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Elektrotechnik | Elektrosicherheit | Schutzmaßnahmen

Fehlerstromschutz hinter USVen

ep9/2019, 2 Seiten

Für den Einbau in ein Server-Rack hatte ich eine ortsveränderliche USV eines namhaften Herstellers vorgesehen. Dabei sind mir mehrere Ungereimtheiten in der Konzeption dieses Gerätes aufgefallen, die der Hersteller für mich leider nicht klären möchte. Seit dem 1. Juni 2007 gilt für den Personenschutz, dass für alle Steckdosen in Wechselspannungssystemen, die durch die Benutzung von Laien und zur allgemeinen Verwendung bestimmt sind, ein zusätzlicher Schutz durch Fehlerstrom-Schutzweinrichtungen (RCDs) vorgesehen werden muss. Alle unsere betreffenden Endstromkreise genügen den Anforderung bezüglich Personenschutz entsprechend. Für den fehlerfreien Betrieb von Geräten, die sich im Sekundärkreis einer USV befinden, ist die Personensicherheit gewährleistet. Für den Fall eines unzulässig hohen Fehlerstroms wird der RCD vor der USV die Zuleitung trennen. Aufgrund der USV wird diese Trennung wunschgemäß auf der Abgangsseite aber nicht wirksam! Im Fall einer Übernahme der Stromversorgung durch die USV kann ich folglich keine Personensicherheit mehr gewährleisten! Für mich stellen sich nun folgende Fragen: Fallen die an der USV befindlichen Steckdosen unter die Normreihe DIN VDE 0100 (VDE 0100)? Wenn ja, wieso sind sie geräteseitig nicht durch einen eingebauten RCD abgesichert? Wenn nein, wie soll ich den Teil zwischen einer USV und einem eventuell nachgelagerten RCD absichern? Wie kann ich im Fehlerfall die Personensicherheit gewährleisten?Gerade bei Stand-Alone-Geräten, welche für eine Aufstellung in unabgeschlossenen und für Laien zugänglichen Räumen vorgesehen sind, sehe ich ein nicht zu vernachlässigendes Gefahrenpotential! Und auch für Rack-Einschübe wäre es in meinen Augen sehr sinnvoll, einen im Gerät integrierten RCD Typ B+ vorzuhalten. Diese Aussage folgt natürlich der Vorgabe, dass Personenschutz vor Datenschutz geht. Es befinden sich Geräte auf dem Markt, welche sekundärseitig ungesicherte, nicht fest angeschlossene Endstromkreise bereitstellen. Die Geräte sind so konzipiert, dass sie in normalen Büroräumen eingesetzt und von Laien bedient werden können. Für mich sind diese Geräte potentiell lebensgefährlich und nicht normgerecht!


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Autor
  • W. Hörmann
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