Spar-Tipps für den Werkstattbesuch
Es riecht nach Motoröl, die Ersatzteile liegen auf dem Boden und Mechaniker schrauben an Fahrzeugen. Der Besuch einer Werkstatt gehört für Autobesitzer dazu, doch ist das meist eine kostenintensive Angelegenheit. Wie beim Besuch einer Autowerkstatt Geld gespart werden kann, hat der Auto-Experte und Gründer von der Car-Tech-Firma Carly, Avid Avini, zusammengefasst.
1. Besuch einer Werkstatt im Ausland oder in einer anderen Stadt
Reparaturen im Ausland sind häufig günstiger als in Deutschland. Vor allem Autobesitzer im Grenzgebiet zu Polen oder Tschechien zieht es für eine Autoreparatur ins Ausland. Bei dieser Form von Autoreparatur-Tourismus sollte aber unbedingt die Seriosität der Werstatt überprüft werden. Zudem muss es nicht immer die Fahrt ins Ausland sein: Manchmal reicht auch schon eine andere Stadt. Liegt der Wohnort beispielsweise in Frankfurt am Main, kann sich eine kurze Deutschlandtour durchaus lohnen. Denn dort zahlt man in den Werkstätten beispielsweise bis zu 359 Euro für einen Motorölwechsel und damit im Städtevergleich am meisten. In Dortmund bieten Werkstätten die Dienstleistung schon für 157 Euro an – das Beispiel zeigt: Die Wahl der Stadt kann einen großen Unterschied bedeuten. Wie viel der Werkstattbesuch in den 20 größten deutschen Städten kostet, ist in einem großen Werkstattvergleich dargestellt.
Die weit verbreitete Annahme, dass der Werkstattbesuch auf dem Land günstiger als in der Stadt ist, konnte im Vergleich allerdings nicht belegt werden. Deshalb gilt: Lieber einmal mehr die jeweiligen Werkstattpreise vergleichen und sich nicht auf Mythen verlassen.
2. Einen Kostenvoranschlag von der Werkstatt erstellen lassen
Autobesitzer sollten sich bei der Kfz-Werkstatt ihres Vertrauens einen Kostenvoranschlag einholen. Dieser ist normalerweise kostenlos und enthält die konkrete fachgerechte Diagnose der Werkstatt. Der schriftliche Kostenvoranschlag ist für die Werkstatt verbindlich und darf ohne Einverständnis maximal um 15 % überschritten werden. Es ist zum Beispiel möglich, hier eine Kostenhöchstgrenze festzulegen, an die sich die Werkstatt dann auch halten muss. Auf diese Weise können Fahrzeugbesitzer bei der Autoreparatur einiges einsparen und haben gleichzeitig mehr Sicherheit in der Planung ihrer Ausgaben.
3. Während der Reparatur Updates einholen und nach Preisen fragen
Autoinhaber, die sich schon während der Reparatur ihres Fahrzeugs bei der Werkstatt nach Updates erkundigen, können böse Überraschungen bei der Abrechnung vermeiden. Auf die Weise kann sichergestellt werden, dass sich die Werkstatt an die vereinbarten Preise im Kostenvoranschlag hält.
4. Vergleichen der Preise von Werkstätten in Nachbarorten
Die Preise und Stundensätze von mehreren Werkstätten sollten verglichen werden. Manchmal bietet die Kfz-Werkstatt im Nachbarort die gleichen Leistungen für einen günstigeren Tarif an. Wer vorher schon Bescheid weiß, kann Geld bei der Reparatur sparen. In vielen Fällen unterscheiden sich auch im selben Ort die Preise von Werkstatt zu Werkstatt stark. Ein Beispiel: Während in München eine Werkstatt für einen Motorölwechsel nur 202 Euro berechnet, findet sich ebenso eine Autowerkstatt, die rund 343 Euro für das gleiche Automodell verlangt. Sich die Ruhe und Zeit für einen Kostenvergleich zu nehmen, kann also eine Menge Geld sparen.
5. Sich über die Stundensätze in der Werkstatt informieren
Die Stundensätze in Kfz-Werkstätten untersheiden sich teilweise stark. Wer nicht zwingend auf eine Vertragswerkstatt angewiesen ist, sollte sein Auto in einer freien Werkstatt reparieren lassen. Da liegt der Stundensatz oft nur bei 45 bis 75 Euro. Zum Vergleich: Im Durchschnitt liegt der Stundensatz in Deutschlands Großstädten bei 148,50 Euro. Wie der Werkstatt-Vergleich zeigt, unterscheiden sich die Preise in deutschen Großstädten erheblich. Während Hanseaten für Karosserie-, Lackier- und Mechanikarbeiten stündlich 158 Euro zahlen, fallen die Stundensätze für die Kfz-Arbeiten in Leipzig, mit 126 Euro deutlich günstiger aus. Tipp: Verhandeln Sie die Stundensätze nach.
6. Man sollte jemanden mit in die Werkstatt nehmen
Jeder dritte Autohalter ist weiblich. Traurig, aber wahr: Dennoch zahlen Frauen in einer Kfz-Werkstatt höhere Preise als ihre männlichen Freunde. Das liegt an dem immer noch existierenden Vorurteil, dass Frauen sich mit Autos vermeintlich nicht auskennen. Tipp: Nehmen Sie ihren Mann, Freund oder Bruder mit in die Werkstatt. Das hilft zwar nicht gegen Vorurteile, aber drückt den Preis. Und wenn das auch nicht hilft: Mehr und mehr Frauen gründen Autowerkstätten für Frauen. Vielleicht gibt es bereits eine in Ihrer Nähe.
7. Selbst Hand anlegen
Die eigenständige Erledigung von grundlegenden Wartungsarbeiten bis hin zum Reifenwechsel kann Autofahrern erhebliche Kosten ersparen. Dazu zählen zum Beispiel das Wechseln von Öl, Scheibenwischern oder Luftfiltern. Die benötigten Anleitungen zur Reparatur und Wartung sind leicht im Internet verfügbar oder können von erfahrenen Mechanikern in der Carly-App gefunden werden. Auf diese Weise werden so manche Werkstattbesuche obsolet.

