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Blitz- und Überspannungsschutz | Fachplanung | Elektrotechnik

Verfügbare Blitzstromableiter für Hauptstromversorgungssysteme

ep2/2001, 4 Seiten

Der Beitrag gibt eine Übersicht über die auf dem Markt befindlichen Überspannungs-

Schutzeinrichtungen der Anforderungsklasse B, auch „Blitzstromableiter“ genannt, die für den Einsatz im Hauptstromversorgungssystem (Anlageteil vor den Zählern) in Netzen mit der Nennspannung 230/400 V geeignet sind. Die für die Auswahl wichtigen Kenngrößen werden erläutert.


1 Auswahl und Installation Für Auswahl und Installation der Blitzstromableiter (und auch der anderen Überspannungs-Schutzeinrichtungen) gilt die Vornorm VDE V 0100 Teil 534 [1]. Deren Befolgung soll die Gefahr eines elektrischen Schlags vermeiden und die Wirksamkeit des Überspannungsschutzes gewährleisten. Einzelheiten über die Ausführung des Überspannungs-Grobschutzes können u. a. aus [2] bis [9] entnommen werden. Beim TN-System werden gemäß Bild a) die Außenleiter (L1, L2, L3) über je einen L-Blitzstromableiter BL mit dem PEN-Leiter verbunden. Im TT-System muss die so genannte 3+1-Schaltung nach Bild b) angewendet werden, bei der die L-Blitzstromableiter BL zwischen den Außenleitern und dem Neutralleiter (N) liegen und ein N-PE-Blitzstromableiter BN zwischen diesem und dem Schutzleiter (PE) eingefügt ist [1][2][3][9]. Die Ausdrücke „L-Ableiter“ und „N-PE-Ableiter“ sind (noch) nicht genormt. Letztgenannter ist jedoch schon weit gehend eingeführt. Der Ausdruck L-Ableiter wird von einigen Firmen gebraucht. Er ist durch den Anschluss an jeweils einen Außenleiter (L) begründet und wird hier zur Unterscheidung vom N-PE-Ableiter angewendet. 2 Tafeln für die Übersicht Die Übersicht über die verfügbaren Erzeugnisse geben · die Tafel für die L-Blitzstromableiter · die Tafel für die N-PE-Blitzstromableiter. Diese Tafeln enthalten nur Blitzstromableiter auf Funkenstreckenbasis, die nach der vom VDEW herausgegebenen Einsatzrichtlinie [10] im Hauptstromversorgungssystem verwendet werden dürfen und nach Meinung des Verfassers auch dafür geeignet sind. Die Blitzstromableiter müssen nach den Entwürfen VDE 0675 Teil 6:1989-11 und Teil 6/A1: 1996-03 (L-Ableiter) bzw. Teil 6/A2:1996-10 (N-PE-Ableiter) geprüft sein. Typen mit gemeinsamer Positionsnummer sind bau- und datengleich. Im Hinblick darauf, dass die Betriebsspannung zwischen Außenleiter und PEN-Leiter oder Neutralleiter 230 V beträgt, müssen die Geräte eine Bemessungsspannung UC von mindestens 1,1 · 230 V = 253 V aufweisen ([1], Abschn. 534.3.1). Üblich sind 255 V sowie 260 V. Erzeugnisse, deren Positionsnummer mit einem Sternchen „*“ versehen ist, haben UC = 440 V und sind deshalb auch für Spannungen von 400 V geeignet. Die Verwendbarkeit für 230 V ist dabei nicht beeinträchtigt. Die Werte in den Tafeln und beruhen auf Angaben der jeweiligen Firmen. Es empfiehlt sich, nach Auswahl eines Gerätes sich von dort ausführliche technische Unterlagen (Datenblatt, Angaben über bestandene Prüfungen und erteilte Prüfzeichen, Einbauanleitung) anzufordern. Die vollständigen Namen und die Firmensitze enthält Tafel . Die Tafeln und entsprechen dem Stand vom Januar 2001. Es können jederzeit Verbesserungen der Kenngrößen eintreten, zusätzliche Ausführungen erscheinen und/oder Lieferprogramme geändert werden. Die Bedeutung der wichtigsten Kenngrößen wird in den Abschnitten 3 und 4 erläutert. 