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Installationstechnik | Kabel und Leitungen

Aus dem Facharchiv: Elektropraxis

Crimpen

09.11.2023

Crimpen ist eine ausgereifte und bewährte Technik zum Konfektionieren von Leitern. Mit dem richtigen Werkzeug lässt sich eine sehr zuverlässige Verbindung zwischen dem Leiter und dem Kontakt, beispielsweise dem einer Reihenklemme herstellen.

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Moderne Anschlusstechniken haben die Vorbehandlung von Leitern in vielen Fällen überflüssig gemacht. So eignen sich Push-in- und die Zugfeder-Anschlüsse für alle Leiterarten von eindrähtig bis feindrähtig. Trotzdem hat das Crimpen noch seine Berechtigung und wird von vielen Anwendern auch explizit gefordert. Einschlägige Normen empfehlen, dass die Werkzeuge und die Crimpkontakte des gleichen Herstellers verwendet werden sollten. Dafür gibt es sowohl ein breites Sortiment an Crimpwerkzeugen als auch die unterschiedlichsten Aderendhülsen.

Dass das richtige Material entscheidend ist für die Güte einer Verbindung, das kann nicht genügend betont werden. Denn fehlerhafte Crimpverbindungen können mehr Schaden anrichten als ein unbehandelter Leiter. Es lohnt sich also, das Verfahren genau zu betrachten.

Verfahren und Vorteile

Crimpen bezeichnet das Erstellen einer homogenen, nicht lösbaren Verbindung zwischen Leiter und Verbindungselement. Das Verfahren gewährleistet eine sichere Verbindung zwischen Leiter und Kontakt und hat andere Methoden, wie die des Lötens weitestgehend abgelöst.

Wesentliche Anforderungen an Crimpverbindungen sind in der Norm DIN EN 60352-2 [1] definiert. Sie beschreibt auch einige Vorteile dieser Technik:

  • Crimpverbindungen lassen sich sowohl maschinell als auch mit einem Hand-Crimpwerkzeug erstellen. Dadurch eignet sich das Verfahren für die Einzelfertigung genauso wie für die Großserie.

  • Alle Nachteile des Lötens, wie Hitzeschäden, Verhärten des Leiters, Lötmitteldämpfe oder kalte Lötstellen werden vermieden.

  • Durch reproduzierbare, elektrische und mechanische Werte sowie eine leichte Fertigungsüberwachung lässt sich eine gleichbleibend hohe Qualität der Verbindung sicherstellen.

Kurz. Die Technik ist einfach zu handhaben und zuverlässig. Aber machen die neuen Anschlusstechniken eine Vorbehandlung des Leiters überflüssig?

Wann das Crimpen Mittel der Wahl ist

Zum Crimpen eignen sich mehrere Leiterarten. Natürlich gibt es auch für diese eine Norm, die DIN EN 60228 (VDE 0295) [2]. Sie unterteilt die Leiter in verschiedene Leiterklassen. Zum Crimpen eignen sich die Klassen 2, 5 und 6, d. h. mehrdrähtige, feindrähtige und feinstdrähtige Leiter. Crimpen ist vor allem dann das Mittel der Wahl, wenn derartige Leiter wiederlösbar angeschlossen werden sollen. Diese könnten auch ohne Crimpen mit der richtigen Anschlusstechnik angeschlossen werden, es gibt aber viele Anwendungen, in denen dies an den Verhältnissen vor Ort scheitert. Beispielsweise bei einem schlecht zugänglichen Anschluss, wie einem maschinennah montierten Anschlusskasten. Stößt einmal der Leiter am Klemmengehäuse an, büschelt das abisolierte Ende des Leiters auf, einzelne Adern werden verbogen oder brechen. Auch wenn ein Ersatzteil vorverdrahtet und anschlussfertig gelagert wird, können abisolierte Leiterenden leicht Schaden nehmen. Muss ein Leiter zu Prüfzwecken turnusmäßig abgeklemmt und wieder angeschlossen werden, geht es ohne Konfektionierung nicht.

Es gilt, dass Crimpen die Flexibilität des feindrähtigen Leiters mit der Robustheit eines massiven Kupferdrahtes vereint. Voraussetzung dabei ist, dass das Werkzeug, der Leiter und der jeweilige Crimpkontakt aufeinander abgestimmt sind. Diese Komponenten werden in den folgenden Abschnitten näher beleuchtet. Der Fokus liegt dabei auf Crimpverbindungen, die mittels Handwerkzeugen hergestellt werden.

Die richtige Aderendhülse


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