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Elektrotechnik | Regenerative/Alternative Energien | Veranstaltung

Vernetzte Energiewelt

Trends und Neuheiten auf der Intersolar Europe 2016
ep6/2016, 6 Seiten

Vom 22. bis 24. Juni 2016 findet in München die Intersolar Europe statt. Dem Fortgang der Energiewende entsprechend haben sich Trends entwickelt, die an den gezeigten Produkten abzulesen sind.


Branche Aktuell www.elektropraktiker.de | Juni 2016 | ep Photovoltaik Messevorschau Vernetzte Energiewelt Trends und Neuheiten auf der Intersolar Europe 2016 Vom 22. bis 24. Juni 2016 findet in München die Intersolar Europe statt. Dem Fortgang der Energiewende entsprechend haben sich Trends entwickelt, die an den gezeigten Produkten abzulesen sind. Die Intersolar Europe ist nach Angaben des Veranstalters Solar Promotion die weltweit führende Fachmesse für die Solarwirtschaft. Erwartet werden mehr als 1000 Aussteller und 40000 Besucher aus 165 Ländern. Die Messe konzentriert sich auf die Bereiche Photovoltaik, PV-Produktionstechnik, Energie speichersysteme und regenerative Wärme. Parallel zur Intersolar Europe findet erneut die ees Europe statt, eine Fachmesse für Batterien und Energiespeichersysteme. Auf dem östlichen Gelände gibt es außerdem vom 21. bis 24.06.2016 die Automatica, die sich mit Automatisierungstechnik und Mechatronik befasst (Bild 1). Eine Eintrittskarte berechtigt zum Besuch aller drei Messen. Elementare Trends Trotz der großen Vielfalt der gezeigten Produkte, Systeme und Lösungen sind deutlich einige elementare Trends zu erkennen. Einer davon ist das Entwickeln von Lösungen zur notwendigen Integration von alternativen Erzeugungs-und Verbrauchsanlagen in bestehende Netze, der zweite geht in Richtung Vollversorgung von Eigenheimen mit PV-Strom. Die Kopplung von Strom und Wärme in Form von Kombinationen aus Solar-Kollektoranlagen plus BHKWs (Brennstoffzellen) oder Wärmepumpen bildet einen weiteren Schwerpunkt. Netzintegration. Die Vernetzung von Erzeugung, Lieferung und Verbrauch ist für die Energiewende fundamental. „Millionen von Verbrauchern, die Strom nicht nur aus dem Netz beziehen, sondern selbst erzeugen - so wird die Energiewelt von morgen funktionieren“, schreibt dazu der Veranstalter. Neue Großspeicher und eine intelligente Infrastruktur sollen helfen, schnell und ohne Unterbrechung auf unterschiedliche Erzeugungs- und Verbrauchssituationen zu reagieren und erneuerbare Energien sicher in das bestehende Netz einzubinden. Benötigt wird dafür die Digitalisierung aller beteiligten Systeme und Regelungskomponenten sowie die Entwicklung der notwendigen Software. Eigenverbrauch im Eigenheim. Auch das Thema Eigenverbrauch im Eigenheim wird wie schon in den Jahren zuvor einen Schwerpunkt der Messe bilden. „Die im letzten Jahr um ein Viertel gesunkenen Preise für Solarstromspeicher sowie die Finanzierung von PV-Anlagen mit Batteriespeichern über zinsgünstige Darlehen und Tilgungszuschüsse der KfW-Bank (bis zu 25 %) sprechen dafür“, so verlautet aus dem Messe-Management, „dass künftig immer mehr Besitzer von PV-Anlagen auch Batteriespeicher installieren werden, um den Eigenverbrauch zu erhöhen.“ Marktforscher sehen Deutschland und Europa in diesem Bereich als Vorreiter. EuPD Research zum Beispiel erwartet in Europa bis 2020 ein Wachstum des Installationsvolumens für private PV-Speicher um das Fünffache, wovon bis 2017 der Großteil auf Deutschland entfallen wird. Koppelung von Strom und Wärme. Einen weiteren Schwerpunkt bilden Anlagen und Lösungen aus dem Bereich der Solarthermie. Dazu zählen nicht nur Kollektoranlagen zur Unterstützung von Heizungssystemen und Trinkwasserversorgungen, sondern auch Wärmepumpen, die in Zukunft als Koppelelement zwischen Strom- und Wärmemarkt dienen können. „Wir nehmen positiv wahr, dass ein Begriff wie ,Wärmepumpe als Koppelelement` mittlerweile hoffähig ist“, betont Paul Waning, Vorstandvorsitzender des Bundesverbandes Wärmepumpen (bwp). „Er ist für uns ein Seismograf, der uns den Stellenwert der Stromnutzung im Wärmemarkt anzeigt.