Elektrotechnik
|
Licht- und Beleuchtungstechnik
Kurzzeit-Betrieb von Leuchtstofflampen
ep2/1999, 1 Seite
Passus ist ebenfalls nicht neu, das war immer schon der Baustellenleiter oder der Inbetriebsetzungsleiter, der als fachlicher und disziplinarischer Vorgesetzter eine mehr oder weniger große Mannschaft vor Ort einzusetzen hatte. Hier ist eine „Benennung“ natürlich erforderlich, zum einen, damit die Mannschaft weiß, wer „das Sagen hat“, zum anderen, damit der Betreiber der Anlage, der Anlagengenverantwortliche, weiß, wer von welcher Montagefirma sein Ansprechpartner als Arbeitsverantwortlicher ist. Anlagenverantwortlicher. Dieser Begriff ist neu. Der Anlagenverantwortliche ist „eine Person, die benannt wird, um die unmittelbare Verantwortung für den Betrieb der elektrischen Anlage zu tragen“. Es ist dies in der Regel also „der Kunde“, in dessen Anlage die Montagefirma tätig wird. Der Anlagenverantwortliche für eine bestimmte elektrische Anlage hat sicherzustellen, daß beim Durchführen von Arbeiten an oder in der Nähe dieser Anlage sowohl die besonderen Gefahren, die mit der Anlage verbunden sind, berücksichtigt werden als auch ein sicherer Betrieb der Anlage gewährleistet wird. Er ist der Ansprechpartner für den oder die Arbeitsverantwortlichen. Die Funktionen des Anlagenverantwortlichen und des Arbeitsverantwortlichen können aber auch von einer Person wahrgenommen werden, z. B in der Inbetriebsetzungsphase, in der die Anlage mehr und mehr „betrieben“ wird, aber noch nicht an den Kunden übergeben wurde. W. Kathrein Kurzzeit-Betrieb von Leuchtstofflampen ? In unserem Betrieb wurde im Rahmen eines Verbesserungsvorschlags zur Energieeinsparung bei der Beleuchtung von Toiletten, Umkleideräumen etc. die Möglichkeit des Austauschs der vorhandenen Lichtschalter durch Bewegungsmelder diskutiert. Dabei trat die Frage auf, ob sich ein derartiger Aufwand in bezug auf die verringerte Lebensdauer von Leuchtstofflampe und Starter sowie die erhöhte Leistungsaufnahme beim Einschalten (war im übrigen durch Messung nicht feststellbar) rechnet? ! Leistungsaufnahmen. Die üblicherweise mit der Leuchtstofflampe in Reihe geschaltete Induktivität (Drossel) begrenzt in der Zündphase und im normalen Betrieb den Lampenstrom sowie bei einer konstanten Netzspannung die Lampenleistung. In der Zündphase fließt bei unkompensierten konventionellen Vorschaltgeräten zur Vorheizung der Elektroden kurzzeitig ein höherer Strom (etwa der 1,4fache Nennstrom). Dadurch tritt ein erhöhter Leistungsverbrauch des Gesamtsystems auf. Bei kompensierten Schaltungen tritt in der Startphase keine Stromerhöhung und damit auch keine erhöhte Leistungsaufnahme auf. Nach erfolgreicher Zündung hat die Lampe zunächst eine geringere Leistung, durchläuft nach kurzer Zeit ein Maximum und sinkt dann wieder leicht ab. Die Leistungsdifferenzen in der Lampenanlaufphase sind abhängig von der Umgebungstemperatur und der Lampenleistung. Lebensdauer. Wenn Leuchtstofflampen nur sehr kurzzeitig betrieben werden, ist es nicht sinnvoll, diese konventionell in Starter-Drossel-Schaltung zu betreiben. Hier ist es angeraten, hochwertige elektronische Vorschaltgeräte (EVG) mit dafür geeigneten Lampen einzusetzen. In Tafel ist die Lebensdauer der Leuchtstofflampen in Abhängigkeit von der Schalthäufigkeit und des Zündsystems angegeben [1] (die Werte entsprechen auch anderen Veröffentlichungen). Mit einer „idealen“ Vorheizung (z. B. EVG) wird danach unabhängig von der Brennzeit pro Schaltung