchiv nachzulesen.