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Licht- und Beleuchtungstechnik | Fortbildung | Elektrotechnik

Zehn Jahre lichttechnische Dienstleistungen im DIAL

ep9/1999, 1 Seite

Zu seinem zehnjährigen Jubiläum lud das Deutsche Institut für Angewandte Lichttechnik (DIAL) zu einem Tag der offenen Tür. Der Blick hinter die Kulissen ermöglichte einen intensiven Einblick in die Arbeitsweise des Instituts.


keit zu bewerten. Das heißt, bei ausreichendem natürlichen Licht schaltet das Gerät die künstliche Beleuchtung trotz Bewegung kurzerhand wieder aus. Diese Eigenschaft reduziert den Energieverbrauch im Gegensatz zu normalen Bewegungsmeldern nochmals um einen beträchtlichen Anteil. Da der Präsenzmelder beispielsweise in Büroräumen auf die Anwesenheit eines Menschen am Arbeitsplatz reagieren soll, ist die Erfassungsempfindlichkeit um ein vielfaches höher als bei konventionellen Bewegungsmeldern. Das Gerät besitzt ca. sieben mal mehr Schaltsegmente pro Quadratmeter Überwachungsbereich. Darüber hinaus mißt der im Präsenzmelder integrierte Lichtfühler stetig die Umgebungshelligkeit und vergleicht sie mit der am Gerät eingestellten Helligkeitsschwelle (Bild , Punkt C). Solange das Gerät keine Bewegung registriert, schaltet ein erster Kanal die Beleuchtung nicht ein (A). Bei Helligkeiten unterhalb der Schwelle bewirkt eine Bewegung im Raum das Einschalten des Kanals (B). Der Präsenzmelder mißt erneut die Umgebungshelligkeit, wobei sich durch die künstliche Beleuchtung eine Helligkeitsdifferenz ergibt. Der Melder addiert diese Differenz auf den fest eingestellten Schwellwert. Es entsteht eine neue Helligkeitsschwelle (D), die ständig mit der Umgebungshelligkeit verglichen wird. Steigt die Umgebungshelligkeit über diese neu berechnete Schwelle, schaltet der Präsenzmelder auch trotz registrierter Bewegungen die Beleuchtung aus (E). 4 Ausführungsbeispiel Ein Ausführungsbeispiel für einen derartigen Präsenzmelder zeigt Bild a. Er verfügt über zwei voneinander unabhängige Relaisausgänge. Kanal 1 schaltet helligkeits- und bewegungsabhängig die Beleuchtung. Lediglich bewegungsabhängig steuert Kanal 2 entweder Alarm, Lüftung oder die Heizung. Da für die zuletzt genannten Anwendungen eine geringere Empfindlichkeit notwendig ist, reagiert dieser Kanal mit erhöhter Fehlalarmsicherheit. Zum Unterschied ist in Bild b ein konventioneller Bewegungsmelder abgebildet. Der Bewegungsmelder schaltet Lasten bis 16 A bei 230 V AC, also z.B. Glühlampen bis 3000 W. An den Kanal 1 des Präsenzmelders können Leuchten bis zu 1000 VA (5 A, 230 V AC, cos 0,6) angeschlossen werden. Kanal 2 ist bis zu 1000 W belastbar. Zur Eigenversorgung der Melder werden bei 230 V AC Leistungen im mW-Bereich benötigt. U.Willuweit Elektropraktiker, Berlin 53 (1999) 9 835 Report Herstellerunabhängiges Kompetenz-Zentrum Im März 1989 wurde das DIAL in Lüdenscheid von einigen mittelständischen Unternehmen gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer und der Sparkasse gegründet. Im Entwicklungs-und Gründer-Centrum EGC von Lüdenscheid (Bild ) fand es ideale Bedingungen für seine Tätigkeit. Schrittweise wurden Meßtechnik und Labor-Kapazität für die Lichttechnik ausgebaut (ep 9/93, S.739). Heute ist das DIAL, getragen