“ Das Thema Wärme sei erfreulicherweise in der Prioritätenliste der Bundesregierung nach oben gerückt, ergänzt bwp-Politikreferent Michael Koch. Man sei dort wohl zu der Erkenntnis gelangt, dass es ohne Nutzung von Strom im Wärmemarkt schlicht und einfach nicht geht. Strom und Wärme finden auch bei BZ-Heizgeräten zusammen, die nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung sowohl elektrische als auch thermische Energie liefern. Aus den oben genannten Schwerpunkten und weiteren solartechnischen Bereichen haben wir für diesen Vorbericht zur Intersolar Europe einige Produkte ausgesucht und die Hersteller gebeten, uns dazu die entsprechenden Informationen zu liefern. Viele sind unserer Bitte nachgekommen, einige hielten sich bedeckt, wohl weil sie das Fachpublikum auf der Messe mit ihren Produktneuheiten überraschen wollen. Module und Wechselrichter IBC Solar (Stand A2.290) zählt sich zu den weltweit führenden Systemhäusern für Photovoltaik und Energiespeicher. Aus dem Angebot des Solarpioniers aus Bad Staffelstein soll uns hier das neue Modul IBC Mono Sol CS4 Smart (Bild 2) interessieren. Es enthält nach Angaben des Unternehmens einen integrierten Leistungsoptimierer und wird in diesem Jahr auf der Intersolar erstmals präsentiert. Mithilfe der Technologie von Tigo könne die Energieerzeugung eines PV-Systems optimiert werden, 1 Hallenbelegung von Intersolar, ees und Automatica auf dem Münchner Messegelände Quelle: Solar Promotion/ep Branche aktuell ep Photovoltaik | Juni 2016 | www.elektropraktiker.de Messevorschau beispielsweise wenn eine Anlage durch Verschattungen hinter ihrer optimalen Leistungsfähigkeit zurückbleibe, versichert das Unternehmen. Und weiter: „Das IBC Mono Sol CS4 Smart übernimmt das Monitoring und kann zusätzlich mittels eines PV-Safe-Buttons einzeln abgeschaltet werden.“ Dass die Dünnschichttechnologie immer noch ihre Daseinsberechtigung am Solarmarkt hat, obwohl ihr schon häufig Bedeutungslosigkeit vorhergesagt wurde, beweist Avancis (Stand A3.480), eine Tochter der chinesischen National Building Materials Group Corporation (CNBM). Das Unternehmen entwickelt und produziert Dünnschichtmodule auf Basis von Kupferindiumdiselenid-Verbindungen, also CIS-Module (Copper-Indium-Selenide). Der innovative Herstellungsprozess basiere auf der CIS-Technologie der dritten Generation, die in den eigenen R&D-Abteilungen in München und Torgau entwickelt und in den Produktionsstätten in Torgau umgesetzt werde, schreibt das Unternehmen in ihrem Profil zur Intersolar. Und weiter: „Die hohen Qualitätsansprüche sowie die langjährige Expertise in der Beschichtung und Wärmebehandlung von Glas prägen die Engineering-, Effizienz- und Designstandards des Dünnschichtpioniers.