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Elektrotechnik

Sicherheitstechnik - Zusatzgeschäft für den Elektromeister

ep3/2006, 2 Seiten

Steigende Kriminalität in den Großstädten und die zunehmende terroristische Bedrohung führen zu erhöhten Schutzbedürfnissen in privaten Haushalten, öffentlichen Einrichtungen, Industriebetrieben und Institutionen. Es entwickelt sich verstärkt ein Markt für die Sicherheitstechnik, der für den Elektrofachbetrieb ein zusätzliches Geschäftsfeld bietet.


Wachstumsmarkt Sicherheitstechnik Viele Hersteller der Branche haben diesen Trend erkannt und bieten bereits Lösungen, z. B. für die Zutrittskontrolle an, die vor allem auch zur Installation durch den Elektrofachbetrieb gut geeignet sind. Dabei wird ganz bewusst auf die enge Kooperation mit dem Elektrogroßhandel (EGH) zur gemeinsamen Unterstützung des Elektrofachbetriebs gesetzt. Spezialkatalog „Elektro“ So z. B. hat die Assa Abloy Sicherheitstechnik Gmb H für ihre Traditionsmarke effeff einen Spezialkatalog entwickelt, der ausschließlich auf den Bedarf des Elektrohandwerks ausgerichtet ist. Neben den herkömmlichen elektrischen Türöffnern findet man in der Programmübersicht "Elektro" System- und Einzellösungen aus den Bereichen Zutrittskontrolle, Rettungswegtechnik, Feststellanlagen, Sicherheitsschlösser, Drehtürantriebe und Elektro-Haftmagnete sowie zahlreiches Zubehör. Damit kann sich der Elektroinstallateur neue Umsatzchancen erschließen. Er ist damit in der Lage, seinen Kunden im privaten und gewerblichen Bereich entweder eigenständig oder in Kooperation mit Türbauern oder Schreinern, Metallbauern oder Errichtern ganze Produktlösungen und Systempakete anzubieten. In Abhängigkeit von der Projektgröße kann dabei eine enge Zusammenarbeit zwischen Architekten, Planern und dem Elektrohandwerk von Vorteil sein. Sicherheitsbeschläge mit integrierter Zutrittskontrolle Ein Beispiel für eine solche Lösung bietet ein neu entwickelter Sicherheitsbeschlag mit einer integrierten Zutrittskontrolle (Bild ). Dieser Beschlag ist besonders für Eingangstüren mit erhöhten Sicherheitsanforderungen geeignet, wie sie beispielsweise in Laboren, EDV-Räumen oder Archiven vorkommen. Den einbruchhemmenden Sicherheitsbeschlag aus Edelstahl, der nach DIN EN 1906, Schutzklasse 2, geprüft ist, gibt es in drei Ausführungen: · mit Türcode-Tastatur (Bilder a und b) · mit berührungslosem Leser · oder - ab Mitte 2006 - als Biometrie-Lösung mit Finger-Scan. Mit einem geeigneten Sicherheitsschloss ist der Beschlag auch an Not- und Rettungswegen nach EN 179 einsetzbar. Darüber hinaus sind Ausführungen erhältlich, die für die Verwendung an Rauch- und Feuerschutztüren nach DIN 18273 zugelassen sind. Die Installation ist einfach und schnell durchzuführen (Bild b). Türautomation Auch im Bereich Türautomation, wo die Planung, Montage und Inbetriebnahme von Anwendungen wie Drehflügelantriebe und Sensoren usw. eines gesicherten Fachwissens bedarf, kann der Elektroinstallateur jetzt tätig werden und optimal abgestimmte Lösungspakete aus einer Hand anbieten. Dieses Geschäftsfeld gewinnt verstärkt an Bedeutung, denn automatisch angetriebene Türen, die sich berührungslos öffnen und schließen, lassen sich heute aus modernen Gebäuden nicht mehr wegdenken (Bild ). Ob Verwaltung, Bürogebäude, Arztpraxis oder Ladengeschäft, der Tür- und Eingangsbereich ist die Visitenkarte jedes Gebäudes. Gleichzeitig werden mit automatischen Türen entsprechende Anforderungen - beispielsweise aus dem Behinderten-Gleichstellungsgesetz - erfüllt, das