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Internetrouter Fritzbox – Brücke zwischen LAN/WLAN und DECT-Funknetz sowie programmierbare Smarthome-Zentrale (Quelle: AVM)
Gebäudeautomation | Steuerungstechnik (allg.)

Aus dem Facharchiv: Elektropraxis

Fritz-DECT – Smarthome 
mit der Fritzbox als Zentrale

26.01.2023

Im letzten Jahrzehnt hat die Technik zur Hausautomation weite Verbreitung gefunden. Dieser Trend wird mit dem englischen Begriff Smarthome umschrieben, der vielerlei Deutungen zulässt. Im Bereich des Nachrüstmarktes und bei Renovierungen haben sich auf diversen Funktechniken basierende Systeme durchgesetzt.

Die in Berlin ansässige AVM Computersysteme Vertriebs GmbH (die Abkürzung AVM steht für „Audiovisuelles Marketing“) ist ein deutscher Hersteller von Produkten aus dem Bereich der Telekommunikation und Netzwerktechnik. In aller Regel wird dieses Unternehmen in einem Atemzug mit seinem wichtigsten Produkt genannt – dem Internetrouter Fritzbox. Die Produktbezeichnung wird in der herstellereigenen Schreibweise FRITZ!Box mit einem Ausrufezeichen zwischen den Worten Fritz und Box geschrieben, wobei das Wort Fritz (als ein nicht-technischer Begriff) „augenzwinkernd“ auf deutsche Wertarbeit deuten soll. Der Begriff Fritzbox steht nicht für ein einzelnes Gerät, sondern eine ganze Gerätefamilie. Neben den verschiedenen Modellen bietet die Gesellschaft zudem WLAN-Repeater und -Sticks, Geräte zur Vernetzung mittels Powerline-Technologie sowie verschiedene auf der DECT-Funktechnik basierende Schnurlostelefone. Die eigene Kompetenz in Sachen DECT-Funktechnik nutzend, hat AVM eine Reihe von Geräten zur Hausautomation unter der Bezeichnung „FRITZ!DECT“ entwickelt. Die Technik ist sowohl im Wohnbereich als auch in kleinen Gewerbeanwendungen wie Handwerksbüros, Steuerkanzleien und Arztpraxen sinnvoll einsetzbar. Allerdings ist dabei die Anzahl der in eine Anlage integrierbaren Komponenten begren

