Dezentrale Energieversorgung

Zur Schaltberechtigung für elektrische Anlagen bis 30 kV qualifizieren

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Der Ausbau der dezentralen Stromerzeugung gilt als wesentliche Aufgabe in der Energiewirtschaft. Darunter zu verstehen sind Anlagen, die in ein öffentliches Verteilnetz – ein Mittel- oder Niederspannungsnetz – einspeisen oder auch der Eigenversorgung dienen. Das Arbeiten an oder in der Nähe von Mittelspannungs-Schaltanlagen erfordert eine besondere Ausbildung.

Diese Tätigkeiten stellen für den dort arbeitenden Monteur ein hohes Gefahrenpotential dar – es kann zu schweren Unfällen kommen. Daher sind die dafür eingesetzten Mitarbeiter erst entsprechend zu qualifizieren.

Nachweis der Schaltberechtigung erlangen

Um diese Gefährdungen zu verhindern, sind Unternehmer und die verantwortlichen Mitarbeiter verpflichtet, für diese Arbeiten qualifizierte Mitarbeiter auszuwählen und sie als Elektrofachkräfte (EFK) auszubilden. Besonders im Umgang mit MS-Schaltanlagen sind zahlreiche Vorschriften und Vorsichtsmaßnahmen zu berücksichtigen. Das Ausführen von Schalthandlungen – das Anwenden der fünf Sicherheitsregeln ist in der Hochspannung anders geregelt als in der Niederspannung – erfordert deshalb im Sinne der anerkannten Regeln der Technik eine Befähigung zur Schaltberechtigung für die Elektrofachkraft. Diese wird erst nach ausreichender Qualifizierung in schriftlicher Form durch den Verantwortlichen für die elektrischen Netze und Anlagen erteilt. Für das betriebsinterne Stromversorgungsnetz ist das meist der Unternehmer oder die verantwortliche Elektrofachkraft (VEFK), außerhalb des Betriebs der zuständige Netzbetreiber oder der örtliche Energieversorger.

Elkonet-Seminar

Inhaltliche Schwerpunkte. Im Elkonet-Seminar „Schaltberechtigung (Basisseminar) für elektrische Anlagen bis 30 kV“ (TERMINE) werden den Teilnehmern die erforderlichen Fachkundekenntnisse vermittelt (Bild). Dabei gilt es, insbesondere die relevanten Vorschriften und Normen, wie beispielsweise die DGUV V 1, die DGUV V 3 sowie die VDE 0105-100, zu beachten.

Weitere wichtige Seminarthemen:

  • rechtliche Grundlagen, Netzaufbau (Stromnetze)

  • Smart Grid – Ausblick in die künftige Netzentwicklung

  • Schaltanlagen 1–30 kV und Schutztechnik

  • Betrieb von Starkstromanlagen >1 kV

  • Fehlerarten, Schaltsprache, Durchführen von Schaltmaßnahmen

  • Erste Hilfe nach Stromunfällen.

Zielgruppen und Abschluss. Die praxisnahe Ausrichtung dieser Qualifizierungsmaßnahme richtet sich an Personen, denen die Schaltberechtigung erteilt werden soll, also beispielsweise an Elektroingenieure, Techniker, Elektromeister, Gruppenführer, Elektromonteure sowie Elektrofachkräfte aus Industrie- und Versorgungsunternehmen.

Nach erfolgreich bestandener schriftlicher Prüfung erhalten die Teilnehmer einen Fachkundenachweis und erfüllen somit die Voraussetzung, die Schaltberechtigung in ihrem Betrieb zu erlangen.


Bilder:


(1) Übungsschaltanlage zur Ausbildung „Schaltbefähigung für das Betreiben elektrischer Anlagen bis 30 kV“ (Quelle: EBZ Dresden)

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