3 Kenngrößen der L-Blitzstromableiter 3.1 Polzahl und Blitzstoßstrom-- Tragfähigkeit Die meisten L-Ableiter sind einpolig. Bei Drehstrom werden drei Ableiter gemäß Bild miteinander verbunden. Ein dreipoliger L-Ableiter hat den Vorteil, dass er die Verbindungen schon enthält. Die zu erwartenden und bei der Planung zu berücksichtigenden Blitzstoßströme ([11], Blitz- und Überspannungsschutz Elektropraktiker, Berlin 55 (2001) 2 140 Verfügbare Blitzstromableiter für Hauptstromversorgungssysteme E. Hering, Dresden Der Beitrag gibt eine Übersicht über die auf dem Markt befindlichen Überspannungs-Schutzeinrichtungen der Anforderungsklasse B, auch „Blitzstromableiter“ genannt, die für den Einsatz im Hauptstromversorgungssystem (Anlageteil vor den Zählern) in Netzen mit der Nennspannung 230/400 V geeignet sind. Die für die Auswahl wichtigen Kenngrößen werden erläutert. Dipl.-lng. (FH) Enno Hering ist Mitglied des AK „Starkstromanlagen bis 1000 V“ des VDE-Bezirksvereins Dresden. Autor Verzweigung des Blitzstoßstroms beim Direkteinschlag in den äußeren Blitzschutz. a) Haus mit Hauptleitung im TN-C-System b) Haus mit Starkstromanlage im TT-System BL L-Blitzstromableiter; BN N-PE-Blitzstromableiter; HAL Hausanschlussleitung; HAS Hausanschlusssicherung; HL Hauptleitung; IG gesamter Blitzstoßstrom; IZ über die Hausanschlussleitung zu fernen Erdern fließender Zweig-Stoßstrom; IZZ pro Ader der Hausanschlussleitung und pro L-Blitzstromableiter fließender Zweig-Stoßstrom; PAS Potentialausgleichschiene; TS Trennschalter für Messzwecke Die Richtung der Strompfeile entspricht der Fortpflanzungsrichtung der Stoßströme und -spannungen. IZZ IZZ IZZ IZZ HAS HAL PAS Erder IG - IZ HAS äußerer Blitzschutz IG - IZ PEN HAS HAL PAS äußerer Blitzschutz IG - IZ PAS Erder IG - IZ IZZ IZZ IZZ IZZ Abschn. 1.5 und Tabelle 2; [12], Abschn. 2.2 und Bild 1) sind in der Tafel angegeben. Den Blitzstoßstrom und seine Zweigströme erläutert Bild . Für sie wird die Welle (10/350 µs) angenommen. Die Blitzstoßstrom-Tragfähigkeit (10/350 µs) Iimp wird in der Tafel um der Korrektheit, Eindeutigkeit und Vergleichbarkeit willen immer nur pro Pol angegeben, auch bei dreipoligen Ableitern. Sie muss mindestens so groß wie der Zweig-Stoßstrom IZZ in der letzten Zeile von Tafel (für v = 0,5) sein ([1], Abschn. 534.3.1.1 und Tabelle 534.3.1.1 für das TN-System sowie Abschn. 534.3.2.1 und Tabelle 534.3.2.1 für das TT-System; [12], Abschn. 