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Notausgangsbeleuchtung (Foto: Pixabay)
Licht- und Beleuchtungstechnik | Sicherheits- und Notbeleuchtung

Aus dem Facharchiv: Leseranfrage

Prüfung einer Sicherheitsbeleuchtungs-Anlage

04.02.2020

Welche Regelungen gelten für die Inbetriebsetzung bzw. die Wiederholungsprüfung einer Sicherheitsbeleuchtungsanlage mit Zentraleinheit und angeschlossenen Beleuchtungskreisen?

Frage: Gibt es für die Inbetriebsetzung sowie die Wiederholungsprüfung einer Sicherheitsbeleuchtungsanlage mit Zentraleinheit und angeschlossenen Beleuchtungskreisen Sonderregelungen? Muss die Anlage über Trenneinrichtungen verfügen, um eine Messung ohne das Abklemmen von Leitungsadern zu ermöglichen?

Antwort: Für Sicherheitsbeleuchtungsanlagen mit Spannungen unter AC 1 000 V bzw. DC 1 500 V gelten grundsätzlich die Forderungen der Normen-Reihe DIN VDE 0100.

Ich gehe davon aus, dass die beschriebene Anlage neu errichtet worden ist.

Für neu errichtete elektrische Anlagen sind vor der ersten Inbetriebnahme Prüfungen gemäß DIN VDE 0100-600 (VDE 0100-600) [1] durchzuführen. Über diese Prüfungen (Besichtigung, Erprobung und Messung) sind Prüf- bzw. Messprotokoll anzufertigen.

Ziel der Prüfung ist es, die Übereinstimmung der errichteten Anlage mit den allgemein anerkannten Regeln der Technik (a.a.R.d.T.) zu bestätigen.

Für Sicherheitsbeleuchtungsanlagen gibt es diesbezüglich keine Ausnahme.

Aus der Anfrage konnte nicht entnommen werden, ob das Leitungsnetz auch neu errichtet oder ob das neue Sicherheitslichtgerät an das bestehende alte Leitungsnetz angeschlossen wurde.

In beiden Fällen kann aus Sicht der eindeutigen Normenlage jedoch nicht auf eine Inbetriebnahmeprüfung verzichtet werden.

Bei einem neuen Leitungsnetz und bei einem bestehenden Leitungsnetz, dass an das neue Sicherheitslichtgerät angeschlossen wird, können Installationsfehler oder Schäden vorliegen.

Nach der Inbetriebnahme der Anlage sind wiederkehrende Prüfung gemäß DIN VDE 0105-100 (VDE 0105-100) [2] durchzuführen.

Laut DIN VDE 0100-718 (VDE 0100-718) [3] sind bei öffentlichen Gebäuden und in Arbeitsstätten für die Stromkreise Trenneinrichtungen vorzusehen, die es ermöglichen, jeden einzelnen Stromkreis ohne das Abklemmen von Leitungsadern gegen Erde zu messen. Auch hier machen Sicherheitsbeleuchtungsanlagen keine Ausnahme.

In der Praxis kann die Isolationsmessung auch oft über die zweipolige Absicherung der Gleichstromkreise durchgeführt werden, selbst wenn keine Trenneinrichtungen nachgeschaltet sind. Die Möglichkeit im vorliegenden Fall kann jedoch aus der Ferne nicht abschließend geklärt werden.

Fazit:

Zusammenfassend lässt sich also festhalten, dass Sicherheitsbeleuchtungsanlagen bezüglich der Prüfpflicht gemäß DIN VDE 0100-600 (VDE 0100-600) [1] keine Ausnahme bilden.

Literatur:

[1] DIN VDE 0100-600 (VDE 0100-600):2017-06 Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 6: Prüfungen.

[2] DIN VDE 0105-100 (VDE 0105-100):2015-10 Betrieb von elektrischen Anlagen – Teil 100: Allgemeine Festlegungen.

[3] DIN VDE 0100-718 (VDE 0100-718):2014-06 Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 7-718: Anforderungen für Betriebsstätten, Räume und Anlagen besonderer Art – Öffentliche Einrichtungen und Arbeitsstätten.

Autor: C. Schneppe

Der Artikel ist in unserem Facharchiv nachzulesen.


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