Aus dem Facharchiv: Elektropraxis
Das optimale Heimnetzwerk
Ein stabiles Heimnetzwerk ist heute unverzichtbar. Immer mehr Menschen arbeiten im Homeoffice, gamen, streamen Filme und Musik. Auch immer mehr Haushaltstechnik wird übers Netz gesteuert. Beim Gang in den Feierabend werden längst per Smartphone die Heizung eingeschaltet oder die Spülmaschine gestartet. Dafür muss das Netzwerk zu Hause überall eine hohe Bandbreite, Signalstärke und Stabilität bieten.
Wenn das WLAN-Signal zu schwach ist, wird oftmals eine Störung am Anschluss vermutet, die jedoch nicht vorliegt. Damit jede Ecke der Wohnung mit einem starken Signal versorgt wird, helfen gezielte Maßnahmen wie Kabellegung, Repeater und eine WLAN-Optimierung nach Maß.
Gutes WLAN zuhause hat für die Deutschen einen hohen Stellenwert. Das ergab eine Verbraucher-Umfrage der Telekom im Jahr 2022: 39 % der mehr als 34 000 Befragten würden eher auf ihr Auto als auf ihr WLAN verzichten [1]. Der Einsatz eines LAN-Kabels ist für schnelles Internet immer noch am leistungsfähigsten – und etwa für Computer oder TV-Geräte durchaus sinnvoll. Wer etwas um- oder neu baut, sollte daher in jedem Raum an LAN-Kabel und -Buchsen denken. Doch aus ästhetischen Gründen, wegen des vermeidbaren Kabelsalats, werden zunehmend drahtlose Verbindungsvarianten bevorzugt.
Schnellere Internetverbindung per Glasfaser
Da immer mehr Systeme per WLAN vernetzt werden, ist neben der korrekten Installation die Einrichtung des Funknetzwerkes besonders wichtig. Es gilt: Je mehr Geräte an einem Heimnetzwerk angeschlossen sind und auf datenintensive Inhalte zugreifen, desto leistungsfähiger muss der Internetanschluss sein. So braucht es etwa zum reibungslosen TV-Streaming in Ultra High Definition (UHD) eine Bandbreite von mindestens 50 Mbit/s. Greifen zur selben Zeit weitere Anwendungen auf das Netz zu, sind schon 100 oder besser 250 Mbit/s notwendig. Die beste Wahl für schnelle Internetverbindungen sind statt DSL- oder Kabel- mittlerweile Glasfaseranschlüsse.
Diese, auch Fiber-to-the-home (FTTH) genannt, ermöglichen hohe Übertragungsraten von bis zu 1 000 Mbit/s (Download) bzw. bis zu 200 Mbit/s (Upload). Ein weiterer Faktor: Bei Kabelanschlüssen müssen sich Nutzer die Bandbreite häufig mit Nachbarn im Haus teilen, man spricht von einem „Shared Medium“. Glasfaser stellt die bestellte Bandbreite exklusiv beim jeweiligen Anwender bereit. Allein die Telekom versorgt jährlich ca. 2 Millionen neue FTTH-Haushalte. Bis Ende 2024 werden es somit schon 10 Millionen Haushalte sein, die über einen eigenen Glasfaseranschluss verfügen [2].
An Verkabelung denken
Damit die Bits in Haus- oder Wohnungsräumen dort ankommen, wo sie hinsollen, braucht es möglichst überall ein leistungsstarkes WLAN. Eine gestörte Verbindung mit anschließender erfolgloser Fehlersuche kann mit defekten „Steigkabeln“ oder alten Kabeln im Gebäude zusammenhängen. Am Abschlusspunkt Linientechnik (APL) oder Hausverteiler endet das Verzweigungskabel, das vom Straßenrand kommt. Die APL-Dose ist meistens im Keller oder Erdgeschoss des Gebäudes, manchmal auch an der Außenwand installiert. Im Rahmen von Teilsanierungen oder Renovierungen kann sich ein Austausch der mitunter in einem schlechten technischen Zustand befindlichen jahrzehntealten Dose rentieren.
Autor: Dr. Ferri Abolhassan
Literatur
[1] Presseportal: Aktuelle Umfrage zeigt: WLAN ist vielen Deutschen wichtiger als ihr Auto. Telekom, 2022. Onlineverweis: https://www.presseportal.de/pm/9077/5326972, Abruf: 20.04.2023
[2] Kessing, M.: Telekom macht noch mehr Tempo beim Glasfaser-Ausbau. Telekom, 2022. Onlineverweis: https://www.telekom.com/de/medien/medieninformationen/detail/telekom-macht-noch-mehr-tempo-beim-glasfaser-ausbau-1022640 Abruf: 20.04.2023
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