3.4.1.1). Bei Starkstromanlagen mit Vierleiter-Hausanschluss (m = 4) genügt für alle Blitz-Schutzklassen eine Blitzstoßstrom-Tragfähigkeit von 25 kA (10/350 µs). Diese wird von allen in der Tafel enthaltenen L-Ableitern erfüllt. Bei einem Zweileiter-Hausanschluss (m = 2) trifft das nur für die Schutzklassen III und IV zu. Blitz- und Überspannungsschutz Elektropraktiker, Berlin 55 (2001) 2 141 Folgestrom If nach dem Ansprechen der L-Blitzstromableiter durch eine Stoßspannung. a) Haus mit Hauptleitung im TN-C-System; b) Haus mit Starkstromanlage im TT-System Die Richtung der Strompfeile bedeutet nicht die Stromrichtung. HAS HAL PAS Erder HAS äußerer Blitzschutz PEN HAS HAL PAS äußerer Blitzschutz PAS Erder Firma, Typ Einfache 1 Pröpster, P-BM 230 1 35 4 1,5 100 g 50 1 Citel, DS 100 SG 2 Pröpster, P-BM 3 3 35 4 1,5 100 g 50 4 3* Phoenix, FLT 35-260 1 35 4 3 125 g 35 1 Moeller, VFB-35/440 4 Dehn, DEHNbloc/1 1 50 4 3 160 g 50 2 ABB, Limitor NB-B AEG, VBAB1 Hager, SP 120 Siemens, 5SD7 056 5 Dehn, DEHNbloc/3 3 25 4 3 160 g 50 4 AEG, VBAB3 Hager, SP 320 6 Dehn, DEHNbloc NH 1 50 4 3 160 g d) d) Folgestromreduzierende 7 Leutron, Power Pro BTr 1 50 4 4 250 g 50 2 8* Phoenix, FLT 25-400 1 25 4 3,5 125 o 35 1 Moeller, VFB-1 OBO, LA 25 B 9* Phoenix, FLT 60-400 1 60 4 4 250 o 50 2 Moeller, VFB-2 OBO, LA 60 B 10 Dehn, DEHNport 255 1 75 3,5 4 250 o 50 2 ABB, Limitor M-B AEG, VBA Hager, SP 175 Kleinhuis, 1440/60 Siemens, 5SD7 050 Folgestrombegrenzende 11 Dehn, DEHNport Maxi 1 50 4 50 c) o 50 2 12 Phoenix, FLT-PLUS 1 50 4 50 250 o 50 2 13 OBO, MC 50-B e) 1 50 2 12,5 500 g 2·35 2 a) Effektivwert bei 230 V; b) mehrdrähtig; c) unbegrenzt; d) für NH-Unterteil; e) trennbar; g geschlossen (nicht ausblasend); o offen (ausblasend) Position Polzahl Blitzstoßstrom (10/350) pro Pol imp Max. Ansprechblitzstoßspannung Folgestromlöschvermögen Max. Sicherungsnennstrom (gL/gG) oder Max. Anschlussleiterquerschnitt Breite TE, 17,5 Firma, Typ 1 Pröpster, P-N/PE 100 4 0,1 g 50 1 2 OBO, MC 125-B/NPE 125 2,5 0,1 g 2·35 1 3 Dehn, DEHNgap B/n 100 4 0,1 g 50 2 ABB, Limitor GN-B AEG, VBANPE Hager, SP 150 Siemens, 5SD7 060 4 D., DEHNgap B/NH/n 50 4 0,1 g d) d) 5 Dehn, DEHNgap B 100 4 0,1 o 50 2 ABB, Limitor G-B Kleinhuis, 1440/100 TT Siemens, 5SD7 057 6 Phoenix, FLT 100-260 100 4 0,35 g 50 2 Moeller, VFB-100/260 7 Moeller, VFB 5 100 4 1,5 o 50 2 a) Effektivwert bei 230 V; b) mehrdrähtig; d) für NH-Unterteil; g geschlossen (nicht ausblasend); o offen (ausblasend) Position Blitzstoßstrom (10/350) imp Max. Ansprechblitzstoßspannung Folgestromlöschvermögen oder Max. Anschlussleiterquerschnitt Breite TE, 17,5 Tafel N-PE-Blitzstromableiter (Ohne Gewähr) Kurzname Vollständiger Name und Sitz ABB ABB Stotz-Kontakt Gmb H, 69123 Heidelberg AEG AEG Niederspannungstechnik Gmb H & Co. KG, 51105 Köln Citel Citel Electronics Gmb H, 40239 Düsseldorf Dehn Dehn + Söhne Gmb H + Co. KG, 92318 Neumarkt Hager Hager Elektro Gmb H, 66440 Blieskastel Kleinhuis Hermann Kleinhuis Gmb H + Co. KG, 58507 Lüdenscheid Leutron Leutron Gmb H, 70771 Leinfelden-Echterdingen Moeller Moeller Gebäudeautomation KG (früher Felten & Guilleaume Austria), A - 3943 Schrems OBO OBO Bettermann Gmb H & Co., 58710 Menden Phoenix Phoenix Contact Gmb H & Co., 32825 Blomberg Pröpster J. Pröpster Gmb H, 92318 Neumarkt Siemens Siemens AG, 91050 Erlangen Tafel Vollständige Namen und Firmensitze Tafel L-Blitzstromableiter (Ohne Gewähr) 3.2 Ansprechblitzstoßspannung Die Ansprechblitzstoßspannung UP hat Bedeutung für die Schutzwirkung. Sie war früher einheitlich maximal 4 kV (Scheitelwert). Neuerdings werden einige Erzeugnisse mit kleineren Werten ausgeführt. Je kleiner die Ansprechblitzstoßspannung ist, um so leichter und häufiger spricht der Blitzstromableiter an, was auch nachteilig sein kann, weil dieser dadurch einer stärkeren Abnutzung unterliegt. 