Photovoltaik
Gira Solarpark eingeweiht
Nach rund dreijähriger Planungs- und Bauzeit wurde nun der Gira Solarpark unweit seiner beiden Fertigungsstandorte in Radevormwald eingeweiht. Mit einer prognostizierten Leistung von rund zehn Millionen Kilowattstunden im Jahr gehört das Solarkraftwerk zu den größten seiner Art in Nordrhein-Westfalen.
„Wir wollen weg von fossilen Energieträgern und stattdessen ganz überwiegend erneuerbare Energien nutzen“, unterstrich Dominik Marte, Geschäftsführer beim Gebäudetechnikspezialisten und Smart-Building-Pionier Gira (www.gira.de), anlässlich der heutigen Einweihung des Gira Solarparks in Radevormwald. „Wir machen ernst mit der Energiewende bei Gira, die mit unserem Solarpark erst so richtig losgeht. Denn sie ist zentraler Bestandteil unserer Unternehmens- und Nachhaltigkeitsstrategie.“ Diese ziele zum einen darauf ab, das Unternehmen weitgehend unabhängig von den Energiemärkten, den dortigen sehr volatilen Preisentwicklungen und etwaigen Versorgungsengpässen zu machen. Andererseits empfinde es Gira als seine gesellschaftliche Verantwortung, einen aktiven Beitrag zum Schutz von Umwelt und Klima zu leisten. „Die Inbetriebnahme des Gira Solarparks ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Klimaneutralität von Gira. Das 1,5-Grad-Ziel, das auf der Pariser Klimakonferenz der Vereinten Nationen verabschiedet worden ist, setzt dabei für uns den Maßstab“, erklärte Dominik Marte.
Die Energiewende als Wachstumschance nutzen
Zugleich fand der Geschäftsführer des Bergischen Technologiemittelständlers deutliche Worte für Bestrebungen von Unternehmen und Politik, die vereinbarten Klimaziele zu relativieren und den Ausbau erneuerbarer Energien zu bremsen. „Aus meiner Sicht können wir uns solch eine Haltung längst nicht mehr leisten, wenn wir den Wirtschaftsstandort Deutschland und damit unseren Wohlstand nicht gefährden wollen. Sie zeugt vielmehr von fehlenden zukunftsfähigen Ideen und einer Ambitionslosigkeit, die unserer globalen Wettbewerbsfähigkeit schadet“, kritisierte Marte. Stattdessen brauche es in Deutschland die breite Bereitschaft, in die Transformation zu investieren und die Energiewende als Wachstumsfaktor zu begreifen und zu fördern.
Der Gira Solarpark, dessen 13.772 Photovoltaik-Modulen pro Jahr prognostizierte 10 Mio. kWh emissionsfreien und damit klimafreundlichen Strom erzeugen sollen, belegt, dass Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit nicht zwei verschiedene Paar Schuhe sind. So betragen die Entstehungskosten mit etwas über fünf Eurocent pro kWh Strom weniger als ein Drittel des aktuellen Einkaufpreises. Aus diesem Grund strebt das Radevormwalder Familienunternehmen an, die Eigennutzung des selbst erzeugten Stroms zu maximieren. „Hier ist eine Quote von 70 % realistisch – vor allem dann, wenn wir für die Beheizung unserer beiden Standorte anstelle unseres mit Gas betriebenen Blockheizkraftwerks künftig Großwärmepumpen nutzen“, erläuterte Dietmar Daszkiewicz, der als Leiter des Gira Facility Managements die Errichtung und den Betrieb des Solar-Kraftwerks verantwortet. Um die Effizienz der Photovoltaik-Großanlage weiter zu verbessern, setzt der Mittelständler zudem auf die Einbindung von Speichertechnologien. „Die Planungen für den Einsatz von Großspeichern mit einer Kapazität von 2-3 MW sind bereits angelaufen“, so Dietmar Daszkiewicz. Durch die intelligente Verbindung von Stromerzeugung, -speicherung und -nutzung wird sich die Amortisationszeit der Gesamtinvestitionen von rund 8 Mio. Euro auf etwas mehr als sechs Jahre verkürzen.
Klimaneutralität beim Stromverbrauch
Die ersten Werte, seitdem der Gira Solarpark am 30. Juni 2025 in Betrieb gegangen ist, bestätigen die Prognosen aus der Projektplanung. Innerhalb des ersten Betriebsmonats hat die Anlage über 1,1 Mio. kWh Solarstrom erzeugt (Stand: 30. Juli 2025, 13 Uhr). Die Grundlast von 2 MW, die Gira für den Betrieb seiner Gebäude und Fertigungs- bzw. Logistikanlagen benötigt, stand durchweg zur Verfügung. Selbst an Tagen mit bewölktem Himmel betrug die erzeugte elektrische Leistung rund das Doppelte des benötigten Werts. „In den Betriebsstunden des Solarparks ist Gira komplett autark gelaufen, sodass wir keinen Strom zukaufen mussten“, führt Projektleiter Daszkiewicz aus. Zugleich reduzierte der Gebäudetechnikspezialist dank der selbst erzeugten sauberen Energie seinen Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase in den ersten vier Wochen des Betriebs des Gira Solarparks um knapp 400 t (Stand: 30. Juli 2025, 14 Uhr). Um denselben Effekt zu erzielen, müsste man 540 Bäume neu pflanzen. „Wenn sich diese Zahlen im weiteren Verlauf bestätigen, werden wir aller Voraussicht nach bereits im nächsten Jahr beim Stromverbrauch Klimaneutralität und damit ein wichtiges Zwischenziel unserer Klimastrategie erreichen“, zeigt sich Gira Geschäftsführer Marte zuversichtlich. „Für uns ist dies eine Bestätigung des Kurses, den wir 2013 mit der gezielten Ausrichtung unserer Unternehmensprozesse an Nachhaltigkeitskriterien und dem schrittweisen Umbau unseres Unternehmens in diese Richtung eingeleitet haben. Daran werden wir weiter
arbeiten, denn es gibt hier noch viel zu tun.“
Gira Solarpark - Daten und Fakten
Bauherr: Gira Giersiepen GmbH & Co. KG, Radevormwald
Standort: Grafweg, Radevormwald
Leistung: 9.800.000 kWh (Peak)
Grundstücksfläche: 70.000 m2
Planungsbeginn: 2022
Baubeginn: November 2024 (vorbereitende Arbeiten: Juli 2024)
Fertigstellung und Inbetriebnahme: 30. Juni 2025
An der Errichtung beteiligt:
• 12 Firmen
• 5 Gewerke
Darunter unter anderem:
Bauleitplanung: pbs Planungsbüro Schumacher GmbH, Wiehl
Solarkraftwerksbau: Apricus Solar AG, Dortmund
Tiefbauplanung: Donner & Marenbach, Wiehl
Tiefbau: Schulte Nachf. Tiefbau GmbH & Co. KG, Wipperfürth; Dieter Gohmann GmbH, Kierspe
Vermessung: Vermessungsbüro Stichling GbR, Wuppertal
Zaun und Grünanlagen: Gartenbau Gernath GmbH, Radevormwald
Netzanschluss: Stadtwerke Radevormwald
Verbaut werden:
• 13.772 Photovoltaik-Module à 650 W
• 67 km feuerverzinkte Stahlprofile
• 6.940 Pfosten (zusammen 21 km lang)
• 2.570 Längsträger (zusammen 16,5 km lang)
• 7.250 Modulträger (zusammen 29 km lang)
• ca. 180 km Stromkabel


