Elektrotechnik
Deutsche Arbeitsschutzausstellung in Dortmund jetzt komplett
ep10/2000, 2 Seiten
Elektropraktiker, Berlin 54 (2000) 10 910 Ziel der Ausstellung Die Ausstellung hat sich im Gegensatzzuherkömmlichen Technikmuseen die Aufgabe gestellt, Themen und Inhalte der Arbeitswelt in szenischen Situationen, eingebettet in die Darstellung von Tätigkeitsfeldern unterschiedlicher Branchen, zu behandeln. Dabei stellt die DASA den Menschen mit seinen körperlichen, seelischen, sozialen und kulturellen Belangen in den Mittelpunkt, dessen Bedürfnisse bei der Gestaltung künftiger Arbeitsplätze und eines präventiven Arbeitsschutzes zu beachten sind. Beispiele aktueller Gefahrensituationen sollen vor allem dazu dienen, auch unter den gegenwärtigen Bedingungen von Arbeitsmarkt und Wettbewerb den Arbeitsschutz stets im Blickfeld zu behalten und nicht zu unterschätzen. Dabei wird die Anpassung der Ausstellung an den technischen und gesellschaftlichen Fortschritt nicht ausbleiben. Die für die Elektrofachkraft besonders interessanten Ausstellungsthemen betreffen · den gläsernen Menschen mit Veranschaulichung seiner Anatomie und Verletzlichkeit, · das Arbeiten am Bildschirm und das Innenleben von Computern, · mehr Sicherheit am Bau, · „Jede Menge Spannung“ und · die durch Kampf für eine bessere Arbeitswelt gekennzeichnete Geschichte des Arbeitsschutzes. Die letzten beiden Bereiche wurden nach der Eröffnung mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Aber auch die anderen Themenkreise · Arbeiten im Takt der Maschine, · Schuften in Schichten oder · Transportieren und Befördern, vertiefen das Bewusstsein für ein arbeitsschutzgerechtes Verhalten und sind betrachtenswert. Viele Ausstellungsgegenstände, Experimentierstationen und szenische Umsetzungen laden zum Mitmachen ein und können - ggf. mit vorhandenem Fachpersonal - in Aktion erlebt werden. Außer in Gruppenführungen und Sonderprogrammen kann die Ausstellung auch allein mit kostenlosen Hörprogrammen über Kopfhörer erkundet werden, die sich selbsttätig vor Ort zuschalten. Zusätzliche Informationen in Text und Bild finden sich an den Handläufen. Jede Menge Spannung Dieser Bereich befasst sich mit dem Arbeits- und Gesundheitsschutz in der Elektrizitätswirtschaft - von der Elektroenergieerzeugung und -verteilung bis zum „Strom aus der Steckdose“. Dazu gehören Kraftwerksleitwarte und Teil einer 400-kV-Leitung mit Wartungswagen sowie Turbinenläufer und betretbarer Hubschrauber für die Kontrolle von Hochspannungsleitungen. Demonstriert werden die rund um die Uhr verantwortliche Tätigkeit des Kraftwerkspersonals für die zuverlässige Stromerzeugung und die zu bewältigenden Gefahren bei der visuellen Überwachung aller Bauteile der Hochspannungsleitungen unter Spannung - in 5 m Entfernung aus dem Hubschrauber. Der Besucher kann die Situation in einem simulierten Kontrollflug nachvollziehen. Des Weiteren geht es um den sachgerechten Umgang mit Elektrizität in Werkstatt und Haushalt (Bilder und ). Obwohl Elektrounfälle relativ selten sind, erweisen sich die Folgen oft als schwerwiegend. 2,5 % der Elektrounfälle verlaufen tödlich. Gezeigt werden Beispiele gefährlicher Situationen durch defekte Geräte und Zuleitungen sowie mangelhafte Schutzmaßnahmen. Der weniger mit den Normen und Vorschriften Vertraute erhält viele Hinweise zum richtigen Umgang mit Elektrogeräten und -anlagen. Deutsche Arbeitsschutzausstellung in Dortmund jetzt komplett Arbeitsschutz umfasst alle Maßnahmen, die dazu beitragen, Leben und Gesundheit der arbeitenden Menschen zu schützen, ihre Arbeitskraft zu erhalten und die Arbeit menschengerecht zu gestalten. Zuständige staatliche Behörde für die Durchsetzung des Arbeitsschutzes ist die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Darin eingebunden ist die ständige Deutsche Arbeitsschutzausstellung (DASA) in Dortmund, die 1993 in Teilbereichen eröffnet und nunmehr anlässlich der Weltausstellung EXPO 2000 auf 13.000 m2 Ausstellungsfläche fertiggestellt wurde (Bild ). Report Elektropraktiker, Berlin 54 (2000) 10 911 Kampf für eine bessere Arbeitswelt In diesem Bereich wird die durch 150 Jahre Kampf gekennzeichnete Geschichte des Arbeitsschutzes deutlich. Der Beginn der Industrialisierung kannte nur mangelhafte Arbeitsräume, überlange Arbeitszeiten, Unfallgefahren, Kinderarbeit, Hungerlöhne und soziales Elend. Gezeigt wird der Weg zu den jetzt selbstverständlichen Errungenschaften Arbeitsschutz, Sozialpartnerschaft, Tarifverträge, Berufsgenossenschaften, Gewerbeaufsicht, Sozialversicherung und Unfallverhütung. Dazu gehörten Streiks, Aussperrung, Straßenkämpfe, Verfolgung, Gefängnisstrafen und schwarze Listen, die letztendlich zu dem heute geltenden Arbeitsschutzgesetz und zu weiteren gesetzlichen Regelungen führten. Auch ein Blick auf den Arbeitsschutz in der DDR, dessen Wirksamkeit manchmal an mangelnden materiellen Ressourcen scheiterte, wird getan. Obwohl die Arbeitsbeziehungen heute weitgehend versachlicht sind, ergeben sich neue Herausforderungen für Qualifizierung, Wettbewerb und die Art und Weise des künftigen Arbeitens durch die Globalisierung. A. Worgitzki Gebäude der Deutschen Arbeitsschutzausstellung (DASA) Bohrmaschinen und elektrische Antriebe mit Kraftübertragung über eine biegsame Welle Die Deutsche Arbeitsschutzausstellung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin befindet sich: Friedrich-Henkel-Weg 1-25 D-44149 Dortmund-Dorstfeld Öffnungszeiten: Di - Sa 9 - 17 Uhr So 10 - 17 Uhr Der Eintritt ist frei. Weitere Infos unter Tel.: 02 31/90 71-479 www.dasa-dortmund.de INFO Anschrift Elektrische Hausgeräte (Fotos: 1 DASA, 2 Worgitzki) Report
Autor
- A. Worgitzki
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