von einem Förderverein, ein anerkanntes branchenbezogenes und herstellerunabhängiges Kompetenz-Zentrum zur Umsetzung aktueller Entwicklungsergebnisse in die Anwender-Praxis. Generell gehört die Vermittlung des technischen Standes durch Seminare und Schulungen zu den Stärken des DIAL. Dabei geht es vor allem um Kenntnisse und Fähigkeiten für Lichtplaner. Lichttechnik im Prüflabor Im lichttechnischen Experimentallabor können Beleuchtungsanlagen für Innenraumbereiche erprobt und in ihrer visuellen Wirkung gemessen und gewertet werden. Im Meßlabor (Schwarzes Labor) werden Lampen und Leuchten photometrisch präzise gemessen (Bild ). Im Oktober 1998 erhielt das DIAL das Audit für die Akkreditierung als neutrales Prüflabor nach EN 45001. Damit wurde es zum ersten offiziell akkreditierten herstellerunabhängigen Labor zur Messung lichttechnischer Produkte. Anspruch und Gründungsziel wurden bestätigt: das DIAL kann Leuchtenherstellern, die den Aufwand für eine hochwertige, besonders aufwendige Meßtechnik selbst nicht treiben wollen oder können, zuverlässige Präzisionsmessungen ihrer Produkte liefern. Zu den aufwendigeren Meßeinrichtungen gehören größere Ulbricht-Kugeln (Bild ) sowie ein Drehspiegel-Goniophotometer zur Messung der Lichtstärkeverteilung von Leuchten. Software-Entwicklung Mit der Software für Beleuchtungsplanung DIALux stellte DI-AL vor drei Jahren ein hochwertiges Programmpaket zur Verfügung, das inzwischen von etwa 5000 Anwendern genutzt wird. Gegenwärtig wird es als Version 1.11 für Innenbeleuchtung und als Version Ext 1.0.1 für Außenbeleuchtung eingesetzt. Seit kurzem wird die Software kostenlos abgegeben, und gleichzeitig wurde die Eulumdat-Schnittstelle geöffnet (ep 3/99, S.187). Die neue Version DIALux 2.0 bietet wesentliche Vereinfachungen. Dadurch werden Geschwindigkeit, Kapazität und Möglichkeiten drastisch erhöht. Gleichzeitig wird die neue Version noch stärker als bisher mit der Visualisierung arbeiten. Leuchten werden nicht nur mit ihrer lichttechnischen Wirkung, sondern auch mit Bauform und Design dreh- und schwenkbar sichtbar sein. Die Leuchtdichteverhältnisse zeigt die neue Software auf einer virtuellen Arbeitsebene im Raum mit Falschfarben. Die neue Version wird mit dem Zugriff auf die Datenbanken der 15 Leuchtenhersteller in der bisherigen Form arbeiten. Licht- und Gebäudetechnik Zu einem Arbeitsschwerpunkt wurde die Integration von Licht-und Gebäudetechnik mit der EIB-Bus-Technik bzw. instabus entwickelt, inzwischen auch über Powerline und Funk. Das DIAL ist seit Jahren als Prüfstelle von der EIBA nach DIN EN 45001 akkreditiert und vermittelt Können und Wissen in praktikumsgeprägten Seminarkursen. J.Wolff Zehn Jahre lichttechnische Dienstleistungen im DIAL Zu seinem zehnjährigen Jubiläum lud das Deutsche Institut für Angewandte Lichttechnik (DIAL) zu einem Tag der offenen Tür. Der Blick hinter die Kulissen ermöglichte einen intensiven Einblick in die Arbeitsweise des Instituts. Das DIAL schreibt als eine von wenigen selbständigen Einrichtungen seiner Art in Deutschland schwarze Zahlen Mit der photometrischen Kugel (Ulbricht-Kugel) wird der Lichtstrom präzise gemessen Fotos: DIAL

Autor
  • J. Wolff
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