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Normen und Vorschriften
Wichtige Neuerungen zum Thema Brandschutzschalter

Viele Brände entstehen durch Fehler in der Elektroinstallation. Mit dem Einbau eines Brandschutzschalters lassen sich solche Ursachen verhindern.

Verteilerkasten

Verteilerkasten (Bild: TÜV Nord)

Am 18. Dezember 2017 endete die Übergangsfrist der DIN VDE 0100-420. Die Installation eines AFDDs ist zwar nicht gesetzlich verpflichtend, aber sehr empfehlenswert.

Serielle Lichtbögen als Brandursache? Mit einem Brandschutzschalter lässt sich dem präventiv entgegenwirken. Der Einbau des Schalters ist, wie auch alle anderen Normen, eine private technische Regelung. Wenn er damit auch nicht gesetzlich verpflichtend ist, so empfiehlt der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) die Installation eines Brandschutzschalters und spricht sich für eine hohe Akzeptanz und Verbreitung aus.

Schließlich kann mit vergleichsweise wenig Aufwand eine große Sicherheitslücke geschlossen werden. Verwiesen wird außerdem auf die Vermutungswirkung der Norm. Das Energiewirtschaftsgesetz erklärt, dass die Einhaltung der anerkannten Regeln der Technik für Energieanlagen vermutet wird, sobald die DIN-VDE-Normen eingehalten werden.

Welche Gebäude müssen mit Brandschutzschaltern ausgestattet werden?

Vorgeschrieben ist der Einbau nur bei Neubauten bzw. Änderungen von bestehenden Anlagen. Die DIN VDE 0100-420 sieht die Installation von Brandschutzschaltern für folgenden Einsatzbereiche vor:

  • Schlaf- und Aufenthaltsräume in Heimen, Tageseinrichtungen für Kinder und alte Menschen und in barrierefreien Wohnungen
  • Bahnhöfe und Flughäfen
  • Räume, in denen unersetzbare Güter gelagert werden (z.B. Museen, Lagerhallen)
  • Räume mit Feuerrisiko durch gelagerte oder verarbeitende Materialien (z.B. Tischlerei)
  • Gebäude mit brennbaren Baustoffen

Empfohlen wird der Einbau außerdem für Endstromkreise, deren Steckdosen Geräte mit hoher Anschlussleitung versorgen wie zum Beispiel Geschirrspüler oder Waschmaschine.

Ob sich der freiwillige Einbau auch auf Versicherungsprämien auswirkt, ist derzeit noch unklar. Da der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auch im Normengremium mitgewirkt hat, ist es jedoch sehr wahrscheinlich, dass die Installation honoriert wird.

Brandschutzschalter: das sollte beim Einbau beachtetet werden

Mit der DIN VDE 0100-420 werden der FI- und der LS-Schutzschalter nun durch den Brandschutzschalter ergänzt. Gerade bei Neubauten sollte der größere Platzbedarf im Schaltschank berücksichtigt werden. Etwas komplizierter kann es bei Umbauten oder Änderungen werden, da die Schaltschränke für die Installation des Brandschutzschalters hier oft im Nachhinein vergrößert werden müssen.
Eine aktive Prüfung auf Funktionsfähigkeit bei einem Brandschutzschalter durch einen Elektriker ist nicht erforderlich, denn AFDDs führen selbstständig zyklisch einen solchen Test durch.

Eine Verwendung von Brandschutzschaltern als Gruppenschalter ist nicht möglich. Um einen größtmögliche Verfügbarkeit der Anlagen zu sichern, muss jeder Endstromkreis mit einem Brandschutzschalter versehen werden.

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