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Regenerative/Alternative Energien | Elektromobilität

Elektromobilität

Buszilla, das Elektromonster

30.05.2016

Auch in China steckt der öffentliche Nahverkehr im Dauerstau fest. Abhilfe schaffen soll ein gigantischer Bus – als schwebender Riese mit Elektroantrieb.

Auf der China Beijing International Hightech Expo (CHITEC) zeigten Fachleute des Pekinger Unternehmens Transport Explore Bus (TEB), wie man sich im Reich der Mitte die Zukunft des Nahverkehrs vorstellt. Ihr Vorschlag klingt typisch chinesisch: Think big! Der Elevated Transit Bus (ETB) soll 1.400 Fahrgäste befördern. Zum Vergleich: Der Doppeldeckerbus Lion's City von MAN, der in Berlin eingesetzt wird, verfügt über maximal 113 Sitzplätze. Ein ICE 3 transportiert ca. 460 Personen. Das größte Passagierflugzeug der Welt, der Airbus A380, hat Platz für 853 Fluggäste.  Wie herkömmliche Stadtbusse wird auch der ETB auf der Straße rollen. Doch nur die Antriebe verbinden Bus und Asphalt (bzw. Schiene). Die eigentliche Fahrgastzelle schwebt über der Fahrspur.  Mit einer Höhe von 4,60 Meter und einer Länge von 32 Metern bewegt sich der Elevated Transit Bus wie ein kriechender Godzilla durch die Stadt. An den Haltestellen saugen große Aufzüge die Fahrgäste in seinen Bauch.  Trotz seiner Dimension ist der ETB kein Verkehrshindernis. Der Riesenbus erreicht eine maximale Geschwindigkeit von 60 km/h – und unter ihm ist Platz für Fahrzeuge bis zu einer Höhe von ca. 2 Metern. Sie unterqueren das rollende Monstrum wie eine 32 Meter lange Brücke, die sich vorwärts bewegt.

Buszilla kriecht durch die Stadt (Bild: Transport Explore Bus, Peking)

Für Chinas Umwelt ist die Antriebsart des Giganten wichtig. Der Elektrobus emittiert keine Schadstoffe, und er ersetzt 40 herkömmliche Busse. Dadurch werden pro Jahr 800 Tonnen Treibstoff und 2.480 Tonnen CO2-Emissionen eingespart. Das Pekinger Unternehmen kalkuliert für eine Buslinie nur 16 Prozent der Kosten, die der Bau einer vergleichbaren U-Bahn-Strecke erfordern würde. Außerdem müssen die chinesischen Großstädte auf die ständig steigenden Kfz-Zulassungen reagieren. 2015 wurden 25 Millionen Fahrzeuge neu registriert, und ein Ende ist nicht in Sicht: Jährlich steigen die Zulassungen um 7,3 Prozent. Dass der Superbus wirklich fahren wird, ist deshalb durchaus realistisch. Bereits im Sommer 2016 wird in einer chinesischen Stadt der Testbetrieb starten. 

Alles eine Spur größer: In der 3D-Animation vertragen sich der Transport Explore Bus und die spielzeugkleinen Pkw prächtig (Video: ChinaTBS)

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Autor
Name: Jürgen Winkler