Inf.- und Kommunikationstechnik
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Elektrotechnik
Glasfaserstecker - gefertigt mit Schweizer Präzision
ep4/2008, 2 Seiten
Hohe Qualitätsansprüche Bei dem Schweizer Unternehmen Reichle & De-Massari, einem Spezialisten für die Herstellung von Datenübertragungssteckern, werden Glasfaserkomponenten je nach Kundenwünschen und Spezifikationen montiert und bestückt. Dies ist mit relativ hohem Aufwand, einschließlich diverser manueller Arbeitsschritte, sowie mit Fingerspitzengefühl und Erfahrung verbunden. Außerdem durchläuft jeder Stecker umfangreiche Qualitätskontrollen. Allerdings liegt die Ausschussquote für die Endprodukte nach eigenen Angaben deutlich unter 1 %, sodass sich diese Vorgehensweise auszuzahlen scheint. Um derartig hohe Qualitätsansprüche erfüllen zu können, ist Präzision gefragt - sowohl beim Fertigen der Stecker als auch bei deren weiterer Verarbeitung. Steckerfertigung Die Belastungen, denen die Glasfaserstecker (Bild ) ausgesetzt sind, könnten kaum anspruchsvoller sein. Sie sind für eine Betriebsdauer von 25 Jahren ausgelegt. Bei dem Patchen müssen sie zudem hohe Scherkräfte aushalten und 500 bis 2000 Steckzyklen sollten sie auch problemlos überstehen. Eine entscheidende Komponente bei der Herstellung eines Glasfasersteckers ist das Ferrule genannte Führungsröhrchen, in das die Fasern eingeführt werden. Die verwendeten Ferrulen stammen aus einer hochpräzisen Spezialfertigung. Je nach Anwendungsbereich (Klassifizierung) des zu fertigenden Steckers kommen unterschiedliche Typen bzw. Genauigkeitsklassen zum Einsatz. Noch bevor sie in einem Stecker verbaut werden erfolgt zunächst eine Eingangskontrolle, bei der die Konzentrität der Bohrung überprüft wird. In der höchsten Qualitätsstufe ist diesbezüglich eine Genauigkeit von 0,1 m gefordet. Konfektionierung Die eigentliche Konfektionierung eines Steckers beginnt damit, dass Hülsen und Federn in das im Hochpräzisions-Spritzgussverfahren hergestellte Steckerinnengehäuse eingesetzt und Ferrulen Elektropraktiker, Berlin 62 (2008) 4 AUS DER PRAXIS Glasfaserstecker - gefertigt mit Schweizer Präzision Daten- und Kommunikationsnetzwerke mit Glasfaserleitungen sind durch Zuverlässigkeit sowie hohe Übertragungsraten gekennzeichnet. Dies trifft jedoch nur dann zu, wenn die Daten in Form von Lichtimpulsen möglichst unverfälscht übertragen werden. An den Verbindungsstellen der Fasern können bereits Abweichungen im Mikrometer-Bereich relativ große Probleme verursachen. Aus diesem Grund müssen Glasfaserstecker sehr präzise konfektioniert und mehrfach überprüft werden. Bestellen Sie immer so viel, wie Sie wirklich brauchen? www.Hellermann Tyton.de/M-BOSS-Online Innerer Aufbau eines Hochleistungs-Glasfasersteckers mit Kleber befestigt werden. Im Anschluss werden die Glasfasern in die Ferrulen eingeführt und ebenfalls geklebt. Dabei darf der Klebstoff keine Blasen werfen, weil er sonst beim Applizieren unregelmäßig zwischen Glasfaser und Keramikhülse laufen würde. Der nächste Arbeitsgang besteht darin, das überstehende Faserende erst mit einem Hartmetall zu ritzen, danach zu brechen und vorzuschleifen. Nach diesem Vorschliff sowie einer ersten Qualitätsüberprüfung des Faserendes gelangt das Kabel in den Tuning-Prozess. Tuning Das Tuning besteht hauptsächlich aus einem Ablage- und einem Polierverfahren. Beim Ablageverfahren wird mit einem speziellen Scanner der Sektor des Faserkerns ermittelt, in dem das Lichtzentrum liegt. Der bevorzugte Sektor erhält am Steckerinnengehäuse eine Markierung, die zur geometrischen Ausrichtung bei der Endmontage dient. So erhält man den geringsten lateralen Versatz des Licht führenden Teils in der Kupplung - eine wesentliche Voraussetzung für eine funktionsfähige Verkabelung. Bis zu drei Polierschritte sind im Rahmen der weiteren Fertigung notwendig, um die Oberflächen der Faserenden zu konditionieren und ideale Bedingungen für den Lichtübergang in der späteren Verbindungsstelle zu erzielen. Dabei wird die Güte wieder mehrfach mit einem Interferometer bei einer Auflösung im Nanometer-Bereich untersucht und die Ergebnisse protokolliert. Die Daten fließen dann kontinuierlich in die Prozessoptimierung ein. Bedrucken der Stecker Bei der Schlusskontrolle - der optischen Vermessung - wird ein Code auf das Steckergehäuse gedruck, der dokumentiert, dass der Lichtdurchgang bei unterschiedlichen Wellenlänge geprüft wurde und der Stecker die aufgedruckten Werte für die Einfügedämpfung (Insertion Loss - IL) und die Rückflussdämpfung (Return Loss - RL) aufweist. Außerdem trägt das grüne Gehäuse einen Seriennummer-Aufdruck, durch den sich noch nach 20 Jahren für jeden einzelnen Stecker zurückverfolgen lässt, wann und aus welchen Chargen er zusammengefügt wurde und mit welchen Messwerten die Auslieferung an den Kunden erfolgt ist. Verschiedene Ausführungen Während die Patchkabel nach der Konfektionierung, optischen Vermessung und dem Aufdruck ihrer Daten in Kunststofftaschen eingeschweißt werden, durchlaufen Pigtails einen weiteren Arbeitsschritt. Diese bunten Glasfasern werden den Kundenvorgaben entsprechend in Kabelendverteiler eingelegt und als individuell bestückete Spleißboxen ausgeliefert. Produktsortiment Das Produktsortiment des Herstellers reicht von den bereits erwähnten Patchkabeln und Pigtails bis hin zu modular aufgebauten Verteilerlösungen (Bild ), die durch ihren Aufbau eine relativ unkomplizierte Glasfaserinstallation ermöglichen. Elektropraktiker, Berlin 62 (2008) 4 Mit unserem M-BOSS-Online-Tool ordern Sie genau nach Bedarf. 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