“ Auf der Münchener Messe wird das Unternehmen u. a. sein Power Max-Modul für Frei-und Aufdachanlagen vorstellen. Die Fa. PA-ID - Automation & Vermarktung (Stand B2.138) wird in München ihr neues Produkt Syspro-2Power präsentieren. Dabei handelt es sich um ein Komplettenergie system zur Erzeugung von elektrischer und thermischer Energie mit einem gebäudeintegriertem Wärmespeicher. Vor allem bei Fertig hausherstellern renne man damit zurzeit offene Türen ein, teilt das Unternehmen mit. Basis sind laut Beschreibung massive Thermowände mit Kerndämmung, die das Gebäude gegen Kälte, Hitze und Lärm isolieren. Dabei sind auch Dämmwerte realisierbar, die über dem Passivhausstandard liegen. Rohrregister in der Kelleraußenschale, in der Fassade und in den Betondecken nutzen Wärme aus der jeweiligen Umgebung zum Heizen und zum Kühlen. Andreas Schlumberger von Kaco new energy (Stand B3.230) schreibt uns, sein Unternehmen zähle noch immer zu den wenigen Wechselrichterherstellern, die für jede Anlagengröße eine passende Lösung bieten können, getreu dem Firmenmotto „Volles Programm“. Auf der Intersolar Europe werde man Geräte von der 250-W- bis in die MW-Klasse zeigen können. Als Beispiele nennt der Leiter der Kommunikationsabteilung den neuen dreiphasigen Stringwechselrichter blueplanet 8.6 TL3, der speziell für den französischen Markt entwickelt worden sei, ferner die blueplanets 10.0 TL3 und 20.0 TL3 INT, angesiedelt an der Schnittstelle zwischen Commercial- und Utility-Anwendungen. Neu ist auch der Zentralwechselrichter blueplanet 2200 TL3: Das Gerät sei in einer Indoor- und einer Outdoor-Version lieferbar, auf Wunsch auch im Container als 2,2-MVA- oder sogar als 4,4-MVA-Station, wie Schlumberger betont. Kaco wird auf der Messe zudem den bidirektionalen Batteriewechselrichter blueplanet gridsave 1000 TL3 vorstellen, eine Speicherlösung der MW-Klasse. Details dazu will das Unternehmen noch rechtzeitig zur Messe bekannt geben. Fronius International (Stand B3.310) aus Wels in Österreich verweist in ihrer Pressemitteilung auf die essentielle Notwendigkeit der deutschen Energiewende, Strom aus erneuerbaren Energien effizient und intelligent zu erzeugen, zu speichern, zu verteilen und zu verbrauchen. Man wolle auf der Intersolar Europe die dazu passenden Lösungen zeigen. Ein intelligentes Management der Energieflüsse bedeute eine Vielzahl an Vorteilen für den Kunden, schreibt Andrea Schartner. Dafür habe Fronius speziell die Multi-Flow-Technology entwickelt. Zu sehen sein wird auf dem Messestand u. a. der Wechselrichter Fronius Symo Hybrid, der laut Schartner alle Funktio nen integriert, um jederzeit zu einer umfassen den Speicherlösung ausgebaut werden zu können. Die Kapazität des Speichers werde dann individuell an den Stromverbrauch des Anlagenbesitzers angepasst und sei jederzeit erweiterbar. Das System lasse sich zudem ganz einfach in ein bestehendes PV-System integrieren, auch bei kleinen Windrädern oder Blockheizkraftwerken sei eine nachträgliche Integration problemlos möglich. Kostal Solar Electric (Stand B3.130) wird im Dezember dieses Jahres zehn Jahre alt, wie uns Markus Vetter mitteilte. Deshalb präsentiere man auf der Intersolar 2016 die zahl reichen Produktinnovationen sowie Aktionen unter dem Jubiläumsmotto „Verbinden“. Selbstverständlich liege auch in diesem Jahr ein Hauptaugenmerk auf dem innovativen Piko BA System Li und seinen Anwendungsmöglichkeiten, wie Vetter verrät. „Zusammen mit Schneider Electric wird in einem Anwendungsbeispiel gezeigt, wie die neuen Trends im Bereich Smart Home mit dem Piko BA System heute schon gelebt werden können.“ Die Neuheiten in Kürze: Die Funktion Smart optimization wurde verbessert, sodass sich auch bei Teilverschattung der PV-Anlage ein Maximum an Ertrag erwirtschaften lässt, ferner wurde die Funktion Smart energy control erweitert. Damit soll den Endkunden zukünftig die Möglichkeit geboten werden, die Batte rieladezyklen dem Stromverbrauch ihres Haushalts anzupassen. Das Unternehmen aus Hagen ist auf der Messe aber nicht nur mit Speichersystemen vertreten, sondern natürlich auch mit seinen Piko-Wechselrichtern. Quelle: IBC Solar 2 Modul Mono Sol CS4 Smart 