Hotelinstallation durch Sohn des Hoteliers

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Die Elektroinstallation in einem Hotel mit Restaurant wurde vom Sohn des Hoteliers erweitert bzw. erneuert. Der TÜV und ein vereidigter Brandschutzprüfer haben die Anlage geprüft. Wir als konzessionierter Installateurbetrieb haben den Auftrag, die Plombe am Hausanschluss des EVUs zu erneuern, die von besagtem Sohn entfernt wurde, um den Überspannungsschutz einzubauen. Haben sich Sohn – Elektroinstallateurgeselle – und Vater – Eigentümer des Hotels – korrekt verhalten? Wie verhalten wir uns?

Leider ist aus der Anfrage nicht zu erkennen, ob der genannte Sohn als Elektrogeselle im Auftrage einer Firma die elektrische Anlage geändert und erweitert hat.

Arbeiten an der elektrischen Anlage dürfen gemäß der Verordnung über Allgemeine Bedingungen für den Netzanschluss und dessen Nutzung für die Elektrizitätsversorgung in Niederspannung (Niederspannungsanschlussverordnung – NAV) § 13 [1] außer durch den Netzbetreiber nur durch ein in ein Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragenes Installationsunternehmen durchgeführt werden.

Fakt ist, dass der Netz- bzw. Hausanschluss gemäß NAV § 8 [1] zu den Betriebsanlagen des Netzbetreibers gehört. Der Anschlussnehmer darf keine Einwirkungen auf den Netzanschluss vornehmen oder vornehmen lassen. Das unberechtigte Entfernen der Plombe am Hausanschluss ist ein Siegelbruch und somit eine strafbare Handlung. Fehlende Plomben sind dem Netzbetreiber unverzüglich mitzuteilen.

Mit einem im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragenen Installationsunternehmen kann ein Netzbetreiber besondere Vereinbarungen über das Öffnen von Plomben und gegebenenfalls Wiederplombieren treffen.

Der Anfragende als eingetragenes Installationsunternehmen sollte auf keinen Fall ohne eine vollständige Überprüfung diesen Hausanschluss selbst plombieren und damit die Verantwortung übernehmen. Vielmehr ist der Anfragende dem Netzbetreiber gegenüber verpflichtet, ihm den Sachverhalt mitzuteilen.

Die Eintragung des Anfragenden im Installateurverzeichnis beruht auf der Vereinbarung zwischen dem BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. und dem Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH), den Grundsätzen für die Zusammenarbeit von Netzbetreibern und dem Elektrotechniker-Handwerk bei Arbeiten an elektrischen Anlagen gemäß Niederspannungsanschlussverordnung (NAV).

Danach zählt zu den Aufgaben, Rechten und Pflichten des eingetragenen Installationsunternehmens, dass es Arbeiten, die von Personen ausgeführt werden, die nicht in das Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen sind, nicht mit seinem Namen decken darf. Das gilt nicht, wenn der Anfragende als die verantwortliche Elektrofachkraft die Arbeiten als Sachverständiger überprüft hat, die Verantwortung für ihre ordnungsgemäße Ausführung übernimmt und den Errichter in seiner Fertigmeldung benennt.


Literatur:

[1] Verordnung über Allgemeine Bedingungen für den Netzanschluss und dessen Nutzung für die Elektrizitätsversorgung in Niederspannung (Niederspannungsanschlussverordnung – NAV) vom 1. November 2006 (BGBl. I S. 2477); zuletzt geändert durch Art. 3 V v. 14.3.2019 I 333.

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