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Elektrotechnik | Messen und Prüfen

Ölauffanggruben von Transformatoren prüfen

ep5/2010, 1 Seite

Ist es notwendig, die Ölauffanggruben von Transformatoren durch einen anerkannten Sachverständigen wiederkehrend prüfen zu lassen?


Durch bestellte Personen oder durch von der obersten Wasserbehörde anerkannte Organisationen müssen lediglich oberirdische Anlagen für flüssige Stoffe der Gefährdungsstufen C und D (in Schutzgebieten für flüssige Stoffe der Gefährdungsstufen B, C und D) geprüft werden. Grundlagen hierfür sind das Wassergesetz – WG [1] sowie ebenfalls die Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen – VAwS [2] der jeweiligen Bundesländer.
Zunächst ist das Gefährdungspotential in die möglichen Stufen A bis D einzuordnen. Dies hängt ab vom Volumen der Anlage und der Gefährlichkeit der darin vorhandenen Stoffe (Wassergefährdungsklasse WGK). Bei Transformatoren lassen sich diese Angaben den Transformatorpapieren oder dem Leistungsschild entnehmen. Die Wassergefährdungsklasse (WGK) wird nach der Verwaltungsvorschrift über wassergefährdende Stoffe bestimmt und ist bei Isolierölen im Allgemeinen die „ungefährlichste“ Klasse WGK 1.
Aber Achtung: Wenn die WGK nicht eindeutig bestimmt werden kann, ist gemäß [2] WGK 3 anzusetzen. Dies kann bei Transformatoren älterer Bauart durchaus der Fall sein. Das Volumen der Ölfüllung wird auf den Betriebsmitteln angegeben. In Transformatoren bis 1 000 kVA sind weniger als 1 m³ Öl enthalten, in Transformatoren bis 2 500 kVA schon über 1,5 m³ und in Transformatoren > 2 500 kVA mehrere 10 m³.
Die Gefährdungsstufe ergibt sich aus einer Tabelle, die in Tafel {1}
auszugsweise widergegeben wird. Unter der Voraussetzung, dass WGK 1 vorliegt, lässt sich hieraus für Transformatoren mit einem Ölvolumen bis 100 m³ die Gefährdungsstufe A ermitteln. Damit wäre nach § 19 in [2] eine Überprüfung durch anerkannte Sachverständige nicht gefordert.
 Wenn allerdings die WGK nicht eindeutig bestimmt werden kann, sind die Auffangräume von Transformatoren > 1 000 kVA prüfpflichtig. In Schutzgebieten gilt dies sogar für die Auffangräume von Transformatoren ≥ 160 kVA.

Quellen

(Beispiel) Wassergesetz für das Land Sachsen-Anhalt (WG LSA) in der Fassung der Bekanntmachung vom 12.04.2006.

(Beispiel) Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (VAwS) von Sachsen-Anhalt vom 28.03.2006.


Bilder


Ermittlung der Wassergef

Autor
  • F. Schmidt
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