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Elektrotechnik | Schutzmaßnahmen

Sicherheit im Badezimmer

ep8/2012, 5 Seiten

Zu dem Beitrag "Sicherheit im Badezimmer" in ep 12-2011 gab es eine lebhafte Diskussion und die folgenden interessanten Fragen. Ich bin der Auffassung, dass künftig alle Haartrockner als "Sichere Haartrockner" hergestellt werden sollten, da sonst im häuslichen Bad häufig beide Arten der Haartrockner zur Verfügung stehen. Zu bedenken ist, dass Benutzer eines Haartrockners meist nicht in der Lage sind, die Zusammenhänge vollständig zu verstehen. Auch bei den errichtenden und prüfenden Elektrofachkräften sind teilweise Wissensdefizite festzustellen. Deswegen fände ich es richtig, in den entsprechenden Vorschriften und Normen eindeutige Festlegungen vorzugeben, selbst wenn diese nicht immer die optimale Lösung widerspiegeln würden. Es genügt nach meiner Auffassung: • eine gesetzliche Forderung ortsfester Haartrockner in den entsprechenden Bauverordnungen; • eine Verpflichtung der Hersteller, "Sichere Haartrockner" herzustellen; • eine Verbesserung der Kenntnisse von Anwendern und Elektrofachkräften. Da es auch noch andere elektrotechnische Gefahrenquellen im Bad gibt, halte ich es für sinnvoll, durch eine gesetzliche Vorgabe das schnellstmögliche Nachrüsten von Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) in den Badezimmern zu veranlassen. Es herrschen bei uns unterschiedliche Auffassungen über die Notwendigkeit und die Art des "Sicheren Haartrockners". Unserer Ansicht nach ist nicht nur der Haartrockner mit Schutzgitter, sondern auch der mit eingebauter Fehlerstrom-Schutzeinrichtung, durch den die derzeitigen Vorgaben des Zusatzschutzes nach DIN VDE 0100-410 und 0100-701 erfüllt werden, als "ausreichend sicher" zu bezeichnen. Kommt es in einer Badinstallation mit klassischer Nullung zum Schutzleiterbruch in der Zuleitung zur Steckdose, dann gewährt die Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) im Stecker des Haartrockners einen besseren Schutz als der in diesem Fall ja unwirksame PE-Schutzschirm. Wäre dies nicht ein Grund dafür, auch diese Variante zuzulassen? Immer wieder fordern Praktiker eine eindeutige Normenvorgabe, aus der hervorgeht, ob Badewannen in den Potentialausgleich einbezogen werden müssen. Dass die Errichter der Anlagen darüber in jedem Einzelfall entscheiden sollen, ist im Prinzip richtig, aber angesichts der vielen im Beitrag in ep 12-2011 aufgeführten möglichen Varianten nicht umsetzbar. Um den Errichtern diese Entscheidung zu ermöglichen, sollte in der Norm DIN VDE 0100-701 folgende Erläuterung aufgenommen werden: Die für das Planen/Errichten der Elektroinstallation verantwortliche Elektrofachkraft muss sicherstellen, dass badende Personen gleichzeitig nur Teile mit gleichem Potential berühren können. Es ist möglichst durchzusetzen, dass sich im Handbereich keine Teile mit PE/PA-Potential befinden. • Wird dies gewährleistet, so sollte eine leitfähige Badewanne nicht mit dem PA verbunden werden. • Ist dies nicht umsetzbar, sollte eine leitfähige Badewanne mit dem PA verbunden werden. In dem Beitrag wurde nicht darauf eingegangen, dass in der Installation oder im Haartrockner auch Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) mit maximalem Bemessungsdifferenzstrom von 10 mA eingesetzt werden können. Auch dadurch könnte das Niveau der Sicherheit ganz allgemein und speziell für die badenden Personen erhöht werden.


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Autor
  • K. Bödeker
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