3 Energiespeicher von Mercedes Benz kombiniert mit dem Flexible Storage System für einen optimalen Eigenverbrauch von PV-Strom Quelle: SMA Branche Aktuell www.elektropraktiker.de | Juni 2016 | ep Photovoltaik Messevorschau Dabei komme der Kommunikation des Wechselrichters mit den Endkunden sowie Verbrauchern laut Vetter im Haushalt große Bedeutung zu. Im Mittelpunkt des diesjährigen Messeauftritts der SMA Solar Technology (Stand B3.210) steht nach eigenen Angaben „die Reduzierung der Energiekosten für alle Anwender - von privaten Anlagen über gewerbliche Photovoltaiksysteme bis hin zu PV-Großkraftwerken.“ Neben intelligenten Energiemanagement- und Speicherlösungen zur Optimierung des Eigenverbrauchs von Strom (Bild 3) stelle man zukunftsweisende Datenservices für die Energieversorgungsbranche vor. Ein Highlight am SMA Stand sei der neue Sunny Boy Storage. „Der innovative Batteriewechselrichter ermöglicht erstmals die einfache und effiziente Einbindung von Hochvoltspeichern wie der Tesla Powerwall in neue und bestehende Photovoltaikanlagen“, berichtet SMA in einer Pressemitteilung. Ferner zeigt das Unternehmen im Großan lagenbereich als erster Hersteller eine schlüsselfertige Mittelspannungslösung mit 5 MW Wechselrichterleistung für 1500 V-PV-Kraftwerke. Software für die Energiewende „Einfach einfacher“ soll in Zukunft die Eigenstromnutzung vonstatten gehen, verspricht die Solare Datensysteme Gmb H (Stand B2.330). Sie wolle dafür ihren Kunden und Interessenten auf der Intersolar in München ihr Energie-Management-System Solar Log (Bild 4) zeigen, das man mit einer neuen Firmware ausgestattet habe. „Die Firmware beinhaltet unter anderem eine Überschusssteuerung. Damit kann der Anlagenbetreiber einen prozentualen Teil der erzeugten PV-Leistung ins öffentliche Stromnetz einspeisen und die restliche Energie für den Eigenverbrauch nutzen“, schreibt das Unternehmen in einer Messevorschau. Betreibern, die zum Beispiel die Einspeisung auf 70 % begrenzt haben, könnten so den gesamten PV-Strom nutzen. Dank der frei definierbaren Priorisierung lasse sich dieser zudem flexibel einsetzen. Dabei bestimme der Anlagenbetreiber, in welcher Reihenfolge die integrierten Verbraucher und Erzeuger geschaltet werden. Er könne so zum Beispiel festlegen, ob mit dem überschüssigen PV-Strom zuerst Warmwasser generiert oder primär die Klimaanlage bedient werde. Die Berliner Softwareschmiede Valentin (Stand A3.395) ihre Planungssoftware T*SOL 2016 und PV*SOL premium 2016 vorstellen, die sie überarbeitet und den technischen Entwicklungen angepasst hat. „Mit den neuen Versionen können Planer und Betreiber ihre Solaranlagen jetzt noch schneller auslegen, präzise Ertragsberechnungen simulieren und damit auch genaue Wirtschaftlichkeitsberechnungen unter Berücksichtigung staatlicher Fördermaßnahmen durchführen“, teilt das Unternehmen mit. Die Version PV*SOL premium 2016 biete zum Beispiel die Möglichkeit, so heißt es weiter, Grundrisspläne, Flurpläne und Screenshots aus webbasierten Satellitenkarten direkt in die 3D-Visualisierung einzulesen und damit maßstabsgerecht in ein Projekt zu integrieren (Bild 5). „Mit dieser Innovation ist es uns gelungen, unseren Kunden eine erhebliche Zeitersparnis bei der Planung einer PV-Anlage zu ermöglichen“ erklärt Geschäftsführer Steffen Lindemann. Intelligent planen, präzise dokumentieren - unter diesem Motto wird der Softwareher steller Data Design System (Stand B3.555) mit DDS-CAD 11 (Bild 6) eine umfassende Softwarelösung für die effiziente Planung von Solaranlagen inklusive Dokumentation zeigen. Wie das Unternehmen mitteilte, gibt das Messeteam den Besuchern auch einen Ausblick auf