barrierefreie Zugänge in öffentlichen Gebäuden verlangt. Das von diesem Hersteller entwickelte Programm eignet sich für den Einsatz in vielen Bereichen wie beispielsweise in medizinischsozialen Einrichtungen, öffentlichen Gebäuden, Flughäfen, Bahnhöfen, Großküchen, Schulen und Kindergärten, Sozial- und Toilettenräumen oder Ladengeschäften, ebenso wie Sicherheitsschleusen mit Zutrittskontrollen oder Banken. Technische Unterstützung Hotlines. Über Hotlines erhalten die Installateure zusätzliche technische Beratung sowie Unterstützung bei Verkauf und Auftragsabwicklung. Internet. Alternativ dazu gibt es einen umfassenden Support im Internet - mit Download-Möglichkeiten für sämtliche Kataloge, Produktinformationen, Angebotstexte, Installationsanleitungen und Anschlusspläne unter www.assaabloy.de. Schulung. Darüber hinaus unterstützt das Sicherheitsunternehmen den Elektrogroß- und fachhandel mit einem umfassenden Schulungsprogramm. Bei Bedarf nehmen die Trainer auch individuelle Seminare direkt beim Elektrogroßhandel vor. Biometrische Systeme auf dem Vormarsch Wurde bislang ein Wachstum im Markt der biometrischen Systeme lediglich prognostiziert, zeichnet sich seit Mitte letzten Jahres tatsächlich ein deutlicher Absatzschub ab. Der Einbau und die Inbetriebnahme von Systemen zur Iris-, Gesichts- oder Handflächenerkennung bleibt dabei im Wesentlichen den Errichtern der Sicherheitstechnik oder Systemintegratoren vorbehalten. Die Ursache hierfür dürfte vor allem in der hohen Komplexität dieser Anlagen sowie die Applikationen, in denen sie zum Einsatz kommen, liegen. Hier sind vor allem Bereiche mit außerordentlich hohem Sicherheitsbedarf und/oder hohem Personendurchsatz zu nennen wie z. B. Flughäfen, Militäranlagen oder Seehäfen. Für Betriebe des Elektrohandwerks hingegen scheint sich das Marktsegment der Fingerprintsysteme als weiteres Geschäftsfeld gut zu eignen. Laut Angaben der Hersteller liegen die Zuwächse bei den installierten Geräten im zweistelligen Bereich. In diesem Jahr ist mit deutlichen Elektropraktiker, Berlin 60 (2006) 3 218 AUS DER PRAXIS Sicherheitstechnik - Zusatzgeschäft für den Elektromeister Steigende Kriminalität in den Großstädten und die zunehmende terroristische Bedrohung führen zu erhöhten Schutzbedürfnissen in privaten Haushalten, öffentlichen Einrichtungen, Industriebetrieben und Institutionen. Es entwickelt sich verstärkt ein Markt für die Sicherheitstechnik, der für den Elektrofachbetrieb ein zusätzliches Geschäftsfeld bietet. a Sicherheitsbeschlag Anykey aus Edelstahl mit Türcodetastatur b Einfach und schnell zu installieren Barrierefreie Ein- und Ausgänge in Krankenhäusern durch Türautomatik Fotos: Assa Abloy Sicherheitstechnik a) b) EP-0306-218-225 16.02.2006 14:37 Uhr Seite 218 Kostensenkungen bei einer weiteren Verbesserung der Technologie zu rechnen, was mindestens zu einer Stabilisierung der hohen Zuwachsraten beitragen wird. Vielfältige Anwendungen Fingerprintsysteme bieten eine einfache Handhabbarkeit und lassen sich mit wenig Aufwand installieren und in Betrieb nehmen. Ein ganz wesentlicher Aspekt: Die Sensoren, auch Scanner genannt, lassen sich unauffällig an oder in der Wand anbringen, und man benötigt keine Spezialkonstruktionen. Oftmals lassen sie sich sogar mit Schalterprogrammen kombinieren (Bilder , a, b und c). Weitere Einsatzbereiche Obwohl die Fingererkennung vornehmlich für Zutrittssteuerung beworben wird, sind doch mittlerweile auch etliche andere Anwendungen erfolgreich realisiert worden. Die Palette reicht von A wie