3.3 Folgestromlöschvermögen und Sicherungsnennstrom In den Blitzstromableitern zündet die Stoßspannung einen Lichtbogen, wodurch sie vom isolierenden in einen niederohmigen Zustand überführt werden. Darauf beruht ihre Wirkung als Überspannungs-Schutzeinrichtung. Nach Wegfall der Stoßspannung fließt entsprechend Bild ein von der Wechselspannung getriebener Folgestrom If über die Lichtbögen und die vorgeordneten Anlageteile. Wegen des kleinen Widerstands der Lichtbögen wirkt der Folgestrom wie ein Kurzschlussstrom. Der Blitzstromableiter muss im Stande sein, spätestens nach einer Halbwelle des Wechselstroms durch das Löschen des Lichtbogens den isolierenden Zustand wieder herzustellen. Damit das gewährleistet ist, muss das Folgestromlöschvermögen If der L-Blitzstromableiter (Effektivwert) mindestens so groß sein wie der Effektivwert des prospektiven (unbeeinflussten) Kurzschlussstroms an der Einbaustelle. Die Tafel lässt erkennen, dass zwischen dem Folgestromlöschvermögen und dem maximalen Sicherungsnennstrom ein gewisser Zusammenhang besteht. Der angegebene maximale Sicherungsnennstrom darf von der vorgeordneten Sicherung (in den Bildern und die HAS) nicht überschritten werden. Das darf aber nicht dazu führen, dass der Nennstrom der vorgeordneten Sicherung in Abhängigkeit von den Blitzstromableitern begrenzt wird. Vielmehr sollten umgekehrt die Blitzstromableiter in Abhängigkeit vom vorgesehenen Nennstrom der Sicherung (z. B. der HAS) ausgewählt werden. Hinsichtlich des Folgestromlöschverhaltens sind die L-Ableiter hier wie folgt eingeteilt: · Einfache: Der Folgestrom wird spätestens nach einer Halbwelle gelöscht und während dieser Zeit nur wenig in seiner Größe beeinflusst. · Folgestromreduzierende: Durch die Reihenschaltung zweier Lichtbögen in jedem Ableiter wird der Folgestrom hinsichtlich seiner Größe und Dauer merklich herabgesetzt. · Folgestrombegrenzende: Der Folgestrom wird sowohl bezüglich seiner Größe als auch seiner Dauer sehr erheblich begrenzt. Das beruht - beim DEHNport Maxi auf einer Beblasung und Kühlung des Lichtbogens durch ein Gas, das vom umgebenden Kunststoff erzeugt wird (Prinzip des Hartgasschalters) [14]; - beim FLT-PLUS auf der Gestaltung der Elektroden als Hörner (Prinzip des Hörnerableiters), Spaltung des Lichtbogens in zwei Teillichtbögen sowie weitere Spaltung, Kühlung und Entionisierung durch Löschbleche [15]; - beim MC 50-B auf der Reihenschaltung von 9 Funkenstrecken [16]. Die vorgeordnete Sicherung (z. B. die HAS) wird sowohl vom Zweig-Stoßstrom IZZ (siehe Bild ) als auch vom Folgestrom If (siehe Bild ) thermisch beansprucht. Das kann u. U. zu ihrem Ansprechen führen. Die sich daraus ergebenden Probleme werden im Abschnitt 5 behandelt. 