eine Lebensdauer von 20.000 Stunden erreicht. Literatur [1] Sturm,C.H.;Klein,E.:Betriebsgerätefürelektrische Lampen. Herausgeber: Siemens AG. J. Zabel Herstellen einer Prüftafel für die eigene Werkstatt ? Da mein Auftragsvolumen mir einige Zeit läßt, möchte ich gern die Prüftafel für meine Werkstatt selbst herstellen. Ist dies gestattet oder muß sie von einem namhaften Hersteller erstellt und einer Typprüfung unterzogen werden? ! Für die Arbeitsmittel, die Sie bei Ihren Arbeiten verwenden, also auch für die Prüftafel, sind Sie selbst verantwortlich. Alle diese Arbeitsmittel müssen nach VBG 4 den Sicherheitsvorschriften, also den DIN-VDE- Normen genügen. Für die Prüftafel sind dies neben den allgemein gültigen Normen der DIN VDE 0100 · DIN VDE 0104 „Prüffelder“, bezüglich der für einen Prüfplatz geforderten Ausrüstung · DIN VDE 0660 Teil 500 „Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen“, bezüglich der Anforderungen an die Gestaltung (Errichtung) und Prüfung derartiger Schaltfafeln (Pulte, Zellen usw.). Wenn Sie Ihre Prüftafel selbst herstellen, müssen Sie diese Normen berücksichtigen und sich selbst (als Anwender) nachweisen, daß alle Vorgaben eingehalten wurden. Bei dieser einfachen Prüftafel wird es Ihnen nicht schwerfallen, normgerecht zu arbeiten. Die Bauanforderungen nach DIN VDE 0660 Teil 500 entsprechen in diesem Fall den ganz normalen handwerklichen Vorgaben und Qualitätsmaßstäben, die von Ihnen nach DIN VDE 0100 auch bei jeder anderen Arbeit zu beachten sind. Die besonderen nach DIN VDE 0104 geforderten Ausrüstungen, sind in dieser Norm aufgeführt und können ohne Schwierigkeiten realisiert werden. Nach DIN VDE 0660 Teil 500 wird in Abschnitt 8.2 und Tafel 7 eine Typprüfung gefordert, die aber für diese kleine Prüftafel, wie Sie selbst feststellen werden, praktisch der Prüfung nach DIN VDE 0100 Teil 610 entspricht. Hinzu käme die Erwärmungsprüfung. Selbst bei dem praktisch niemals auftretenden Dauerbetrieb der Prüftafel wird nur wenig Wärme in der Tafel entstehen. Auch die Ausführung in IP 20 sorgt für eine gute Wärmeabführung. Somit kann das nach DINVDE0660Teil500geforderte Ermitteln der Grenzübertemperatur durch eine Messung entfallen bzw. durch diese hier dargestellte Überlegung ersetzt werden. Da Sie die Prüftafel nicht für einen anderen Abnehmer herstellen, geht es nur darum, daß Sie sich selbst gewiß sind, normgerecht gearbeitet zu haben. Es ist somit durchaus möglich, daß Sie als Elektrofachbetrieb Ihre Prüftafel selbst herstellen. Wenn Sie dann aber wirklich alle dafür verwendeten Anstrengungen summieren, wird es erfahrungsgemäß eine recht teure Anschaffung werden. Insofern ist dann doch der Kauf bei einem der Hersteller dieser Tafeln der bessere Weg. K. Bödeker Elektropraktiker, Berlin 53 (1999) 2 104 Leseranfragen Tafel Lebensdauer von Leuchtstofflampen in Abhängigkeit von der Schalthäufigkeit und des Zündsystems nach [1] Schaltung pro Brennzeit 15 min 1 h 3 h 1000 h Lebensdauer bei „idealer“ Vorheizung 20·103 h 20·103 h 20·103 h 20·103 h Lebensdauer bei Starter-Drossel-Schaltung 300 h 3·103 h 8·103 h 20·103 h Lebensdauer im Kaltstart - 800 h 2·103 h 20·103 h Die Werte sind Richtwerte und können in Abhängigkeit von der Anpassung der Leuchtstofflampen an den äußeren Stromkreis variieren. Minderwertige elektronische Vorschaltgeräte arbeiten häufig im Kaltstart.
Autor
- J. Zabel
Downloads
Laden Sie diesen Artikel herunterTop Fachartikel
In den letzten 7 Tagen:
Sie haben eine Fachfrage?