die im Spätsommer 2016 erwartete Version 12. Mit ihr werden sich beispielsweise PV-Module in korrektem Abstand zu einer Referenz platzieren lassen, wobei diese sich bei Änderungen des Bezugspunktes selbstständig anpassen. Zusätzlich wird der Nutzer, wie die Presseabteilung verrät, mit dem verbesserten Reportmanager und dem übersichtlicheren Viewer stets alle gewünschten Informationen im Blick haben und sie noch benutzerfreundlicher ausgeben können. Quelle: Solar Log 4 Darstellung von Ertragsdaten und Energieflüssen 5 Visualiserung mit webbasierten Satellitenkarten Quelle: Valentin Quelle: DDS 6 Softwarepaket DDS-CAD Quelle: Weidmüller 7 „WM4 Photovoltaik“ als Feld- und Gerätesteckverbinder Branche aktuell ep Photovoltaik | Juni 2016 | www.elektropraktiker.de Messevorschau Verbindungstechnik und Wartung Let's connect - so der Slogan der Firma Weidmüller (Stand B3.102). Das Unternehmen aus Detmold steht für elektrische Verbindungen, Übertragungen und Wandlungen von Energie, Signalen und Daten. Auf der Intersolar präsentiert Weidmüller seinen neuen Steckverbinder „WM4 Photovoltaik“ (Bild 7). Diesen Steckverbinder für den schnellen und sicheren Anschluss in Photovoltaikanlagen werde es in zwei Varianten geben: als Feld- und als Gerätesteckverbinder, berichtet Fachpressereferent Horst Kalla. Weitere Merkmale: Der WM4 entspricht der Norm DIN EN 50521, ist TÜV-geprüft und für Nennstrom-Belastungen von bis zu 30 A ausgelegt. Die Bemessungsspannung beträgt DC 1000 V (IEC). Der Feldsteckverbinder „WM4“ ist in gestecktem Zustand in Schutzart IP 67 und der Gerätesteckverbinder in IP 65 ausgeführt. Ergänzt wird das Programm durch Zubehörteile wie Staubschutzkappe, Sicherungs-Clip und ein „Multi-Tool PV“. Kallas Erläuterungen dazu: „Die Staubschutzkappe dient zum sicheren Verschließen von Buchsen- und Steckverbinder beim Transport, der Sicherungs-Clip zum Schutz gegen unbeabsichtigtes Lösen der Steckverbinder. Mit den Funktionen des ,,Multi-Tools PV“ lässt sich unter anderem der Steckverbinder einfach und schnell konfektionieren." Von der Verbindungstechik zum Bereich Wartung, zu dessen auffälligsten Werkzeugen Wärmebildkameras gehören. Mit ihrer großen Produktvielfalt zählt hier die US-amerikanische Flir Systems (Stand B3.460) zu den größten Anbietern weltweit. Auf der Intersolar wird sie u. a. ihre HD-Wärmebildkamera Flir T1020 vorstellen (Bild 8). Dieses Gerät hat nach eigenen Angaben eine Auflösung von 1024x768 Pixeln, die thermische Empfindlichkeit soll den Branchenstandard für ungekühlte Sensoren um das Doppelte übertreffen. Weiter heißt es, die „Flir Vision Processing“- Technologie verbessere die hohe Auflösung der T1020 zusätzlich und ermögliche präziseste Temperaturmessungen. Wie die deutsche Pressevertretung ausführt, ist die T1020 mit verschiedenen Präzisionsobjektiven erhältlich, die im Vergleich zum bisherigen Objektiv-Branchenstandard genaue Temperaturmessungen aus doppelter Entfernung zum Zielbereich ermöglichen. Zusätzlich verfüge die T1020 über ein neues Fokussteuerungssystem, das einen kontinuierlichen Autofokus sowie einen dynamischen manuellen Fokus biete. Brennstoffzellen und Wärmepumpen Siqens (Stand B3.478) wird auf der Inter solar eine Methanol-Brennstoffzelle mit einer Leistung von 0,8 kWel /1,0 kWth zeigen (Bild 9). Das Gerät mit dem Namen Ecoport 800 hat nichts mit den uns bekannteren Brennstoffheizgeräten für die Wohnraumbeheizung gemein, sondern ist ausschließlich für den Off-grid-Bereich konzipiert. Betrieben wird es mit dem Treibstoff Methanol, das leicht transportierbar ist und eine hohe Energiedichte hat. „Die Siqens-Brennstoffzellen ermöglichen eine 100-prozentige Versorgungssicherheit und geringe Betriebskosten“, so die Ankündigung für den Messeauftritt. Und weiter: „Siqens adressiert den dynamisch wachsenden Markt erneuerbarer Energien für Regionen ohne Stromnetz.