Aus dem Facharchiv: Fachbegriffe aus der Elektrotechnik
Was versteht man unter Durchschlag und Überschlag?
Ein Durchschlag ist die vollständige elektrische Entladung in einem festen Isolierstoff.
- in einem flüssigen oder gasförmigen Isolierstoff (Funkenüberschlag) oder
- entlang der Oberfläche eines festen Isolierstoffs (Oberflächen- oder Kriechüberschlag),
verbunden mit dem vorübergehenden oder ständigen Verlust der Isolation [1]. Die Strecke zwischen den Punkten der elektrischen Entladung wird Überschlagstrecke genannt.
Oberflächenüberschläge an Isolierungen werden wie folgt unterschieden:
Trockenüberschläge sind Überschläge bei sauberer und trockener Oberfläche. Die Trockenüberschlagspannung der jeweiligen Isolierung wird bei Wechselspannung mit Betriebsfrequenz und unter Verwendung von Stoßspannung gemessen. Die Überschlagstoßspannung ergibt sich aus der Überschlaghäufigkeit bei verschiedenen Stoßspannungsscheitelwerten.
Regenüberschläge bezeichnen Überschläge unter dem Einfluss natürlicher Niederschläge, z. B. Regen oder Tau. Der Nachweis des verminderten Isoliervermögens bei einem Feuchtefilm erfolgt mittels Wechselspannung (Regenüberschlagspannung).
Fremdschichtüberschläge sind Überschläge bei verschmutzter oder salzverkrusteter Oberfläche, z. B. in Industriegebieten oder Meeresnähe. Der Nachweis des verminderten Isoliervermögens erfolgt mittels Wechselspannung (Fremdschichtüberschlagspannung).
Literatur: [1] DIN EN 60664-1 (VDE 0110 Teil 1):2008-01 Isolationskoordination für elektrische Betriebsmittel in Niederspannungsanlagen; Grundsätze, Anforderungen und Prüfungen.
Autor: R. Müller
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