3.4 Offenes oder geschlossenes Erzeugnis Offene (ausblasende) Geräte müssen in ein plombierbares schutzisoliertes Gehäuse mit der Schutzart IP 54, das vom Hersteller der Blitzstromableiter dafür bestimmt ist, eingebaut werden. Geschlossene (nicht ausblasende) dürfen in andere plombierbare schutzisolierte Gehäuse, auch in Zählerschränke, montiert werden. 3.5 Anschlussleiterquerschnitt Der Leiterquerschnitt der Zuleitung zu den Blitzstromableitern muss an den Nennstrom der vorgeordneten Sicherung (z. B. HAS) angepasst sein. Weil die Blitzstromableiter keinen Überlaststrom verursachen können, braucht die Bemessung allerdings nicht nach den Regeln des Überlastschutzes, sondern nur für den Kurzschlussschutz zu erfolgen. 4 Kenngrößen der N-PE-Blitzstromableiter 4.1 Polzahl und Blitzstoßstrom-Tragfähigkeit Wie Bild b) zeigt, wird für den N-PE-Ableiter BN nur ein einziger Pol benötigt. Die Blitzstoßstrom-Tragfähigkeit (10/350 µs) Iimp muss mindestens so groß wie der Zweig-Stoßstrom IZ für v = 0,5 nach Tafel sein ([1], Abschn. 534.3.2.1 und Tabelle 534.3.2.1; [12], Abschn. 3.4.1.1). Eine Blitzstoßstrom-Tragfähigkeit von 100 kA (10/350 µs) genügt für alle Blitz-Schutzklassen. 4.2 Ansprechblitzstoßspannung Das im Abschnitt 3.2 für die L-Ableiter Gesagte gilt auch hier. 4.3 Folgestromlöschvermögen Wie aus Bild b) ersichtlich ist, fließt zwischen dem Neutralleiter (N) und dem Schutzleiter (PE) kein großer Folgestrom. Darum wird nur ein Folgestromlöschvermögen If von mindestens 0,1 kA Effektivwert gefordert ([1], Abschn. 534.3.2.1). 5 Blitzstromableiter und Sicherungen Blitzstromableiter dürfen nicht dadurch unwirksam werden, dass Überstrom-Schutzeinrichtungen sie vom Hauptstromversor-Blitz- und Überspannungsschutz Elektropraktiker, Berlin 55 (2001) 2 142 Blitz- I II III/IV Schutzklasse P = W/R f) g) 10 000 5 600 2 500 in kJ/ = kA2s IG in kA f) 200 150 100 IZ in kA g) v · 200 v · 150 v · 100 IZ in kA h) 100 75 50 für v = 0,5 IZZ in kA g) v · 200 v · 150 v · 100 m m m IZZ in kA h) 100 75 50 für v = 0,5 m m m P = W/R spezifische Energie für IG; IG gesamter Blitzstoßstrom; IZ Zweig-Stoßstrom im Hausanschluss; IZZ Zweig-Stoßstrom pro Leiter des Hausanschlusses; v Verzweigungsquotient; m Anzahl der an der Stromleitung beteiligten Leiter des Hausanschlusses, z. B. m = 4 beim Vierleiter-Anschluss; f) Die Werte sind aus VDE V 0185 Teil 100 [11] und VDE 0185 Teil 103 [12] entnommen. g) Formelzeichen P, IZ, IZZ und v vom Verfasser; h) Diese auf v = 0,5 beruhenden Werte sollen lt. VDE 0185 Teil 103 [12] und VDE V 0100 Teil 534 [1] der Bemessung der Blitzstromableiter zu Grunde gelegt werden. Alle Blitzstoßströme sind Scheitelwerte. Tafel Spezifische Energie und Blitzstoßströme (10/350 µs) in Abhängigkeit von der Blitz-Schutzklasse IK Einfache Folgestromreduzierende in kA If = IK Position in Tafel 10 8 und 9 7 Max. PF in kA2s bei 230 V 0,4 1,6 0 0,5 0,6 3,6 0 1,1 0,8 6,4 0 1,9 1,0 10,0 0 3,6 1,2 14,4 0 4,3 1,4 19,6 0 5,7 1,6 25,6 0 7,5 1,8 32,4 0 9,4 2,0 40,0 13,9 10,0 2,5 62,5 22,3 