Video-on-Demand verändert Fernsehgewohnheiten
Mehr Netflix, weniger ARD
Am 1. Juli 2017 endet die kostenlose DVB-T2-Testphase für den Empfang privater TV-Sender. Branchenkenner prophezeien dem Gebührenmodell eine düstere Zukunft. Das traditionelle Fernsehen wird immer mehr von Streaming-Diensten verdrängt.
Die Nutzung des linearen Fernsehens geht zurück. Eine Untersuchung der Unternehmensberatung Deloitte und des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) ergab, dass im Jahr 2016 noch 71 Prozent der Befragten mindestens einmal in der Woche klassisches Fernsehen über Kabel, Satellit, DVB-T oder Antenne konsumierten. Im Mai 2017 sank die Zahl auf 65 Prozent.
Streamingdienste legten im Gegenzug bei den Konsumenten um acht Prozent zu. Ihr Anteil stieg von 22 auf 30 Prozent. Vor allem junge Zuschauer unter 24 Jahren nutzen Anbieter wie Amazon Prime, Netflix oder Maxdome. Etwa ein Drittel von ihnen schaut mehr Video-on-Demand-Inhalte als lineares Fernsehen. Bei den über 35-Jährigen dominiert noch das klassische TV.
Trend zum Abo-Streaming unumkehrbar
Im ersten Quartal 2017 konnte Amazon laut Goldmedia mit seinem VoD-Dienst „Prime Video“ 47 Prozent Marktanteile für sich verbuchen. Das entspricht gut 10 Millionen zahlende Kunden und beschert dem Konzern die unangefochtene Pole Position am Markt.
Netflix landete mit immerhin fünf Millionen zahlenden Abonnenten auf Platz zwei und kann 22 Prozent Marktanteile für sich beanspruchen. Die Konkurrenten Sky Go und Maxdome folgen auf den Rängen drei und vier.
Video-on-Demand avanciert inzwischen zu einem Massenphänomen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das Internetfernsehen das klassische TV ablöst. Diesen Trend unterstützen auch Studien für die Schweiz, wonach 12- bis 19-Jährige täglich die Videoangebote von Portalen wie YouTube nutzen. 32 Prozent der jüngeren Generation in der Schweiz verwenden demnach Streamingportale. Nur noch 21 Prozent schauen klassische Fernsehsendungen live oder zeitversetzt.

