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Aus dem Facharchiv: Leseranfrage
Zu „Leitungsverlegung in notwendigen Fluren“

Sind Leitungsverlegungen in notwendigen Fluren ohne Einschränkungen möglich?

Bild: mmphoto/stock.adobe.com

Frage:
Die Frage bezieht sich auf die allgemeine Erlaubnis der Leitungsverlegung in notwendigen Fluren unterhalb des schwimmenden Estrichs, wobei die Leitungen nicht zur Versorgung des notwendigen Flures selbst verwendet werden. Der Autor von [1] beantwortet diese Frage mit Bezug auf MLAR Abschnitt 5.2.1, dass das Verlegen der Leitungen unter den oben genannten Gegebenheiten bedenkenlos möglich sei, da eine Estrichüberdeckung von 30 mm sogar Funktionserhalt gewährleistet. Das sind meiner Meinung nach zwei unterschiedliche Betrachtungen. Die Leseranfrage bezieht sich auf das Sichern des notwendigen Flures (Brandlasten), die Antwort des Autors bezieht sich auf das Sichern der Leitungen durch Funktionserhalt. Nach Abschnitt 3.2.1 f) der MLAR müssen elektrische Leitungen in Unterflurkanälen verlegt werden. Abschnitt 3.5.6 besagt, dass estrichbündig oder -überdeckt angeordnete Unterflurkanäle, für die Verlegung von Leitungen in notwendigen Fluren, sogar eine obere Abdeckung aus nichtbrennbaren Baustoffen haben müssen.

Antwort:
Brandereignisse haben immer wieder gezeigt, dass Leitungen in Fußböden sich am Brandgeschehen kaum beteiligen, da sie oft von Brandschutt überdeckt werden. Insofern war in der Antwort auf die Leseranfrage Bezug auf den Funktionserhalt genommen worden.

Um in Rettungswegen Brandlasten durch elektrische Leitungen zu vermeiden, sieht die MLAR im Abschnitt 3.2.1 [2] verschiedene Verlegearten vor. Leider fehlt tatsächlich an dieser Stelle die übliche Variante der Leitungsverlegung auf oder im Fußboden, sodass der Eindruck entstehen könnte, diese Verlegeart sei nicht zulässig. Sie wird aber unter Abschnitt 5.2.1 im Zusammenhang mit dem Funktionserhalt genannt, ist also nicht verboten. Auch DIN 18015-3 [3] zeigt in Bild 5 eine Leitungsführung unterhalb des Estrichs ohne Installationskanäle.

Auf die Verlegung in Installationskanälen wird üblicherweise zugegriffen, wenn Leitungen z. B. nicht für die Verlegung in Beton geeignet sind (vgl. DIN VDE 0100-520 (VDE 0100-520), Abschnitt 521.12 [1]) oder das Leitungssystem zugänglich bleiben soll, beispielsweise für Nachbelegungen. Dann natürlich sind sie unter den Bedingungen in Abschnitt 3.5.6 der MLAR [2] zu verlegen.

Autor:  F. Schmidt

Literatur:

[1] Schmidt, F.: Leitungsverlegung in notwendigen Fluren, Leseranfragen, Elektropraktiker, Berlin 73 (2019) 12, S. 966.

[2] Muster-Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an Leitungsanlagen (Muster-Leitungsanlagen-Richtlinie – MLAR), Fassung vom 10.02.2015 (Redaktionsstand 05.04.2016)

[3] DIN 18015-3:2016-09 Elektrische Anlagen in Wohngebäuden – Teil 3: Leitungsführung und Anordnung der Betriebsmittel.

[4] DIN VDE 0100-520 (VDE 0100-520):2013-06 Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 5-52: Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel – Kabel- und Leitungsanlagen.

 Dieser Artikel wurde unserem Facharchiv entnommen.

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