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Bild: Hager
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Energietechnik

Bidirektionales Laden: Feldtest liefert Erkenntnisse

10.11.2025

In einem Feldtest hat die Hager Group gemeinsam mit ihrer Tochtermarke E3/DC und Audi über zwei Jahre in Haushalten unter Realbedingungen untersucht, wie bidirektionales Laden in der Praxis funktioniert.

Im Feldtest konnte das Team der Hager Group nachweisen: Bidirektionales Laden bringt messbare Vorteile für Haushalte mit E-Fahrzeugen und eröffnet neue Ansätze für die Integration erneuerbarer Energien und autarke Energieversorgung. Die Kombination aus Photovoltaikanlage und stationärem Energiespeicher erhöhte den Anteil der erneuerbaren Energien und die Autarkie der zehn teilnehmenden Haushalte bereits um mehr als 50 %. Nutzen die Haushalte zusätzlich bidirektionales Laden mit dem Fahrzeugakku eines Audi e-tron, erhöhte sich der Anteil weiter um bis zu 9 %. Besonders effizient erwies sich der von der Hager Group entwickelte „Shift-Mode“, bei dem die Energie aus der Autobatterie zunächst in den stationären Speicher umgeladen wird. Die Entladevorgänge mit konstant 4,5 kW reduzieren die Aktivzeit des Fahrzeugs um 85 % und schonen damit die Fahrzeugbatterie und -elektronik. Auch saisonale Unterschiede traten klar hervor: Bidirektionales Laden im Vehicle-to-home (V2H)-Betrieb ist vor allem im Frühjahr und Herbst besonders nützlich, um zum Beispiel in der Übergangszeit den zusätzlichen Strombedarf einer Wärmepumpe zu decken. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Analyse des Nutzerverhaltens. Die Teilnehmer steckten ihre Fahrzeuge im Schnitt an 60 % der Tage an die Ladesäule an, meist in Erwartung hoher Photovoltaikenergie-Erträge. Ein angepasstes Ansteckverhalten des Ladekabels ist erforderlich, da bidirektionales Laden dann den größten Nutzen bringt, wenn Fahrzeuge regelmäßig an die heimische Wallbox angeschlossen werden. Das heimische Energiemanagement entscheidet dann, wo die Photovoltaikenergie am sinnvollsten im Gebäude eingesetzt wird.

„Bidirektionales Laden ist eine Schlüsseltechnologie für die Energiewende. Unser Feldtest hat gezeigt, dass es echten Nutzen für Haushalte und das Energiesystem bringt, Autobatteriespeicher in die Stromversorgung zu integrieren. Gleichzeitig haben wir gelernt, wie wichtig Nutzerverhalten, einfache Bedienung und intelligente Algorithmen für den Erfolg sind“, sagt Ulrich Reiner aus der Innovationsabteilung der Hager Group.

Mehr als 7.000 kWh wurden aus Fahrzeugbatterien ins Haus oder in den Speicher zurückgeführt. Das entspricht zwei Jahren Strom für ein Einfamilienhaus oder knapp 30.000 km Reichweite im Audi e-tron oder ca. 450.000 Smartphone-Ladungen. Insgesamt wurden rund 10 Terabyte an Daten erfasst, darunter Ladeprofile, Energieflüsse und Nutzerverhalten.

Die im Feldtest gewonnenen Erkenntnisse fließen kontinuierlich in die Weiterentwicklung der Technologie ein. 2024 hat E3/DC bereits die erste TÜV-zertifizierte Kombi-Lösung für bidirektionales Laden auf den deutschsprachigen Markt gebracht. Neue Produktangebote stehen in den Startlöchern und sind für das kommende Jahr geplant.

Weitere Informationen: Hager - bidirektionales Laden