16,9 3,0 90,0 33,0 22,5 8,8 3,5 123,0 43,7 32,4 4,0 160,0 65,0 40,0 i) 11,3 IK Effektivwert des prospektiven (unbeeinflussten) Kurzschlussstroms; If Effektivwert des Folgestroms; Pf spezifische Energie durch Folgestrom; i) nur für Position 9; Werte für einfache: PF = IK 2 · 0,01 s Werte für folgestromreduzierende nach Angaben der Firmen Dehn (Pos. 10), Phoenix (Pos. 8 und 9) und Leutron (Pos. 7). Für die leeren Zellen lagen keine Angaben vor. Tafel Spezifische Energie durch Folgestrom in Abhängigkeit vom prospektiven Kurzschlussstrom bei einfachen und folgestromreduzierenden L-Blitzstromableitern gungssystem trennen. Deswegen verwirft der Verfasser Vorsicherungen in der Zuleitung zu den Blitzstromableitern. An ihrer Stelle muss die Hausanschlusssicherung HAS die in den Abschnitten 3.3 und 3.5 erwähnten Aufgaben mit übernehmen. Wie bereits im Abschnitt 3.3 angedeutet, wird die HAS zunächst vom Zweig-Stoßstrom IZZ und anschließend durch den Folgestrom If thermisch belastet. Die für die Wärmeentwicklung maßgebenden spezifischen Energien PZZ und PF addieren sich, weil in der kurzen Zeit der Vorgänge keine Wärmeabgabe möglich ist. PR = PZZ + PF (1) PR resultierende spezifische Energie PZZ spezifische Energie durch IZZ PF spezifische Energie durch If Dabei ist die durch den Betriebsstrom verursachte Vorerwärmung der Überstrom-Schutzeinrichtungen, an die außer den Blitzstromableitern auch die Verbraucher angeschlossen sind, noch nicht berücksichtigt. Die spezifische Energie des Zweig-Stoßstroms IZZ errechnet sich wie folgt: PZZ = 2500 kA2s ( IZZ / 100 kA )2 (2) So ergeben sich beispielsweise 25 kA2s bei 10 kA und 100 kA2s bei 20 kA. Die mit dem Folgestrom If verbundene spez. Energie PF ist vom prospektiven (unbeeinflussten) Kurzschlussstrom an der Einbaustelle und vom Folgestromlöschverhalten der L-Blitzstromableiter abhängig. Sie kann den Tafeln und entnommen werden. Soll zur Erzielung einer hohen Versorgungszuverlässigkeit das Ansprechen der vorgeordneten Überstrom-Schutzeinrichtungen vermieden werden, so muss deren spez. Energie (Durchlasswert) größer als die resultierende spez. Energie PR nach Gleichung (1) sein. Dazu bieten sich die folgenden Maßnahmen an: a)Wahl von Überstrom-Schutzeinrichtungen mit großer spez. Energie ([6], Abschn. 2.2 und 4.6 sowie Tafel 7). Die spez. Energie der Überstrom-Schutzeinrichtungen hängt stark von deren Nennstrom und Art ab. Spannungsunabhängige selektive Leitungsschutzschalter nach Entwurf zu VDE 0645 (SHU-Schalter)1) haben eine bedeutend größere spez. Energie als NH-Sicherungen ([6], Tafel 7). b)Begrenzung der spez. Energie PZZ durch dahingehende Gestaltung der Starkstromanlage und der Erder ([6], Abschn. 