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40 Millionen Watt aus einem ehemaligen Kohletagebau
Weltgrößtes schwimmendes Solarkraftwerk in China ans Netz gegangen

In einem ehemaligen Kohletagebau in China hat das größte Solarkraftwerk der Welt den Betrieb aufgenommen. Die Solarmodule schwimmen auf einem See.

Sungrow Solarkraftwerk

Sungrow Solarkraftwerk (Foto: Sungrow)

Grüner und effektiver

Das chinesische Unternehmen Sungrow, das in Deutschland mit einer Niederlassung in München vertreten ist, hat es sich zur Aufgabe gemacht, weltweit führender Zulieferer von Ausrüstung für die Erzeugung erneuerbarer Energien und Anlagenlösungen zu werden.

Mit dem größten schwimmenden Solarkraftwerk der Welt machten die Chinesen kürzlich einen entscheidenden Schritt in diese Richtung. Durch den Solarpark werden in der Provinz Huainan mehr als 500 Haushalte zukünftig mit grüner Energie versorgt. Die Leistung liegt bei 40 Megawatt und kann damit den Strombedarf einer Stadt decken.

Win-Win-Situation

Die ehemalige Kohlemine war zusammengebrochen und hat sich im Laufe des vergangenen Jahrzehnts mit Regenwasser gefüllt. Die Tiefe des Sees beträgt zwischen vier und zehn Metern. Das Wasser eignete sich aufgrund der Verschmutzung nicht zur Trinkwassergewinnung. Auf ihm schwimmen nun stattdessen die 166.000 Solarpaneele, die Sonnenlicht in Energie umwandeln.

Genügend Platz für Solaranlagen gibt es in China nicht. "Im Norden und in der Mitte Chinas sind ausgedehnte Freiflächen für große Solarkraftwerke Mangelware", sagt Xiao Fuqin, leitender Ingenieur des Kraftwerksbetreibers Sungrow. Auch deshalb hat man sich für die schwimmende Variante entschieden.

Der Vorteil einer Solaranlage auf dem See liegt darin, dass das Wasser die Solarmodule kühlt und so vor einer schnellen Überhitzung bewahrt. Gleichzeitig profitiert auch der See von der Abdeckung durch die Paneele. Weniger Luft dringt unter die Oberfläche, das verhindert das Algenwachstum. Außerdem verdunstet nicht so viel Wasser.

30 Jahre konstanter Output

Die Solarmodule lieferte das Unternehmen JA Solar. Sie wurden in einem flachen Winkel auf etwa einen Meter große Schwimmkörper aus Plastik montiert, wie sie beispielsweise beim Bau schwimmender Pontons verwendet werden.
Die Solarmodule besitzen eine doppelte Glashülle, die vor Feuchtigkeit und eindringendem Wasser schützen soll. Die Firma JA Solar gab Sungrow die Garantie, dass der Output 30 Jahre lang nicht unter 83 Prozent der Ausgangsleistung sinken soll.

Asien im Rausch schwimmender Solarparks

Bauland ist in vielen asiatischen Ländern notorisch knapp, weshalb man ausweichen muss. Während Japan bereits mehrere schwimmende Solarparks unterhält, entdecken auch andere asiatische Staaten die Technologie für sich.

Das französische Unternehmen Ciel & Terre hat mit dem Bau einer 70-Megawatt-Anlage in der chinesischen Provinz Anhui begonnen. Das Solarkraftwerk entsteht in einer gefluteten Tongrube. Sungrow will noch in diesem Jahr ein schwimmendes Solarkraftwerk mit 150 Megawatt Leistung in der gleichen Region ans Netz gehen lassen.

Taiwan interessiert sich ebenfalls für die Technologie. Dort könnten Kraftwerke auf den zahlreichen Seen installiert werden und insgesamt bis zu 500 Megawatt Strom liefern. Der Stadtstaat Singapur testet auf einer etwa einen Hektar großen Wasserfläche schwimmende Solarpaneele von acht Herstellern. Noch in diesem Jahr könnte die Entscheidung fallen, welches System für ein größeres Pilotkraftwerk genutzt werden wird.

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