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Ingenieurmonitor 2023, Bild: Gorodenkoff/Shutterstock.com
Aus- und Weiterbildung | Innungen und Verbände

Arbeitsmarkt

Engpass an Ingenieuren in den Bereichen Energie- und Elektrotechnik

17.10.2023

In den kommenden Jahren wird durch Digitalisierung und Klimaschutz der Bedarf an Beschäftigten in Ingenieur- und Informatikerberufen deutlich zunehmen. Der Mangel an Ingenieuren verschlimmert sich weiter. Besonders Baden-Württemberg weist hohe Engpässe auf.

 

Im ersten Quartal 2023 erreichte die Anzahl der offenen Stellen auf dem Ingenieurarbeitsmarkt einen historischen Höchststand von rund 175.600 Stellen – ein Rekordwert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2011. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Gesamtzahl der offenen Stellen um 16 % an. Besonders in Baden-Württemberg besteht ein hoher Bedarf an Ingenieuren und Ingenieurinnen im Bereich Energie- und Elektrotechnik.

„Ein Grund ist hier sicher die zunehmende Geschwindigkeit der Energiewende“, sagt Ingo Rauhut. Schon jetzt kommen auf 100 arbeitslose Fachkräfte der Energie- und Elektrotechnik bundesweit 806 offene Stellen. In Baden-Württemberg sind es satte 1845 Stellen pro 100 Kandidaten auf eine Besetzung. Ingo Rauhut vom VDI sagt, dass vor allem die im Ländle ansässigen Fahrzeughersteller und die vielen Zulieferer der Autoindustrie enormen Einstellungsbedarf haben. „Sie müssen dringend ihre Kompetenzlücke in Sachen Elektroantrieb schließen oder ihre bereits vorhandene Belegschaft vergrößern.“

Im Zusammenhang damit unterstreicht der Arbeitsmarktexperte Axel Plünnecke vom Institut der deutschen Wirtschaft die Wichtigkeit der Integration von Frauen in technische Berufe. Zwischen Ende 2012 und Ende September 2022 stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Ingenieurinnen und Ingenieure von 778.638 auf 1.017.004 – ein Anstieg um 30,6 %.

Besonders markant war das Wachstum der Beschäftigung in den Informatikerberufen: Die Zahl der Beschäftigten stieg von 190.064 Ende 2012 auf 428.880 Ende September 2022, was einem Anstieg um 125,7 % entspricht. Der größte Zuwachs bei der Beschäftigung von Frauen in Ingenieurberufen wurde im genannten Zeitraum in Berlin verzeichnet, mit einem Anstieg von 94,8 %, gefolgt von Bayern mit einer Steigerung von 94,5 %.

Der Ingenieurmonitor wird vierteljährlich in Kooperation zwischen dem VDI Verein Deutscher Ingenieure e.V. und dem Institut der deutschen Wirtschaft e.V. veröffentlicht. Er bietet einen umfassenden Einblick in den aktuellen Status sowie die Entwicklung wichtiger Indikatoren für den Arbeitsmarkt in den Berufen des Ingenieurwesens und der Informatik.