“ Damit werden schon einige mögliche Anwendungsbereiche deutlich: In Wohnmobilen, Segelbooten, Freizeithütten 8980 MERSEN AP ep-Photovoltaic Intersolar 90x130.indd 1 18/05/2016 14:52 Quelle: Flir 8 HD-Wärmebildkamera T1020 9 Brennstoffzelle Ecoport 800 liefert Strom für das Aufladen einer Bordbatterie Quelle: Siqens Anzeige 36 www.elektropraktiker.de | Juni 2016 | ep Photovoltaik kann der Ecoport 800 eine vollständig autarke Stromversorgung vorhalten. Als weitere Einsatzmöglichkeiten nennt Siqens die Bereiche: Messtechnik, wenn Messtechniker in entlegenen Landstrichen bei fehlender Elektrizität Daten sammeln müssen; Baugewerbe, wenn auf Baustellen noch kein Stromanschluss vorhanden ist; Kameraüberwachung bei der Observierung von Personen und Objekten, bei der laufend Standortwechsel nötig sind. Der effizienteste und komfortabelste Weg in die Energieunabhängigkeit führe über Wärmepumpen der Heliotherm (Stand A3.380, Tiroler Kooperationsstand), daran lässt Marketingleiter Claus Hutter keinen Zweifel. Die neue Erdwärmepumpen-Baureihe Sensor Natural Technology gelte zurzeit am Markt als das umweltfreundlichste und effizienteste Wärmepumpensystem mit Direktverdampfung. Bei der neuen Generation von Luftwärmepumpen setzt Heliotherm nach Hutters Angaben auch auf die Integration von Photovoltaik. Die PV-Module befinden sich auf den Außenseiten des neu entwickelten Außenluftverdampfer Silent Source (Bild 10). Für das Design hat das Unter nehmen mehrere Auszeichnungen bekommen. „Vor allem Häuslebauer und Architekten freuen sich über diese elegante Verbindung von Form und Funktion“, mutmaßt Hutter. Regelungen führen Strom und Wärme zusammen „Angepasst an die Zukunft“ - so der Titel einer Pressemitteilung der Steca (Stand B3.410). Gemeint sind in diesem Fall nicht nur Steca-Regler für die Photovoltaik, sondern auch die, die für die Solarthermie in Frage kommen. „2016 kann sich das Fachpublikum der Solarbranche wie schon in den Vorjahren von der Benutzerfreundlichkeit unserer solarthermischen Regler überzeugen“, heißt es in dem Schreiben weiter. Noch immer sei in der Branche die aktuelle ErP-Richtlinie ein heißes Thema: Ungeregelte Pumpen dürfen seit August 2015 nicht mehr eingesetzt werden. Auch hier habe Steca beste Karten, denn schon seit letztem Jahr seien alle Regler auch mit dieser Richtlinie konform. „Auf Erfahrung vertrauen - seit 1977 Ihr Partner für Solarthermie und Regelungstechnik!“ So wirbt die Resol (Stand A3.720) aus Hattingen für sich und seine Produkte. Natürlich ist das Unternehmen auch auf der Intersolar Europe in München vertreten und möchte hier für den Bereich Solarthermie ihren Regler Resol Flow Sol E vorstellen (Bild 11). Er ist laut Claudia Felgenbauer aus der Abteilung Technische Redaktion speziell für die Nutzung überschüssigen Stroms aus Photovoltaikan lagen entwickelt worden. Alle wichtigen Komponenten sind vormontiert, sodass sich die Station schnell und einfach installieren und auch nachträglich in bestehende Heizungs- und Warmwassersysteme einbauen lässt. „Das Messteil erkennt zuverlässig elektrische Überschussleistungen, der integrierte Regler leitet diese in eine bis 3 kW stufenlos regelbare Elektroheizung, die einen Wasserspeicher erhitzt“, erklärt Vertriebsleiter Gerald Neuse und ergänzt: „So kann der überschüssige Strom als regenerative Wärme gespeichert, der Eigen verbrauch erhöht und die Kosten für die konventionelle Heizung gesenkt werden.