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Großaufnahme des Zählerschrankes (Foto: IFS)
Elektrosicherheit | Brand- und Explosionsschutz

Aus dem Facharchiv: Elektropraxis

Brandursache Neutralleiterunterbrechung

30.01.2020

Nach einem Brandschaden lässt sich nicht in jedem Fall eine eindeutige Brandursache ermitteln. In vielen Fällen machen ein hoher Zerstörungsgrad oder die Veränderungen der Schadenstelle im Rahmen der Löschmaßnahmen eine fundierte Untersuchung im Hinblick auf die Brandursache unmöglich. Trotzdem ist es geschulten und erfahrenen Fachleuten in sehr vielen Fällen möglich, eine Brandursache eindeutig oder zumindest mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zu ermitteln.

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Das IFS wurde beauftragt, die Ursache des Brandes gemeinsam mit der zuständigen Polizeibehörde zu ermitteln.

Der Brandschwerpunkt im Kellergeschoss des Hauses konnte eindeutig auf den Montageplatz des Zählerschrankes eingegrenzt werden. Auf dem Fußboden unterhalb des Zählerschrankes hatten sich Überreste verbrannter bzw. thermisch umgesetzter brennbarer Materialien aus dem Zählerschrank abgelagert. Durch den Abbrand dieser Materialien war es zu Rußniederschlägen an der Wand gekommen.

In dem Zählerschrank lag allgemein ein hoher Zerstörungsgrad vor. Nennenswerte Überreste brennbarer Materialien fanden sich lediglich in der linken unteren Ecke des Stahlblechschrankes. Nach rechts und nach oben hin waren brennbare Materialien nahezu vollständig zerstört worden. Im rechten Feld des Schrankes fanden sich in einer Höhe zwischen der zweiten und der dritten Hutschiene von unten eine breite und zwei schmale Platinen, an die oben und unten jeweils Adern angeschlossen waren. Die Platinen waren bis auf die nicht brennbaren Gewebematerialien vollständig verbrannt. Einige Anschlusskontakte hatten sich von den Platinen gelöst. An mehreren Kupferadern fanden sich Schmelzspuren. Vom Fundort dieser Platinen ausgehend zeichnete sich ein trichterförmig nach oben ausbreitender Weißbrandbereich ab. Bei den Platinen handelte es sich nach den vor Ort erhaltenen Angaben um die Überreste dreier Module eines elektronischen Bus-Systems, eines Schalt- und Dimmmoduls sowie zweier Vierfach-Tast-, Binär- oder Alarmsensoren.

Links unten in dem Zählerschrank war ein Sammelschienensystem montiert, das aus fünf Kupferschienen bestand. An diese Sammelschienen waren über Klemmen die fünf Adern der Verbindungsleitung vom Hausanschlusskasten angeschlossen (Außenleiter L1 bis L3, Neutralleiter und Schutzleiter). Eine elektrisch leitfähige Verbindung zwischen dem Neutralleiter und dem Schutzleiter bestand nicht (Bild).

Literatur:[1] Hoyer, J.: Ungewöhnliche elektrische Brandursache – Neutralleiterunterbrechung; Schadenprisma, 2/2017, Berlin.

Autor: J. Hoyer

Der vollständige Artikel ist in unserem Facharchiv nachzulesen.


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