Alarmanlagenscharfschaltung über I wie Individuelles Ernährungsangebot bis Z wie Zeiterfassung. Hochwertige Systeme lassen eine Kombination der Anwendungen zu, was den Komfort steigert und die Kosten relativiert. Alarmanlage So wird in einem Anwendungsfall mit dem rechten Mittelfinger einer Personengruppe die Alarmanlage aktiviert/deaktiviert, mit dem linken Zeige- oder Mittelfinger die Tür geöffnet und gleichzeitig ein Zeitstempel erzeugt. Individuelles Ernährungsangebot hinterlegen In einem anderen Fall wird mit dem Zugang zu einer Privatkantine dem Servicepersonal automatisch die betreffende Person auf einem Bildschirm vorgeblendet. Durch ein hinterlegtes, individualisiertes Ernährungsangebot wird damit vermieden, dass z. B. streng Diät lebenden Menschen ein falsches Menü angeboten wird. Gut beraten ist, wer selbst gut berät Gerade in der Technik ist auch nicht „alles Gold, was glänzt“. Deshalb ist es wichtig zu wissen, welches biometrische System für welche Anwendungen geeignet ist. Bei Fingererkennung geht man davon aus, dass etwa 5 % der Bevölkerung keine ausreichenden Merkmalsausprägungen besitzen. Die Erfahrung zeigt, dass dieser Prozentsatz unterschritten wird, sofern ausgereifte Systeme professioneller Anbieter eingesetzt werden. Ausgereifte Systeme einsetzen Zu warnen ist vor dem Einsatz billiger Produkte, selbst wenn sie auf den ersten Blick gut funktionieren. Eine geringe Abweisungsrate (FRR) kann leicht erzielt werden, wenn man nur eine hohe, so genannte Falsche Akzeptanzrate (FAR), zulässt. Falsche Akzeptanzen merkt man erst einmal nicht, wenn keine Protokollierung stattfindet. Der Schaden kann am Ende aber deutlich größer sein, als würde eine Person gelegentlich abgewiesen werden. Personengruppen auf Eignung prüfen Auf der anderen Seite gibt es jedoch Personengruppen, bei der die Anzahl der „ungeeigneten“ Finger deutlich höher sein dürfte. Möchte man z. B. einem Bauunternehmer eine Zutrittssteuerung oder Zeiterfassung für seine Handwerker anbieten, sollte zunächst geprüft werden, ob ein Fingerprintsystem überhaupt sinnvoll einsetzbar ist. Durch die Arbeit mit Steinen sind die Hautstrukturen an den Fingern häufig stark gestört, was eine Auswertung schwierig macht. Im Zweifelsfall kann man bei renommierten Anbietern Mustersysteme erhalten, um Unannehmlichkeiten von vornherein vorzubeugen. Fazit Auf der Suche nach neuen Betätigungsfeldern sollte die Sicherheitstechnik, besonders die Zutrittskontrolle, integriert in Sicherheitsbeschlägen oder auch die Biometrie und deren technischen Möglichkeiten nicht außer Acht gelassen werden. Gerade solche Lösungen wie z. B. Fingerprintsysteme bieten dem Handwerk gute Möglichkeiten, mit hochwertigen Produkten neue Marktsegmente zu erschließen. Der mittlerweile erreichte Stand der Technik und Kosten bietet unzählige Anwendungsmöglichkeiten, die auf Realisierung warten. Der Kunde will beraten werden und kennt jedoch häufig nicht die Möglichkeiten, die bereits marktreif vorliegen. Der Einsatz hochwertiger Produkte - gepaart mit einem guten Knowhow des Elektrohandwerks - hilft darüber hinaus, die Zukunftsfähigkeit des Betriebes zu gewährleisten. Elektropraktiker, Berlin 60 (2006) 3 219 AUS DER PRAXIS FIS-Sensor IP 40 -Fingerabdruckscanner - vielseitig einsetzbar Fotos: Doepke a als Scanner an der Eingangstür des Eigenheims b selbst für den Zugriff auf den Briefkasten nutzbar c für die Zutrittskontrolle zum Betriebsgelände EP-0306-218-225 16.02.2006 14:37 Uhr Seite 219

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