“ Der Strombedarf des Haushaltes behalte dabei selbstverständlich immer Vorrang, die Netzkonformität bleibe gewährleistet. Und weiter: Die intelligente Regelung sorge für eine optimale Speicherschichtung, sodass auch kleine Überschussleistungen in Wärme umgewandelt und Leistungsschwankungen aufgefangen werden können. Die Regelung Flow Sol E schafft also eine Verbindung zwischen Photovoltaikanlage und Wärmeerzeuger. Forschung und Prüfung Auch Forschungs- und Prüfinstitute dürfen auf einer international ausgerichteten Messe wie der Intersolar Europe nicht fehlen. Als eines von mehreren sei hier das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW, Stand A1.519) aus Stuttgart genannt. Das Institut bezeichnet Quelle: Heliotherm 10 Außenluftverdampfer Silent Source, bestückt mit PV-Modulen Quelle: Resol 11 Die Regelung Flow Sol E schafft eine Verbindung zwischen PV-Anlage und Wärmeerzeuger Quelle: Varta 12 Solarspeicher der Serie Element gibt es mit Kapazitäten von 3,2 kWh, 6,4 kWh und 9,6 kWh Branche Aktuell Messevorschau 13 Carportsystem, geeignet für die Montage von PV-Anlagen und Ladestationen Quelle: Schletter Branche aktuell ep Photovoltaik | Juni 2016 | www.elektropraktiker.de Wechselrichter Intersolar: Wechselrichter im veränderten Umfeld Stromspeicher rücken ins Zentrum Die energiepolitischen Maßnahmen der Bundesregierung wirken sich deutlich auf die Wechselrichtertechnik aus. Sie ist seit zwanzig Jahren darauf ausgerichtet, den Solarstrom direkt ins Netz einzuspeisen, muss sich aber nun den neuen Anforderungen anpassen - und zwar möglichst bald. Die Bundesregierung hat bereits signalisiert, dass ihr die bisher übliche, ausschließliche Direkteinspeisung ein Dorn im Auge ist. So viel Energie wie möglich soll entweder direkt im Haushalt verbraucht oder zwischengespeichert und später verbraucht werden. Die Bundesregierung unterstützt diejenigen Hausbesitzer, die sich für eine PV-Anlage mit Speicher entscheiden, mit zinsgünstigen Krediten und Tilgungszuschüssen, engt aber die Leitplanken immer weiter ein. Am 1. März 2016 hat die für die Förderung zuständige KfW-Bank das Einspeiselimit von 60 auf % abgesenkt. Das bedeutet, dass eine 6-kW-Anlage nur noch maximal 3 kW einspeisen darf. Alles, was darüber hinausgeht, muss gepeichert werden. Diese Maßnahme soll dazu beitragen, die Netzdienlichkeit zu verbessern und den Eigenverbrauch zu steigern. In die gleiche Richtung wirkt natürlich auch die wichtigste Stellschraube der Bundesregierung: Sie hat die Einspeisevergütung so weit abgesenkt, dass sich die Einspeisung kaum noch lohnt. Die Speicherförderung ist recht erfolgreich. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) hat ermittelt, dass bereits jede dritte neue PV-Anlage bis 10 kW Leistung zusammen mit einem Solarstromspeicher installiert wird. Die Anzahl der insgesamt installierten solaren Batteriesysteme hat sich innerhalb eines Jahres auf 30000 Einheiten verdoppelt. Das Wachstum wird vermutlich weitergehen, denn dank der großen Nachfrage der Automobil industrie sinken die immer noch recht hohen Preise, die man für Batterien bezahlen muss, relativ schnell. Die Wechselrichter werden sich verändern, denn wenn sie den erhöhten Ansprüchen genügen sollen, müssen sie mit Batteriespeicher und Energiemanagementsystem eine Versorgungseinheit bilden. Der Energiemanager regelt unter Berücksichtigung wirtschaftlicher und technischer Gesichtspunkte, ob der Solarstrom im Haus verbraucht, zwischengespeichert oder ins Netz eingespeist wird. Auf der bevorstehenden Intersolar werden also zahlreiche neue Wechselrichter zu sehen sein, die im Wesentlichen zwei Lösungen für die aktuellen Herausforderungen