Aus dem Facharchiv: Elektropraxis
Blitzschutzmaßnahmen – Schutzkonzept für eine Haupt-Feuerwache
In Krefeld wurde im Rahmen eines ÖPP-Verfahrens eine neue Haupt-Feuerwache mit integrierter Leitstelle fertiggestellt. Aufgrund der vom Betreiber geforderten hohen Verfügbarkeit ergaben sich für die Blitzschutzmaßnahmen besondere Anforderungen.
Gemäß Risikoabschätzung wurden zwei Schutzbereiche definiert: Für zentrale Technikbereiche und die Leitstelle wurde die Blitzschutzklasse I (BSK) und für alle anderen Bereiche die BSK III ermittelt (Bild 2).
Blitzschutzmaßnahmen
Schutzkonzept
Ausgehend von den technischen Vorgaben bezüglich der Verfügbarkeit und den daraus resultierenden normativen Vorgaben wurde folgendes Schutzkonzept realisiert:
- Erdungsanlage nach DIN 18014 bestehend aus einem
o vermaschten Ringerder 10 x 10 m aus Flachband 30 x 3,5mm, V4A, Werkstoff-Nr. 1.4571, unterhalb der Fundamentplatte und einem
o Funktionspotentialausgleichsleiter in der Ebene + 0 m aus verzinktem Flachband 30 x 3,5 mm, Maschenweite 10 x 10 m.
Ringerder und Funktionspotentialausgleichsleiter wurden im Abstand der Ableitungen (Abstand 10 m) miteinander verbunden.
- Zusätzliche vermaschte Funktionspotentialausgleichsleiter in den Geschossdecken und in der Dachgeschossdecke, Maschenweite 10 x 10 m (Bild 3). Gemäß DIN 18014 wurden die Leiter mit der Bewehrung im Abstand von 2 m verbunden. Im Bereich der Leitstelle und der Technikbereiche wurde eine Maschenweite von 5 x 5 m realisiert.
- Ableitungssystem aus einbetonierten Ableitungen für den Bereich von Fertigbetonstützen und Verlegung von Ableitungen in bewehrte Ortbetonwände analog zur DIN 18014.
- Schutz der Antennenträger durch getrennte Fangeinrichtungen und Ableitung möglicher Blitzströme über hochspannungsfeste isolierte Ableitungen direkt auf kurzem Weg in das konventionelle Ableitungssystem.
- Anordnung von Blitzschutzleitungen auf der Dachfläche, die im Wesentlichen die Funktion von Verbindungsleitungen haben. Es wurde darauf geachtet, dass eine frühzeitige Stromaufteilung erfolgt.
- Verbindung der Klimazentrale mit dem Funktionspotentialausgleichsleiter der Dachebene. Die Klimazentrale besteht aus einer Stahlkonstruktion und einer Verkleidung mit Fassadenblech.
- Anordnung von teilisolierten Fangstangen unter Einhaltung der erforderlichen Trennungsabstände.
- Anordnung von Fangspitzen an den Attikablechen, einschließlich der leitenden Verbindungen untereinander.
- Leitstelle: Zusätzlicher vermaschter Funktions-Potentialausgleich gemäß DIN VDE 0800-174-2 unterhalb des aufgeständerten Bodens in der Leitstelle
Bei der Realisierung der zuvor beschriebenen Maßnahmen haben sich insbesondere die Vorgaben aus der DIN 18014 bewährt. Die terminliche Abstimmung und die Zusammenarbeit mit der Baufirma waren unproblematisch. Die nach DIN 18014 geforderte Fotodokumentation war schon aus abrechnungstechnischen Gründen unerlässlich.
Autor: J. Wettingfeld
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