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Neue Datenschutzgrundverordnung
WhatsApp – teures Risiko für Handwerksbetriebe

Seit heute gilt die neue Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO). WhatsApp, als wichtiges Werkzeug von Handwerkern und Selbstständigen, ist ebenfalls betroffen. Bei Missachtung der neuen Regeln drohen empfindliche Strafen.

WhatsApp ist wichtiges Werkzeug in vielen Handwerksbetrieben (Bild: Liderina/stock.adobe.com)

WhatsApp ist nicht nur im privaten Gebrauch kaum noch wegzudenken. Auch viele Handwerker, Elektromeister und Co. nutzen den Messenger, um sich mit Bautrupps, dem Meister oder Kunden abzustimmen. In vielen Betrieben gehört das Kommunikationsmittel fest zum Arbeitsalltag, sodass sogar Dienst-Smartphones an die Mitarbeiter ausgegeben werden.

Weitergabe personenbezogener Daten nicht ohne Einwilligung

Mit dem Inkrafttreten der DSGVU könnte sich daraus ein teures Risiko für Handwerksbetriebe ergeben. „Nach jetzigem Datenschutzrecht und auch nach künftigem Datenschutzrecht handelt es sich bei der Weitergabe von personenbezogenen Daten – also zum Beispiel Kundendaten – ohne Rechtsgrundlage oder Einwilligung um einen Datenschutzverstoß“, warnt die Landesbeauftragte für Datenschutz des Landes Schleswig-Holstein, Marit Hansen.

Die App greift auf das Adressbuch im Smartphone der Nutzer zu und nutzt die Kontaktdaten, um mit eigenen Servern abzugleichen, wer bereits bei WhatsApp registriert ist. Diesen Kontakten kann der Nutzer anschließend Nachrichten über WhatsApp senden. Und genau hier liegt der Haken. Durch die Prüfung sämtlicher Kontakte landen alle Angaben aus dem Adressbuch bei WhatsApp, auch wenn sie der Übermittlung niemals zugestimmt haben.

Datenaustausch muss zugestimmt werden

Bei der Abgleichung der Daten aus dem Adressbuch des Diensthandys mit WhatsApp handelt es sich rein rechtlich um den Datenaustausch zwischen zwei Firmen. Dieser ist nur erlaubt, wenn dem zuvor alle Betroffenen ausdrücklich zugestimmt haben. Praktisch bedeutet das, dass Handwerker erst die Erlaubnis aller im Telefonbuch gespeicherten Kunden einholen müssen, bevor sie weiter WhatsApp nutzen. Schließlich greift WhatsApp auf sämtliche Kundendaten zu – auch auf Daten, deren Besitzer gar nicht bei WhatsApp registriert sind.

Das Versenden von Fotos sehen Datenschutzexperten ebenfalls kritisch. Schickt ein Elektromeister beispielsweise ein Bild einer Leitung aus der Privatwohnung eines Kunden zur Beratung an den Meister, kann das zum Problem werden, wenn der Kunde der Datenübertragung nicht zugestimmt hat. Es besteht keine gesetzliche Grundlage für den Datentransfer.

Eine schriftliche Genehmigung vom Kunden ist mit Inkrafttreten der DGSVO unerlässlich und Firmen sollten sich unbedingt daran halten. Ein Verstoß gegen die Richtlinie kann mit einem hohen Bußgeld geahndet werden. Um nicht in Schwierigkeiten zu geraten, sollten sich Handwerksbetriebe von Anfang an rechtskonform verhalten.

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