anbieten: 1. Batteriewechselrichter zum Nachrüsten bestehender PV-Anlagen. Man hat dann zwei Wechselrichter im Haus mit dem Vorteil, dass der Batteriewechselrichter bei Stromausfall eine autarke Stromversorgung sichert. Das ist aber ein Zusatznutzen, der nur für wenige Kunden interessant sein dürfte, da Stromausfälle in Deutschland nach wie vor extrem selten sind. 2. Wechselrichter, die mit externer oder integrierter Batterie die aktuellen und zukünftigen Anforderungen erfüllen. Die Kunden müssten also ihr vorhandenes Gerät vorzeitig durch ein neues ersetzen, das den Vorteil zahlreicher Zusatzfunktionen bietet. Auf Regelenergie muss Verlass sein Wenn vermehrt Speicher eingesetzt werden, dann wird die Zuverlässigkeit der Wechselrichter noch wichtiger. Das gilt vor allem dann, wenn der Betreiber einer PV-Anlage die Kosten des Speichers unter anderem dadurch refinanzieren will, dass er dem Netzbetreiber Regelenergie anbietet. Dieses Geschäfts sich als flexiblen Partner für Unternehmen jeder Größe. In seinem Solarlabor (Solab) prüft es Leistungsfähigkeit, Qualität und Zuverlässigkeit von PV-Modulen gemäß geltender Normen. Im Freilandtestfeld Widderstall lassen sich Leistungen und Erträge von PV-Modulen und kleinen PV-Systemen unter realen Betriebsbedingungen untersuchen. Systemtechnik und Netzeinbindung von PV-Anlagen bilden ein weiteres großes Aufgabenfeld. Als Stichwort hierzu nennt das ZSW PV-Speichersysteme und Eigenverbrauchsoptimierung; Smart Grids auf Verteilnetzebene; Energie management; Beratung von Herstellern, Investoren, Banken, Projektierern und Betreibern; Anlagenvermessung und -abnahme; Ertragsprognosen und Standortbewertung; Solar- und Windenergievorhersagen. Speichern und Laden Varta Storage (Stand B1.210) wird auf 260 m2 die Speicherserien Varta Element (Bild 12), Varta Family und Varta Home sowie deren Verbindung mit Smart-Home-Anwendungen vorführen. Man habe seit der letzten Intersolar einige Neuerungen und Verbesserungen an den Produkten und am Service durchgeführt, betont Herbert Schein, Geschäftsführer der „Varta Microbattery/Varta Storage“-Unternehmensgruppe auf Anfrage. Die Element-Serie umfasst mittlerweile drei Leistungsklassen: Anfang April schon hatte das Unternehmen den Typ Element 9 mit 9,6 kWh Kapazität und damit die Serie Element 3 mit 3,2 kWh und Element 6 mit 6,4 kWh Kapazität komplettiert. Die hier genannten Neuerungen sind aber nicht alles, was Varta auf der Intersolar und auf der ees zeigen wird. Wohl aus wettbewerblichen Gründen und weil man auch bei der Kundschaft die Spannung bis zum Ende hochhalten möchte, sollen etliche Weiterentwicklungen erst Ende Juni in München präsentiert werden. Auch das Unternehmen Schletter (Stand A3.550), ein Solarpionier aus dem Bereich der Montage- und Befestigungssysteme, wird in München zahlreiche Neuheiten vorstellen, zum Beispiel das verbessertes Solar-Trackersystem FS Track-2, einen zertifizierten Blitzschutz für das materialoptimierte Flachdachsystem Fix Grid, eine Laminatklemme der „ECO6 S4“-Serie mit Zulassung des Modulherstellers First Solar, Trapezbefestiger speziell für Solaranlagen in Frankreich, Ziegelersatzunterleger für Alu Tile und Biberschwanz sowie eine neue Universal-Blechfalzklemme vom Typ Klip Lock. Das Highlight des Schletter-Messestandes dürfte allerdings das neue Carportsystem aus Stahl (Park@Sol Pro) sein (Bild 13). W. Wilming Quelle: Fronius Wechselrichter im Härtetest Wenn vermehrt Speicher eingesetzt werden, dann wird die Zuverlässigkeit von Wechselrichtern noch wichtiger.

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  • W. Wilming
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