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(Bild 3) Leckstromzangen zeigen nicht immer gleiche Ergebnisse – gerade bei hochfrequenten Ableitströmen und starken EM-Feldern sind die Abweichungen immens (Foto: Lochthofen/ep)
Elektrosicherheit | Messen und Prüfen

Auswahl des richtigen Prüfgeräts

Gerätetester, Maschinentester, Leckstromzangen, Zubehör und die Dokumentation (Teil 2)

17.01.2019

Nachdem im ersten Teil [1] die grundsätzlichen Anforderungen an alle Prüfgeräte und die Vielfalt der Installationstester vorgestellt wurden, geht es in diesem zweiten Teil um die Gerätetester, Maschinentester, Leckstromzangen, Zubehör und natürlich um die Möglichkeiten der Dokumentation. Dargelegt wird, was wichtig ist sowie was nett ist, wenn man es hat, und was nur Schnörkel ist.

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Die Spannungsfestigkeitsprüfung ist bei modernen Maschinen kaum mehr anwendbar, da diese in der Regel mit Elektronik überfrachtet sind. Elektronikbauteile, die einer geforderten Prüfspannung von 1 000 V nicht standhalten, sind vor der Prüfung abzutrennen. Die Ausrüstung des Prüfgeräts mit einem Hochspannungsgenerator ist prinzipiell eher für Hersteller interessant. Ein für diese Prüfmethode zwingend erforderlicher Prüfplatz nach DIN VDE 0104 [7] mit Absperrungen und Signalleuchten ist beim Hersteller grundsätzlich besser aufgehoben.

Auch im Schaltschrankbau ist i.d.R. nur noch eine einfache Isolationsmessung mit 500 V DC nötig. Hochspannungsprüfungen müssen z. B. nur noch beim Stücknachweis von Schaltgerätekombinationen über 250 A Bemessungsstrom durchgeführt werden.

Die Restspannungsprüfung kann auch mit einem handelsüblichen Spannungsmessgerät und einer Stoppuhr getätigt werden. Einige Installationstester bieten auch schon die Funktion der Restspannungsmessung mit an.

Leckstromzange

In den letzten Jahren wurde die Leckstromzange als Prüfgerät zum Nachweis der elektrischen Sicherheit neu mit aufgenommen. Doch nicht jede Stromzange, die im Mikroamperebereich anzeigen kann, ist auch geeignet. Geeignet ist sie dann, wenn sie die Anforderungen der DIN EN 61 557-13 (VDE 0413-13) [8] oder der vorhergehenden VDE 0404-4 [9] entspricht. Hierfür sind zwei wichtige Bedingungen zu erfüllen:

Die Leckstromzange muss eine ausreichende Störfestigkeit aufweisen.

Wird beispielsweise in der Nähe einer Schützspule gemessen, so können durch die elektromagnetischen Felder bei zu geringer Störfestigkeit reine Fantasiewerte erzeugt werden.

Es sollte eine Angabe wie im Bild vorhanden sein.

Deutlich wichtiger wird die Frequenzbewertung. Genauso wie Gerätetester müssen normgerechte Leckstromzangen auch eine Filterschaltung haben, die hohe Frequenzen weniger bewertet als 50 Hz. Mit der Bewertung wird der hochfrequente Strom so angezeigt wie die Reaktion des menschlichen Körpers bei 50 Hz wäre. Gerade wenn Ableitströme von Geräten/Anlagen/Maschinen gemessen werden, ist es sinnvoll, sowohl den unbewerteten Differenzstrom (für Bemessung von Leitungen, Störungssuche usw.) als auch den bewerteten Differenzstrom (für Schutz gegen elektrischen Schlag) zu wissen. Leider gibt es nur wenige Modelle, die überhaupt eine Bewertung nach DIN EN 61 557-13 vornehmen, andere haben einen zuschaltbaren Bandbreitenfilter, der für Störungssuchen bestens geeignet ist (Bild 3).

Adapter und Zubehör

Die Hersteller der Prüfgeräte bieten natürlich auch passendes Adaptermaterial an. Doch leider sind nicht für alle Anwendungsfälle die entsprechenden Adapter käuflich zu erwerben. Oftmals werden nur Möglichkeiten geboten, Geräte und Anschlussleitungen bis CEE 32A zu adaptieren, Kaltgeräteanschlüsse werden auch noch standardmäßig geliefert. Doch bei größeren Steckern oder „Sonderlingen“ wie Powerlock, C19 oder manch anderen exotischen CEE-Steckern gibt es keine andere Möglichkeit, als sich die entsprechenden Adapter selbst herzustellen. Dabei ist als maßgebliche Norm die VDE 0411-031 [10] anzuwenden. Die wichtigste Forderung der Norm ist, dass die Leitungen doppelt isoliert ausgeführt werden müssen. So lassen sich sehr gut Einzeladeradapter herstellen, mit denen Messungen mittels Leckstromzange einfach durchführbar sind (Bild 4).

Die Prüfgerätehersteller bieten sonst ein durchweg reichhaltiges Zubehör. Häufig kann dies auch an verschiedenen Modellen unterschiedlicher Hersteller zur Anwendung gelangen.


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