4.2 bis 4.4). c)Wahl von L-Blitzstromableitern mit kleiner spez. Energie PF aus den Tafeln und . Zur Begrenzung des Umfangs dieses Beitrags muss bezüglich der Punkte a) und b) auf [6] verwiesen werden, wo die Maßnahmen ausführlich beschrieben sind. Literatur [1] Vornorm DIN V VDE V 0100-534/VDE V 0100 Teil 534:1999-04 Elektrische Anlagen von Gebäuden; Auswahl und Errichtung von Betriebsmitteln; Teil 534: Überspannungs-Schutzeinrichtungen. [2] Raab, V.: Überspannungsschutz in Verbraucheranlagen. Berlin: Verlag Technik 1998. [3] Hering, E.: Blitzschutz-Potentialausgleich, Trennfunkenstrecken und Blitzstromableiter. Elektropraktiker, Berlin 53 (1999) 2, S. 122-126. [4] Hering, E.: Magnetische Kräfte an den von Blitzstoßströmen durchflossenen Leitern. Elektropraktiker, Berlin 53 (1999) 3, S. 217-218. [5] Hering, E.: Blitzstromableiter und Einsatzrichtlinie. Elektropraktiker, Berlin 53 (1999) 4, S. 302-305. [6] Hering, E.: Blitzstromableiter und Überstrom-Schutzeinrichtungen. Elektropraktiker, Berlin 53 (1999) 7, S. 630-634. [7] Hering, E.: Blitzstromableiter und Gehäuse. Elektropraktiker, Berlin 53 (1999) 8, S. 706-707. [8] Hering, E.: Überspannungs-Grobschutz im Einfamilienhaus. Elektropraktiker, Berlin 54 (2000)8, S. 668-674. [9] Hering, E.: 3+1-Schaltung und N-PE-Ableiter. Elektropraktiker, Berlin 54(2000)10, S. 834-836. [10] DEW (Herausgeber): Überspannungs-Schutzeinrichtungen der Anforderungsklasse B - Richtlinie für den Einsatz in Hauptstromversorgungssystemen. Frankfurt am Main: Verlags-und Wirtschaftsgemeinschaft der Elektrizitätswerke mb H (VWEW) 1998. [11] Vornorm DIN V ENV 61024-1/VDE V 0185 Teil 100:1996-08 Blitzschutz baulicher Anlagen; Teil 1: Allgemeine Grundsätze (IEC 1024-1:1990, modifiziert). [12] DIN VDE 0185-103/VDE 0185 Teil 103:1997-09 Schutz gegen elektromagnetischen Blitzimpuls; Teil 1: Grundsätze (IEC 1312-1:1995, modifiziert). [13] Raab, V; Zahlmann, P.: Kurzschlußschutz von Blitzstromableitern. Elektropraktiker, Berlin 52 (1998)5, S. 454-457; 6; S. 552-555. [14] Raab, V.; Zahlmann, P.: Folgestrombegrenzender Blitzstromableiter für Hauptstromversorgungssysteme. Elektropraktiker, Berlin 51 (1997)12, S. 1062-1066. [15] Scheibe, K.; Schimanski, J.: Blitzstromableiter mit frei wählbarer Zündspannung und hohem Netzfolgestrom-Löschvermögen. de 73(1998) 12, S. 1080-1083. [16] Drilling; Droldner, Jordan; Meppelink; Trinkwald: Geschlossene Blitzstromableiter mit erweitertem Betriebsbereich. Elektroinstallation. 5(2000)2, S. 16-19; etz 121 (2000)7-8. Blitz- und Überspannungsschutz IK Position in Tafel in kA 11 12 13 Max. PF in kA2s bei 230 V 0,4 0 0,1 0,6 1,4 0,1 1 1,8 0,1 2 2,1 0,5 3 2,3 1,1 4 2,4 2,0 5 2,5 3,0 6 2,6 4,4 8 2,8 7,7 10 3,0 12 12,5 2,7 15 3,3 27 20 3,5 48 Werte für Position 11 nach Diagramm in [13], für Position 12 nach Angaben der Fa. Phoenix und für Position 13 nach Angaben der Fa. OBO. Für die leeren Zellen lagen keine Angaben vor. Tafel Spezifische Energie durch Folgestrom in Abhängigkeit vom prospektiven Kurzschlussstrom bei folgestrombegrenzenden L-Blitzstromableitern 1) Das sind die „Hauptsicherungsautomaten Baureihe S 700“ der Fa. ABB Stotz-Kontakt, die „Hauptsicherungsautomaten Baureihe HA“ der Fa. ABL Sursum, die „Hauptsicherungsautomaten Baureihe EY“ der Fa. Geyer, die „Hauptsicherungsautomaten Baureihe S 700“ der Fa. Elektroinstallation Annaberg und die „SHU-Schalter Baureihe 5SP3“ der Fa. Siemens.

Autor
  • E. Hering
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