Systemkonzept 
und Technik

Als funkbasiertes System werden für Fritz-DECT gleich zwei Funksysteme genutzt. Bei der Bedienung wird vorzugsweise auf die Verwendung von Smartphones/Tablets orientiert. Diese Geräte können per WLAN auf die als zentrale Komponente genutzte Fritzbox zugreifen. Die für Smarthome-Anlagen wichtige Sensorik und Aktorik wird über die Funktechnik DECT ULE eingebunden. Der Funkstandard zur Anbindung von Schnurlostelefonen an die jeweilige Basisstation ist DECT (Digital Enhanced Cordless Telecommunication). Mit ULE (Ultra Low Energy) wurde speziell ein Substandard geschaffen, der den im Smarthome-Bereich so wichtigen Aspekt des geringen Energieverbrauchs berücksichtigt. Fritzbox als Zentrale. Bei Fritz-DECT ist eine Fritzbox die zentrale Komponente des Systems (Bild). Das bedeutet, dieses Gerät bietet nicht nur als Router einen Übergang vom Internet zum heimischen LAN/WLAN, sondern ist zugleich auch Gateway zwischen dem LAN/WLAN und dem DECT-Netz. Darüber hinaus ist die Fritzbox die programmierbare Zentrale der Smarthome-Anlage. Ausgerüstet ist sie mit dem Betriebssystem „Fritz!OS“ – einem von AVM entwickelten Betriebssystem für Fritz-Produkte. Diese zentrale Komponente ist für die Aufstellung im Wohn- und Bürobereich geeignet. App. Mit der „MyFritz!App“1) steht eine Software zur Inbetriebnahme, Programmierung und Bedienung für iOS- und Android-Geräte zur Verfügung. Deren Benutzeroberfläche ist so gestaltet, dass auch technikaffine Endnutzer die Einrichtung einer Anlage übernehmen können. Dabei können nicht nur einzelne Aktivitäten programmiert, sondern komplexe Szenarien (hier Vorlagen genannt) vereinbart werden, wie etwa Abwesenheit, Schichtdienste, Werktage oder Sonn- und Feiertage. Auf der Webseite des Herstellers findet man dazu detaillierte Anleitungen. Die App bietet nicht nur die Möglichkeit des lokalen Zugriffs auf eine Anlage, hierüber ist auch ein Fernzugriff über das Internet möglich. Hierzu bedarf es aber eines Eingriffs in die Einstellungen des Internetrouters. Funktaster. Alternativ zur Bedienung per Smartphone/Tablet können batteriegespeiste Funktaster eingesetzt werden. Damit können einzelne Verbraucher, aber auch Gruppen von Verbrauchern gesteuert werden. Diese Taster können als mobile Bediengeräte genutzt, sowie auch fest installiert werden. Beim Einfach-Taster ist beispielsweise eine Nutzung als Panikknopf denkbar. Statt einer Taste bietet der Vierfach-Funktaster2) gleich vier Tasten und verfügt darüber hinaus über einen Temperatursensor und eine kleine Temperaturanzeige. Schaltsteckdosen. Mit der Schaltsteckdose für Innenräume können Verbraucher mit einer Leistung bis zu 2300W geschaltet werden. Da diese Geräte gleichzeitig über einen Geräuschsensor und einen Temperaturfühler verfügen, ist deren Einsatzbereich nicht nur auf die Steuerung von Verbrauchern begrenzt. Die für den Einsatz im Außenbereich geeignete Schaltsteckdose verfügt über die Schutzklasse IP44 und kann Verbraucher mit Leistungen bis zu 3 450 W (15 A) schalten. Beide Geräte ermöglichen die Messung und Aufzeichnung von Energieverbräuchen. Schaltvorgänge können manuell unmittelbar über einen Taster am Gerät, mittels Funktaster oder über Smartphone/Tablet und der entsprechenden App ausgelöst werden. Für die automatische Auslösung kann eine Zeitschaltuhr mit bis zu 140 Schaltpunkten pro Woche genutzt werden. Gleichfalls können per Sensorik erfasste Größen (z. B. Temperatur und Geräusche) zur Auslösung eines Schaltvorganges führen. Heizkörperthermostat. Das batteriebetriebene Heizkörperthermostat passt auf alle gängigen Heizungssysteme (Heimeier, Junkers, Oventrop usw.). Für seltener eingesetzte Produkte bietet die herstellereigene Wissensdatenbank Hilfestellungen bezüglich der Montage. Das Thermostat kann unmittelbar vor Ort mittels Taster eingestellt werden. Eine Wochenzeitschaltuhr erlaubt die Vereinbarung von bis zu acht Schaltpunkten pro Tag. Darüber hinaus bietet das Gerät Funktionen wie Urlaubsschaltung, Gruppenschaltung, Frostschutz-Automatik und eine konfigurierbare Fenster-offen-Erkennung. LED-Lampe. Die LED-Lampe2) für weißes und farbiges Licht ist stufenlos dimmbar und verfügt über eine E27-Fassung. Da diese Lampen sowohl einzeln als auch in Gruppen angesteuert werden können, lassen sich damit interessante Beleuchtungskonzepte realisieren. Repeater. Auftretende Reichweitenprobleme können durch den Einsatz von Repeatern gelöst werden. Die Geräte werden als Zwischenstecker angeboten und können – bei Bedarf – auch kaskadiert werden. Über diesen Weg sind sowohl Schnurlostelefone (DECT) als auch Smarthome-Geräte (DECT-ULE, kein HAN-FUN) erreichbar. Türkommunikation. Eine Türsprechanlage mit Kamera oder nur eine in der Einfahrt platzierte IP-Kamera können den Komfort und das Sicherheitsgefühl steigern. Die Mehrzahl der von AVM angebotenen DECT-Schnurlostelefone können zur Live-Bildanzeige und auch als Smarthome-Bediengeräte genutzt werden (jedoch nicht zur Inbetriebnahme oder Programmierung).

Fazit

Fritz-DECT ist ein interessantes und zeitgemäßes Smarthome-Angebot, welches sich vor allem dort geradezu aufdrängt, wo ohnehin eine Fritz-Box vorhanden ist (oder zum Einsatz kommen soll). Insbesondere 
im Bereich der Nachrüstung und Rekonstruktion ermöglicht das System daher die Realisierung technisch überschaubarer, kleiner Lösungen mit einem vergleichsweise günstigen Preis-Leistungsverhältnis. Autor: H. Möbus ___________ 1. 1) Die Fritz-App Smarthome befindet sich aktuell im Beta-Test. 2. 2) Die Produkte wurden auf der IFA 2019 präsentiert und deren Verfügbarkeit ist für 2020 avisiert. Dieser Artikel wurde unserem Facharchiv entnommen.